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# Ableitungen

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:::{margin} EKG-Ableitungen
- 6 Extremitätenableitungen

  - 4 Elektroden an den Extremitäten
    (bzw. am Übergang Rumpf – Extremitäten)
  - I, II, III, aVL, aVR, aVF

- 6 Brustwandableitungen

  - 6 Elektroden am Brustkorb
  - V1—V6
  - Genaue Positionierung wichtig!

- *"Rhythmusstreifen"* =
  Extremitätenableitungen

- *"12-Kanal-EKG"* =
  Extremitäten- + Brustwandableitungen
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Je nach Position der Elektroden (und elektrischer Schaltung)
unterscheiden sich die abgeleiteten elektrischen Herzströme. Um die elektrischen Herzströme aus verschiedenen Perspektiven in jeweils einer Kurve abzubilden und beurteilen zu können, diese Kurven jedoch zwischen verschiedenen Untersuchungen und Patienten vergleichbar zu machen, haben sich Standard-Elektrodenpositionen und *Standardableitungen* etabliert.
Die gebräuchlichsten sind die Extremitätenableitungen und den Brustwandableitungen: [^footnote-1]

- 6 Extremitätenableitungen:

  - 4 Elektroden an den Extremitäten
    (bzw. am Übergang Rumpf – Extremitäten)
  - I, II, III, aVL, aVR, aVF

- 6 Brustwandableitungen:

  - 6 Elektroden am Brustkorb
  - V1—V6
  - Genaue Positionierung wichtig!

[^footnote-1]: EKG-Ableitungen: Brustwandableitungen nach *Einthoven* und
    *Goldberger*, Brustwandableitungen nach *Wilson*.
    Neben diesen
    Standardableitungen gibt es noch
    für spezielle Fragestellungen
    weitere Ableitungmöglichkeiten wie
    z. B. die Ableitungen nach *Nehb*
    oder die *rechtsthorakalen*
    {index}` <Brustwandableitungen; rechtsthorakale>` bzw.
    linksdorsalen {index}` <Brustwandableitungen; linksdorsale>`
    Brustwandableitungen.
    Zusammen ergeben die Elektroden der Frontal-
    und Horizontalebene eine dreidimensionale Darstellung der
    elektrischen Herzaktivität:
    | *Inferior*: II, III, aVF
    | *Anterior / anteroseptal*: V1—V4
    | *Lateral*: I, aVL, V5, V6
    | *Dorsal*: V7—V9
    | *Rechtes Herz*: V3R—V6R
    |





## Extremitätenableitungen

Die *Extremitätenableitungen* werden mittels vier Elektroden abgeleitet. Je eine Elektrode wird an den Enden der Extremitäten angebracht. Zur Vereinfachung können die Elektroden auch am
Übergang vom Rumpf zu den Extremitäten angebracht werden (z. B. statt dem rechten Arm an der rechten Schulter). Wichtig ist, dass die horizontalen Elektrodenpärchen immer auf *gleicher Höhe* angebracht werden! Zu den Positionen der Elektroden siehe \[Table-ekg-elektroden-position\].

Aus den Informationen der *vier Elektroden* erzeugt das EKG-Gerät *sechs Ableitungen* (I, II, III, aVL, aVR und aVF).





## Brustwandableitungen

Die *Brustwandableitungen* werden mittels sechs Elektroden abgeleitet und erlauben eine genauere Zuordnung von Störungen zu der jeweiligen Region des Herzens. Aus den Informationen der *sechs Elektroden* erzeugt das EKG-Gerät *sechs Ableitungen*:
V1—V6. Zu den Positionen der Elektroden siehe
{ref}`Table-ekg-elektroden-position`. Die *richtige Positionierung* der EKG-Elektroden ist Voraussetzung um ein sinnvoll auswertbares und den einzelnen Herzabschnitten zuordenbares EKG zu erstellen. Falsch angebrachte Elektroden können ein EKG derart verfälschen, dass es zu gravierenden Fehldiagnosen kommen kann. [^footnote-2]

[^footnote-2]: EKG, Positionierung der EKG-Elektroden: Zum Beispiel Rahmen einer
    Akut-Angiographie im Zuge eines Myokardinfarktes sind die
    dokumentierten EKGs (und damit auch die im Rettungsdienst
    abgeleiteten) ein wichtiges Hilfsmittel, um das in der Akutsituation
    maßgebliche Koronargefäß zu identifizieren.
    In {term}`🗎 Schnelle 2006` wurde untersucht,
    wie sich die Anbringungsstelle der Elektroden auf das EKG
    auswirken kann.

(figure-corpuls3)=

:::{figure} ../../../Submodules/3134-medical-picture-collection/Pallinger-Christoph/Corpuls_32863_cropped.001341px.jpg

Ein Multifunktionsgerät mit Monitor, nicht-invasiver Blutdruckmessung,
Pulsoxymetrie 12-Kanal-EKG und integriertem Defibrillator mit SAED-Funktion (Corpuls:sup:`3`)

© Ch. Pallinger  {term}`ℓ MfG`
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