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status: final
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(zvd)=
(ghdm-kp-cvp)=
(ghdm-vo-cvp)=

# Zentral-venöser-Druck (ZVD; CVP)

Engl: Central Venous Pressure, CVP

## Indikationen

Mit eingeschränkter Beurteilbarkeit: Patientin mit Notwendigkeit für ein erweitertes Volumenmanagement, Rechtsherzinsuffizienz; Verdacht auf sich entwickelnde Perikardtamponade, Risiko für Pulmonalembolie.

Da eine ZVD-Messung bei liegendem ZVK relativ günstig und risikoarm ist, kann die Indikation recht weit gefasst werden.

## Kontraindikationen

- Kein liegender zentraler Zugang mit Schenkel in Herznähe, kein freier dedizierter Schenkel am ZVK

## Komplikationen

- Fehlinterpretation



(Q-GHDM-KP-24005)=

## Methodik und Interpretation

Der zentralvenöse Druck (ZVD) wird über einen Schenkel eines zentralvenösen Katheters (ZVK) mit einem Druckabnahmesystem analog zum {ref}`invasiven arteriellen Blutdruck <IBP>` gemessen.
Er ist ein Indikator v. a. für die *rechtsventrikuläre Vorlast* und spiegelt das Ausmaß des venösen Rückflusses und die Funktion des rechten Ventrikels wider.
Er ist dabei im Wesentlichen abhängig vom *venösen Rückfluss*, der *Rechtsherzleistung* pzw. *-passage*, sowie den *intrathorakalen* und *intraabdominellen Druckverhältnissen*:

- Erhöhter venöser Rückfluss erhöht ZVD
- Reduzierte kardiale Pumpleistung erhöht ZVD
- Intrathorakaler und intraperitonealer Druck erhöht den ZVD
- Erhöhter Systemisch-Vasculärer Widerstand (SVR) erhöht ZVD

Man sollte annehmen, der ZVD wäre somit der ideale Parameter, um die Volumsbelastung bzw. -bedarf abzuschätzen.
Leider hat sich das als Fehlglaube herausgestellt {term}`🗎 Marik 2013` -- im Gegenteil, der ZVD hat eine  **schlechte Aussagekraft** hinsichtlich Blutvolumen und *Volumsbedarf*. {term}`🗎 Marik 2008`

Somit ist der ZVD hinsichtlich seiner Limitationen und seiner Aussagekraft kritisch, aber auch nicht völlig ablehnend zu bewerten:

- Das Vorhandensein **extremer ZVD-Werte** kann hilfreich sein, um die Flüssigkeitszufuhr zu steuern. {term}`🗎 De Backer 2018`

- Beurteilung im **Verlauf** und zusammen **mit anderen Parametern**:
  Der Anstieg des ZVD spiegelt per se keine Änderungen des Herzzeitvolumens wider! Dementsprechend sollten Änderungen des ZVD bei Flüssigkeitsgabe zusammen mit Änderungen des Herzzeitvolumens analysiert werden; ein starker Anstieg des ZVD bei minimaler Änderung des Herzzeitvolumens *kann* auf eine schlechte Verträglichkeit gegenüber Flüssigkeiten hinweisen, während eine minimale Änderung des ZVD zusammen mit einem Anstieg des Herzzeitvolumens *eher* auf einen Flüssigkeitsbedarf hinweist. {term}`🗎 De Backer 2018`

  Weiters kann ein plötzlicher ZVD-Anstieg ein Hinweis auf **bestimmte Pathologien** (restriktiv z. B. **Perikardtamponade**, obstruktiv z. B. **Pulmonalembolie**) sein.
  Auch hier ist der *Verlauf*, und nicht ein singulärer Messwert diagnostisch verwertbar.

- Der ZVD gibt eine gute Aussage bezüglich einer extrathorakalen Organstauung bzw. des Risikos von Endorganschäden durch diese Stauung {term}`🗎 Smyrniotis 2004` {term}`🗎 Mullens 2009`

- Darüber hinaus ist der ZVD hinsichtlich des Flüssigkeitsmanagements aber nicht als der Weisheit letzter Schluss anzusehen.
  Insbesonders die Betrachtung singulärer Messwerte oder die Vorgabe bestimmter ZVD-Werte als Ziel findet sich noch häufig in der Literatur ({term}`🗎 Rivers 2001`, {term}`🗎 SurvSepsisCpg 2012`), sollte jedoch in Anbetracht der Datenlage nicht mehr zur Anwendung kommen ({term}`🗎 Eskesen 2016`, {term}`🗎 Marik 2013`, {term}`♛ SurvSepsisCpg 2021`).

:::{todo} {issue}`18` FOTO: Screenshot ZVD
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:::{admonition} Prüfung

-  ZVD ist nicht Volumen!
- Gute Korrelation zum intravasalen Volumen und myokardialer Funktion ist nur beim Gesunden!

(Für die Prüfung ZVD-Kurve in Gegenüberstellung zum EKG und zur Pulswelle zeichnen! + Pathologische ZVD-Kurven bei TI, TS, Tamponade, VHF!)

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