Die Sauerstoffausschöpfung V̇O₂ und der Sauerstoffbedarf

5.2.4. Die Sauerstoffausschöpfung V̇O₂ und der Sauerstoffbedarf#

Betrachtet man den Körperkreislauf, so kann man das arterielle Blut (\(\rm{\color{purple}a}\)) als Startpunkt und das zentralvenöse Blut (\(\rm{\color{violet}cv}\), Blut in den Hohlvenen) als Endpunkt sehen. Dazwischen liegt das Kapillargebiet, aus welchem Sauerstoff abgegeben wird.

Vergleicht man nun den Sauerstoffgehalt des Blutes am Startpunkt (\(\color{blue}\rm{C{\color{purple}a}O}_2\))[1] mit dem des Blutes am Endpunkt (\(\color{blue}\rm{C{\color{violet}v}O}_2\))[2], so ist die Differenz der Verlust“ an Sauerstoff, also welcher an das Gewebe abgegeben wurde. Da sowohl \(\color{blue}\rm{Hb}\) als auch die Hüfner’sche Zahl am Start- und Endpunkt ident sind, ist die Differenz der Sättigungswerte interessant. Verbunden mit dem \(\color{red}\rm{CO}\) ergibt sich die Sauerstoffausschöpfung \({\dot{\rm V}\rm O}_2\):

\[ {\dot{\rm V}\rm O}_2 \approx {\rm\color{red}CO} \times {\color{blue}{\rm Hb}\times 1,34 \times } ( {\color{teal}{\rm S{\color{purple}a}O_2} - {\rm S{\color{violet}cv}O_2}}) \]

Es ist dabei festzuhalten, dass die Sauerstoffausschöpfung nicht mit dem eigentlichen Sauerstoffbedarf des Körpers gleichzusetzen ist: Nur Bereiche, welche perfundiert werden, haben überhaupt die Möglichkeit, Sauerstoff auszuschöpfen. Dies ist hinsichtlich dem Phänomen der Zentralisation ein wesentlicher Faktor.

Die ausreichende Oxygenierung der Zellen ist immer ein Balanceakt: Einerseits spielt natürlich das Sauerstoffangebot eine wichtige Rolle. Andererseits ist jedoch auch der Sauerstoffbedarf ein wichtiger Faktor. Hier sind insbesonders Stresssituationen zu nennen, aber auch der Grundumsatz und durch die Ernährung induzierten Stoffwechselvorgänge.

Die Optimierung des Bedarfs, z.B durch Anxiolyse, Analgesie und Sedierung stellt somit einen wesentlichen Part in der Optimerung der Oxygenation dar.

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Fig. 67 Oxygenation: Therapeutische Interventionsmöglichkeiten#