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status: final
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:::{index} single: Atmung; Regulation
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:::{index} single: Atemregulation
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:::{index} single: Atemantrieb
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:::{index} single: Atemzentrum
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:::{index} single: Chemorezeptoren
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:::{index} single: CO₂; Atemregulation
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(atemregulation)=

# Steuerung der Atmung

:::{margin} Steuerung der Atmung

-   Atemzentrum im Hirnstamm
-   Atemantrieb normalerweise vor allem durch *CO₂*
    -   Ausnahme: chronische Hyperkapnie (*COPD*)
-   ↑ PaCO₂ → ↑ Atemantrieb
-   ↓ PaO₂ → insbesondere < 60 mm Hg deutliche Steigerung des Atemantriebs
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Die Atmung wird durch neuronale und chemische Mechanismen reguliert.
Die zentrale Steuerung erfolgt über neuronale Netzwerke im Hirnstamm, insbesondere in *Medulla oblongata* und *Pons*.
Diese erzeugen und modulieren den Atemrhythmus und integrieren zahlreiche zentrale und periphere Einflüsse.

Die *chemische Atemregulation* erfolgt über zentrale und periphere Chemorezeptoren.
Unter physiologischen Bedingungen stellt CO₂ einen wesentlichen chemischen Regulator der Ventilation dar:
Ein Anstieg des arteriellen Kohlendioxidpartialdrucks (*PaCO₂*) führt zu einer Steigerung des Atemantriebs und damit des Atemminutenvolumens (*AMV*).
Aber: Bei chronischer Hyperkapnie (*COPD*) kommt es durch die Anpassung der Liquor-Bikarbonatkonzentration zu einer Abschwächung der zentralen CO₂-Antwort.

Der arterielle Sauerstoffpartialdruck (*PaO₂*) hat beim Gesunden im physiologischen Bereich einen vergleichsweise geringen Einfluss auf den Atemantrieb.
Die enge Beziehung zwischen CO₂, Ventilation und pH-Wert wird unter {ref}`Säure-Basen-Haushalt <saeure-basen-haushalt>` näher erläutert.

Der Sauerstoffpartialdruck spielt hinsichtlich des Atemantriebs nur eine untergeordnete Rolle!
Bei ausgeprägter Hypoxämie, insbesondere bei einem PaO₂ unter etwa 60 mm Hg, steigt die ventilatorische Antwort jedoch deutlich an.

Neben Blutgasen und pH wird die Atmung durch zahlreiche weitere Einflüsse moduliert, beispielsweise:

-   willkürliche Steuerung
-   Schmerz
-   Körpertemperatur
-   psychische Erregung
-   Muskelarbeit und Bewegung
-   Reize von Mechanorezeptoren
-   arterielle Druckreize über Barorezeptoren
-   hormonelle und metabolische Einflüsse





:::{index} single: Chemorezeptoren; periphere
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:::{index} single: Glomus caroticum
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:::{index} single: Glomus aorticum
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:::{index} single: Hypoxämie; Atemantrieb
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(periphere-chemorezeptoren)=

## Periphere Chemorezeptoren

Die *peripheren Chemorezeptoren* befinden sich vor allem in den *Glomera carotica* im Bereich der Karotisbifurkation sowie in den *Glomera aortica* am Aortenbogen.
Sie reagieren auf Veränderungen des arteriellen Sauerstoffpartialdrucks (*PaO₂*), des Kohlendioxidpartialdrucks (*PaCO₂*) und des pH-Wertes.

Die peripheren Chemorezeptoren reagieren sehr rasch auf Veränderungen der Blutgase.
Von besonderer Bedeutung ist ihre Reaktion auf eine arterielle *Hypoxämie*.
Bei einem deutlichen Abfall des PaO₂, insbesondere unter etwa 60 mm Hg, nimmt der Atemantrieb deutlich zu.

Auch ein Anstieg des PaCO₂ bzw. ein Abfall des pH-Wertes stimuliert die peripheren Chemorezeptoren und führt zu einer Steigerung der Ventilation.





:::{index} single: Chemorezeptoren; zentrale
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:::{index} single: Atemregulation; zentrale
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:::{index} single: Blut-Hirn-Schranke; CO₂
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(zentrale-chemorezeptoren)=

## Zentrale Chemorezeptoren

Die *zentralen Chemorezeptoren* liegen im Bereich der Medulla oblongata und sind wesentlich an der Regulation der Ventilation durch CO₂ beteiligt.

CO₂ kann die Blut-Hirn-Schranke gut passieren.
Im Liquor führt ein Anstieg des CO₂ über die Bildung von Kohlensäure zu einer Zunahme der H⁺-Konzentration und damit zu einem Abfall des pH-Wertes.
Die zentralen Chemorezeptoren reagieren somit nicht unmittelbar auf den PaCO₂ des Blutes, sondern auf die dadurch hervorgerufene Veränderung der H⁺-Konzentration bzw. des pH-Wertes im ZNS.

Ein Anstieg des PaCO₂ führt unter physiologischen Bedingungen zu einer deutlichen Steigerung des Atemminutenvolumens (*AMV*).
Innerhalb des physiologisch relevanten Bereichs besteht eine annähernd lineare Beziehung zwischen PaCO₂ und Ventilation.

Die zentralen Chemorezeptoren reagieren langsamer als die peripheren Chemorezeptoren, stellen jedoch einen wesentlichen Anteil der ventilatorischen Antwort auf CO₂ dar.

