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status: final
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(manuellebeatmung)=

# Manuelle Beatmung

Eine manuelle Beatmung wird häufig mittels eines {ref}`Beatmungsbeutels <Beatmungsbeutel>` oder einer ähnlichen Einrichtung (z. B. Beutel eines Narkoserespirators) durchgeführt.
Patientenseitig werden *Beatmungsmasken* oder andere {ref}`Atemwegshilfsmittel <Airway-Techniken>` (Endotrachealtuben, Larynxtuben, Larynxmasken, Combituben, …) angewendet.
Um die Atemwege freizuhalten, kann u. U. unterstützend ein Airway-Device wie z.B. ein {ref}`Guedel-Tubus <guedeltubus>` angewendet werden.

Die manuelle Beatmung ist de facto *druckkontrolliert*, da der Helfer die Atemhübe unbewusst durch den Druck im Beutel steuert.
Durch die Beobachtung der Thoraxexkursionen als Erfolgskontrolle kann man von einer eingeschränkten Volumensgarantie sprechen.


:::{table} Typische  Sauerstoffkonzentrationen bei der Beatmung

| Art der Beatmung                                       | O₂-Konzentration |
| ------------------------------------------------------ | ---------------: |
| Mund-zu-Mund Beatmung                                  | 16–17 %           |
| Beutel-Masken-Beatmung                                 | 21 %              |
| Beutel-Masken-Beatmung mit O₂ (15 L / min)             | 40–70 %           |
| Beutel-Masken-Beatmung mit O₂ (15 L / min) + Reservoir | fast 100 %        |
| Beatmungsgerät, FiO₂ regelbar                          | 21–100 %          |

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:::{index} single: Beutel-Masken-Beatmung
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:::{index} single: Beatmung; Beutel-Masken-
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:::{index} single: CE-Griff
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:::{index} single: Griff; CE-
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(beutelmaskenbeatmung)=
(AATW-KP-BeutelMaskenbeatmung)=
(CE-Griff)=

## Beutel-Masken-Beatmung

:::{margin} Beutel-Masken-Beatmung

- Kopf überstrecken
- CE-Griff
- ca. **500 ml** über 1 s
- Eigenfrequenz!
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Im Gegensatz zur physiologischen Atmung, bei der der Patient Luft ansaugt, ist die Beutel-Masken-Beatmung eine *Überdruckbeatmung*.
Sie erfolgt mittels eines Beatmungsbeutels und einer Beatmungsmaske in geeigneter Größe, welche dicht sitzend angelegt wird.
Der **Atemweg** muss durch einfache oder geringinvasive Maßnahmen (Überstrecken des Kopfes, Esmarch-Handgriff, Guedel-Tubus, Wendel-Tubus etc.) **geöffnet** bzw. freigehalten werden.

Die Maske wird dann mittels {strong}`CE-Griff <CE-Griff>` angelegt, wobei das angespitzte Ende der Maske auf der Nase zu liegen kommt:
Der Daumen und der Zeigefinger umschließen die Beatmungsmaske und bilden dabei die Form des Buchstaben *"C"*, die restlichen drei Finger heben das Kinn am Unterkiefer an und sind das *"E"*.

Bei der **kontrollierten Beatmung** wird die gesamte Atmung künstlich aufrecht erhalten; hingegen bei der
**assistierten Beatmung** hat der Patient eine eigene Spontanatmung, die aber nicht ausreichend ist (zu langsam oder zu flach). Man unterstützt dabei die Atembemühungen des Patienten, indem man zusätzliche oder tiefere Atemhübe verabreicht.

Ein erwachsener Patient wird mit mit einem Volumen von **maximal 500 ml** beatmet, welches über eine Sekunde verabreicht werden soll (**nicht stoßweise!**).
Dabei muss bedacht werden, dass das Füllvolumen eines Beatmungsbeutels deutlich größer ist, d. h. dass der Beutel keinesfalls restlos zusammengedrückt werden darf!
Die Beatmung soll grundsätzlich in einer normalen Atemfrequenz ("*Eigenfrequenz*") erfolgen.


:::{subfigure} AB|CC
:subcaptions: below
:name: Figure-Technik-Beutelmaskenbeatmung
:class-grid: outline
:gap: 20px

Bilderserie: Die Technik der Beutel-Masken-Beatmung [© Lena Hirtler  {term}`ℓ MfG`]

![CE-Griff](../../../../Submodules/3134-medical-picture-collection/Hirtler-Lena/CGriff.\*)

![und überstreckter Kopf](../../../../Submodules/3134-medical-picture-collection/Hirtler-Lena/Beutelbeatmung1.\*)

![Normalerweise wird bei der Überdruckbeatmung mit einem Beatmungsbeutel Luft in die Lunge gepumpt. Übersteigt der Druck den Öffnungsdruck der Speiseröhre (ca. 20 mbar), wird Luft auch in den Magen gepumpt.](../../../../Submodules/3134-medical-picture-collection/Hirtler-Lena/Beutelbeatmung2.\*)
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:::{rubric} Gefahren
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:::{margin} Gefahren
-   Zu hoher Druck → Magenbeatmung/-blähung, Erbrechen
-   Zu schnell, zu tief: Hyperventilation

    -   Faustregel: Frequenz = Eigenrhythmus des Helfers:

        *Helfer atmet → Patient wird beatmet*

-   Durch Hyperventilation kommt es zu einer respiratorischen Alkalose und zerebraler Vasokonstriktion
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:::{danger}

Der notwendige *Überdruck* kann zu Problemen führen, wie z. B.
Überschreiten des **Ösophagus-Öffnungsdrucks** von ca. *20 mbar* und daraus folgender *Magenbeatmung*, *Magenüberblähung* und *Erbrechen* oder Lungenschäden.
Es ist oft zu beobachten, dass (wahrscheinlich in Folge von Stress) Beatmungen zu schnell bzw. zu tief erfolgen (*Hyperventilation*).
Dadurch kommt es zu einer *respiratorischen Alkalose* mit verminderter Sauerstoff-Abgabe an das Gewebe (vgl. {ref}`Sauerstoffbindungskurve`, {ref}`alkalose-respiratorische`) und zu einer zerebralen Vasokonstriktion.

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:::{rubric} Besonderheit: Beatmung während der Reanimation
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Die Beatmung während der Reanimation ist eine kontrollierte Beatmung.
Wird eine Beatmungsmaske verwendet, so ist das Verhältnis zur Herzdruckmassage zu beachten (vgl. {ref}`Chp-Bls`).
Sobald die Beatmung über einen Beamtungsschlauch (Tubus) erfolgt, kann sie unabhängig von der Herzmassage erfolgen.
Zunehmend kommen auch Beatmungsgeräte mit einem eigenen *Reanimationsmodus* zum Einsatz, die *synchronisiert* zur Herzdruckmassage die Atemhübe abgeben können.



