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# Rechtliche Grundlagen im Land der 10 Gesetzgeber

:::{sidebar} Präklinische Notfallmedizin im Land der 10 Gesetzgeber

- Gesundheitswesen: Geteilte Zuständigkeiten Bund, Länder
- Krankenanstalten:
    - Bund: Grundsatzgesetzgebung
    - Länder: Ausführungsgesetzgebung
- Rettungswesen: Länder
- Durchführung des Rettungs- und Krankentransports: Gemeinden
  - Beauftragung von Dritten üblich
    - Wien: Berufsrettung (Magistratsabteilung 70)
  - Rettungsverbünde
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Österreich ist eine föderale Republik, die Länder haben in der Bundesverfassung (Bundesverfassungsgesetz, B-VG) geregelte Kompetenzen für die sie als Vollzugsorgan und/oder als *Gesetzgeber* zuständig sind.
Das Gesundheitswesen fällt in vielen Bereichen in die Zuständigkeit des Bundes, bezüglich der Heil- und Pflegeanstalten ist der Bund für die Grundsatzgesetzgebung, die Länder für die Ausführungsgesetzgebung zuständig. \[[Art. 12 Abs. 1 Z 1 B-VG](https://www.ris.bka.gv.at/Dokumente/Bundesnormen/NOR40211944/NOR40211944.html)\]
Das **Rettungswesen** fällt jedoch gänzlich in die Zuständigkeit der **Länder** \[[Art. 10 Abs. 1 Z 12 B-VG](https://www.ris.bka.gv.at/Dokumente/Bundesnormen/NOR40211941/NOR40211941.html)\].
Somit unterscheidet sich die Rettungsdienstlandschaft von Bundesland zu Bundesland maßgeblich.

Der Rettungs- und Krankentransport an sich ist Angelegenheit der **Gemeinden**.
Es ist üblich, dass sich Gemeinden zu Rettungsverbünden zusammenschließen oder Kompetenzen an das jeweilige Bundesland abzutreten.
Gemeinden müssen den Rettungs- und Krankentransport nicht direkt selbst durchführen, üblicherweise werden private Anbieter (z. B. Arbeiter-Samariter-Bund, Grünes Kreuz, Rotes Kreuz, …) beauftragt.

Diese Anbieter können grundsätzlich sowohl gemeinnützige Hilfsorganisationen oder kommerzielle Anbieter mit Gewinnabsicht sein.
So wurde z. B. der Notarztdienst in Niederösterreich EU-weit **ausgeschrieben** und an ein Bieterkonsortium bestehend aus Arbeiter-Samariter-Bund und Rotem Kreuz vergeben.

Eine wesentliche Ausnahme stellt die Bundeshauptstadt Wien dar:
Hier wird der Rettungsdienst direkt durch den Magistrat (Magistratsabteilung 70 — Berufsrettung (MA 70)) organisiert und durchgeführt.
Private Organisationen nehmen im Rahmen eines Rettungsbundes im Auftrag des Magistrats am Rettungsdienst partnerschaftlich teil.

Wesentliche rechtliche Grundlagen sind hierbei:

:::{sidebar} Rechtliche Grundlagen

Krankenanstalten:
: - Bundesgesetz über Krankenanstalten und Kuranstalten (KAKuG)
  - Landeskrankenanstaltsgesetze

Rettungsdienst:
: - Landesrettungsdienstgesetze
    - + Verordnungen

Personal:
: - Ärztegesetz 1998 – ÄrzteG 1998:
    definiert  **Notärztin/Notarzt** (NA) und **Leitende Notärztin/Leitender Notarzt** (LNA).
  - Notärztinnen/Notärzte-Verordnung der Österreichischen Ärztekammer (NA-V)
  - Sanitätergesetz – SanG:
  - Sanitäter-Ausbildungsverordnung – San-AV
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Gesetze und Vorgaben die *Krankenanstalten* betreffend:
: - **Bundesgesetz** über Krankenanstalten und Kuranstalten ([KAKuG](https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10010285))
  - **Landeskrankenanstaltsgesetze**, welche die Grundsatzbestimmungen des KAKuG in die Landesgesetzgebung umsetzen, z. B. das
    [Wiener Krankenanstaltengesetz 1987](https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=LrW&Gesetzesnummer=20000282) oder das
    [NÖ Krankenanstaltengesetz (NÖ KAG)](https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=LrNO&Gesetzesnummer=20001038).
  - **Österreichischer Strukturplan Gesundheit** ({term}`♛ ÖSG 2017 TXT`)

Gesetze den *Rettungsdienst* betreffend
: - **Landesrettungsdienstgesetze**, z. B. das
    [Wiener Rettungs- und Krankentransportgesetz – WRKG](https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=LrW&Gesetzesnummer=20000306) oder das
    [NÖ Rettungsdienstgesetz 2017 (NÖ RDG)](https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=LrNO&Gesetzesnummer=20001142).
    In diesen Gesetzen werden u. a. die Aufgaben und Zuständigkeiten der Rettungs- und Krankentransportdienste geregelt, sowie die Rahmenbedingungen für die Errichtung und den Betrieb.
    Oft werden Details gesondert in Verordnungen geregelt, z. B. in der [NÖ Rettungsdienst-Mindestausstattungsverordnung 2017 (NÖ RD-MAV)](https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=LrNO&Gesetzesnummer=20001172)

Gesetze die handelnden *Personen* betreffend:
: - **Ärztegesetz** 1998 – [ÄrzteG 1998](https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10011138):
    Dieses definiert neben dem Ärztevorbehalt (Tätigkeiten, die den Ärzten vorbehalten sind) auch das Berufsbild der/des **Notärztin/Notarztes** (NA) und der/des **Leitende Notärztin/Leitender Notarztes** (LNA).
    % Q-AORG23005
  - **Notärztinnen/Notärzte-Verordnung** der Österreichischen Ärztekammer ([NA-V](https://www.arztnoe.at/fileadmin/Data/Documents/pdfs/notaerzte/notarztverordnung.pdf)):
    Die Österreichische Ärztekammer hat durch Verordnung nähere Bestimmungen zu erlassen über die notärztliche Qualifikation, Aus- und Fortbildung.
  - **Sanitätergesetz** ([SanG](https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=20001744)):
    Dies regelt die Ausbildung, *Tätigkeiten* und *Beruf* der Sanitäter.
  - **Sanitäter-Ausbildungsverordnung** ([San-AV](https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=20002916))

