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status: final
changelog:
    erstellt:
        -   2026-07-07
        -   GaSe
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:::{index} single: rSO₂
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:::{index} single: Sauerstoffsättigung, Regionale
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:::{index} single: NIRS
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:::{index} single: Nahinfrarotspektroskopie
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:::{index} single: Near Infrared Spectroscopy
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:::{index} single: regional oxygen saturation
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(rSO2)=
(NIRS)=

# NIRS und Regionale Sauerstoffsättigung (rSO₂)

Die *regionale Sauerstoffsättigung* (*regional oxygen saturation*, **rSO₂**) wird mittels der *Nahinfrarotspektroskopie* (*Near Infrared Spectroscopy*, **NIRS**) gemessen.
Sie beschreibt die Sauerstoffsättigung des Hämoglobins im durchstrahlten Gewebe und erlaubt damit eine kontinuierliche Beurteilung der {emph}`regionalen Gewebeoxygenierung <regionale Gewebeoxygenierung>`.

Im Gegensatz zur {ref}`Pulsoxymetrie <Pulsoxymetrie>`, welche die peripher-arterielle Sauerstoffsättigung (SpO₂) misst, erfasst die NIRS überwiegend die Sauerstoffsättigung des *venösen Kompartiments*.
Das Messsignal setzt sich ungefähr zusammen aus:

-   70–75 % venösem Blut
-   20–25 % arteriellem Blut
-   5 % kapillärem Blut

Die rSO₂ spiegelt somit das Gleichgewicht zwischen *Sauerstoffangebot* ({ref}`DO₂ <DO2>`) und *Sauerstoffverbrauch* ({ref}`VO₂ <VO2>`) des jeweiligen Gewebes wider.

Die NIRS ist daher **kein hämodynamischer Parameter im engeren Sinn**, sondern ein Parameter der *Organperfusion* bzw. *Gewebeoxygenierung*.
Während Blutdruck, Herzzeitvolumen oder Schlagvolumen die *Makrozirkulation* beschreiben, zeigt die Auswirkungen der Makrozirkulation auf die Gewebeoxygenierung und damit indirekt auf die Funktion der {emph}`Mikrozirkulation`.

Ein Abfall der rSO₂ kann beispielsweise verursacht werden durch:

-   vermindertes Herzzeitvolumen
-   arterielle Hypotonie
-   Anämie
-   Hypoxämie
-   regionale Minderperfusion
-   erhöhten Sauerstoffverbrauch des Gewebes

Die NIRS kann daher Perfusionsstörungen bereits erkennen, bevor sich Veränderungen klassischer hämodynamischer Parameter wie Blutdruck oder Herzfrequenz zeigen.

Die Messung erfolgt meist *zerebral* über der Stirn.
Je nach Fragestellung kann die NIRS jedoch auch zur Überwachung der *somatischen Gewebeoxygenierung* (z. B. Muskulatur, Niere) eingesetzt werden.
Dies ist z. B. bei extremen *Lagerungsmanövern* (Kopf-Tieflage) im Rahmen der {emph}`Roboter-assistierten Chirurgie <Roboter-assistierte Chirurgie>` sinnvoll.

Die Interpretation erfolgt in erster Linie anhand des {strong}`Verlaufs <Interpreation des Verlaufs>` gegenüber dem individuellen Ausgangswert ({emph}`Baseline`).
Absolute Grenzwerte sind nur eingeschränkt aussagekräftig.
Ein **Abfall** der rSO₂ um mehr als etwa **20 % gegenüber der Baseline** oder absolute Werte unter etwa **50–55 %** gelten häufig als Hinweis auf eine klinisch relevante Einschränkung der Gewebeoxygenierung und sollten Anlass zur Ursachenabklärung geben.



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:width: 50%

Regionale Sauerstoffsättigung (rSO₂) während einer roboterassistierten Prostatektomie mit Kopf-Tieflagerung.

[© Sebastian Gabriel, {term}`ℓ CC BY-SA 4.0`]
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:::{seealso}

-   {term}`🗎 Heringlake 2021`:
    **Klinischer Stellenwert der Zerebraloxymetrie mithilfe der NIRS 2.0**
    von Matthias Heringlake et al.
    Der Anaesthesist. 2021;70:187–189.
    https://doi.org/10.1007/s00101-020-00903-6
-   {term}`🗎 Engelhard 2021`:
    **Nichtinvasives Neuromonitoring in der Anästhesie**
    von Kristin Engelhard.
    Anästh Intensivmed 2021;410–416.
    https://doi.org/10.19224/ai2021.410
-   {term}`🗎 Moerman 2010`:
    **Near-infrared spectroscopy (NIRS) monitoring in contemporary anesthesia and critical care**
    by A. Moerman et al.
    Acta Anaesthesiologica Belgica. 2010;61:185–194.

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