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:::{index} pair: Adipositas; Anästhesie
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(adipositas)=

# Adipositas

Der *Body-Mass-Index* (*BMI*) berechnet sich als kg/m².
Ein BMI bis 25 gilt als normal, unter 18,5 als Untergewicht.
Adipositas Grad I: 30–35, Grad II: 35–40, Grad III: > 40.
Eine morbide Adipositas liegt typischerweise zwischen 40 und 50 vor, die Mortalität steigt insbesondere ab einem BMI > 40.


Ätiologie
:   -   Fehlernährung
    -   Bewegungsmangel
    -   Endokrine Ursachen (z. B. *Hashimoto-Thyreoiditis*, *Cushing-Syndrom*)
    -   Medikamentennebenwirkungen
        -   *Insulin*
        -   Orale Kontrazeptiva
        -   Antidepressiva
        -   Betablocker


Assoziierte Erkrankungen
:   -   Hypertonie
    -   Koronare Herzkrankheit
    -   Diabetes mellitus
    -   Herzinsuffizienz
    -   Fettleber


Dosierung von Medikamenten
:   Unterschiedliche Bezugsgrößen werden verwendet.

    -   *Total Body Weight* (tatsächliches Gewicht)
        -   *Suxamethonium*, Antibiotika

    -   *Adjusted Body Weight* (angepasstes Gewicht)
        -   Propofol (Perfusor), Midazolam, Alfentanil, Sugammadex, Neostigmin, Niedermolekulare Heparine

    -   *Lean Body Weight* (fettfreie Körpermasse)
        -   Berechnung: (Größe in cm − 100) + ¼ der Differenz zum Gesamtkörpergewicht
        -   Propofol (Induktionsdosis), Fentanyl, Remifentanil, Rocuronium, Morphin, Ketamin, Paracetamol





## Intraoperative Besonderheiten


Erschwerte Intubation
:   -   Kleine Mundöffnung
    -   Kurzer, dicker Hals
    -   Eingeschränkte Nackenbeweglichkeit
    -   Pro-/Retrognathie
    -   Verkürzter thyreomentaler Abstand


Einleitung
:   -   RSI erwägen, ggf. Wachintubation
    -   Präoxygenierung ≥ 10 Minuten (rasche Desaturation bei geringer Apnoetoleranz)
    -   Wenn möglich Regionalanästhesie
    -   Bei Herzinsuffizienz Einleitung mit *Etomidat*
    -   Volatile Anästhetika fluten schneller an (verminderte FRC)
    -   Erhöhtes Verteilungsvolumen lipophiler Substanzen → Überhang postoperativ


Relaxantien
:   Dosierung nach Normalgewicht (hydrophil, normales Verteilungsvolumen)


Aspirationsrisiko
:   -   Erhöht durch verzögerte Magenentleerung und gesteigerte Magensaftproduktion
    -   Erhöhter intraabdomineller Druck mit Zwerchfellhochstand
    -   Häufig Hiatushernie/Reflux


Beatmung
:   -   FRC um 40–75 % reduziert
    -   Verminderte Compliance
    -   Erhöhter Atemfrequenzbedarf
    -   Hohe Beatmungsdrücke erforderlich


Hämodynamik
:   -   Erhöhtes Blutvolumen und Herzzeitvolumen
    -   Gleichzeitig reduzierte kardiale Reserve möglich


Extubation
:   -   Nur beim vollständig wachen Patienten
    -   TOF > 0,9


Postoperativ
:   -   Bei *OSAS* verlängerte Überwachung (z. B. 24 h im Aufwachraum)
    -   Erhöhte Fehlerrate bei Periduralanästhesie
    -   Erhöhtes Risiko peripherer Nervenschäden durch Lagerung





## Weitere Aspekte


Blutgasanalyse
:   paCO₂ erhöht (gesteigerte Produktion)


Prämedikation
:   -   Kein *Midazolam*
    -   Ggf. Natriumcitrat
    -   H₂-Blocker etwa 1 h präoperativ


Praktische Aspekte
:   -   Geeignete, belastbare Liege/Bett
    -   Einsatz von Liftern erwägen