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# Allgemeines zu Arzneimitteln



## Stärke: Wirkstoff, Dosis, Konzentration

Die "Stärke" des Arzneimittels ist je nach Verabreichungsform der Wirkstoffanteil pro Dosierungs-, Volumens- oder Gewichtseinheit.
Bei Medikamenten wird normalerweise die Menge (Masse) des Wirkstoffes (z. B. in Milligramm (mg)) angegeben.
Manchmal erfolgt die Angabe auch in anderen Einheiten, wie z. B. den *Internationalen Einheiten* (*IE*).
Bei flüssigen Arzneimitteln (Ampullen, Infusionen, ...) findet sich außerdem auch eine Volumsangabe.
Aus der Angabe der Wirkstoffmenge und des Volumens kann man die Konzentration berechnen.
In manchen Fällen ist auch eine Konzentrationsangabe des Wirkstoffs im Lösungsmittel üblich
(z. B. Glukose 5 %, NaCl 0,9 %, Propofol 1 %, Adrenalin 1 : 10.000 usw.).
Ein Prozent entspricht dann umgerechnet 10 mg / mL bzw. 1 mL entspricht 1.000 mg.[^Masse-und-Volumen]

[^Masse-und-Volumen]: Die Annahme "1 mL entspricht 1.000 mg" ist in dieser allgemeinen Form eigentlich illegal, wird aber bei wässrigen Lösungen der Einfachheit halber einfach so angenommen.
    Mediziner sind keine echten Naturwissenschaftler. {index}` <Beweis; Mediziner sind keine echten Naturwissenschaftler>`

:::{list-table} Typische Angaben zu Wirkstoffmenge und Konzentration. Beachte: Gleichlautende Spezialitäten können erheblich unterschiedliche Wirkstoffkonzentrationen sowie Wirkstoff- und Füllmengen aufweisen!
:header-rows: 1

- - Form
  - Wirkstoffmenge
  - Volumen
  - Konzentration
  - Beispiele
- - Ampulle
  - 2 mg
  - 20 mL
  - 1 mL = 0,1 mg = 1 : 10.000
  - L-Adrenalin
- - Ampulle
  - 5 mg
  - 5 ml
  - 1 mg / mL
  - Dormicum
- - Ampulle
  - 15 mg
  - 3 ml
  - 5 mg / mL
  - Dormicum
- - Ampulle
  - 25 mg
  - 5 ml
  - 5 mg / mL
  - Ketanest
- - Ampulle
  - 50 mg
  - 2 ml
  - 25 mg / mL
  - Ketanest
- - Stechampulle
  - 500 mg
  - 50 ml
  - 10 mg / mL = 1 %
  - Propofol
- - Stechampulle
  - 1000 mg
  - 50 ml
  - 20 mg / mL = 2 %
  - Propofol
- - Tabletten
  - 500 mg
  -
  -
  - Parkemed, Mexalen, …
- - Trockenstechampulle
  - 4000 IE
  -
  -
  - Heparin
:::

Viele Medikamente können auch zur besseren Dosierung mit *geeigneten Substanzen* (siehe Packungsbeilage) verdünnt werden:

- Ampulle mit Wirkstoff 15 mg in 3 mL: Konzentration *5* mg / mL
- Obige Ampulle + 12 mL physiologische Kochsalzlösung (NaCl 0,9 %):
  Konzentration *1* mg / mL

Manche Medikamente liegen als *Trockensubstanz* in einer *Trockenstechampulle* vor, welche vor Verwendung erst mit einem *geeigneten* Lösungsmittel aufgelöst werden muss.
Das erforderliche Lösungsmittel ist vom Medikament abhängig.
Bei Verwendung eines falschen Lösungsmittel kann es z. B. zu Ausflockungen,
Wirkminderungen o. ä.
kommen,
das Medikament ist damit verdorben und darf keinesfalls verwendet werden.

:::{admonition} Synopsis
- Medikamente sind oft auch mit *gleichem Namen* in unterschiedlichen
  Konzentrationen erhältlich (z. B. Dormicum, Ketanest).

  - Beim Zubereiten bzw. Aufziehen von Medikamenten muss man sehr
    genau auf die Wirkstoffmenge, das Volumen und die Konzentration
    achten.
  - Beim Auflösen oder Verdünnen von Medikamenten muss darauf
    geachtet werden, eine geeignete Flüssigkeit zu verwenden!
:::



## Verabreichungsarten

Es gibt verschiedene Arten Medikamente zu verabreichen. Dies kann entweder **invasiv** {index}` <invasiv>` (verletzend) oder **nicht-invasiv** {index}` <nicht-invasiv>` sein.



### Invasiv

::::{only} not nosidebar

:::{margin} Invasive Applikationswege
- Intravenös (i.v.)
- Intramuskulär (i.m.)
- Subkutan (s.c.)
- Intraossär (i.o.)
:::
::::

Bei der invasiven Verabreichung wird das Medikament mittels einer Kanüle in das jeweilige Gewebe bzw. Gefäß dem Patienten injiziert. Diese Verabreichungsarten sind i. d. R. den Ärzten, besonders dafür geschulten Sanitätern, diplomiertem Krankenpflegepersonal oder Hebammen vorbehalten. Die gängigen Injektionsarten sind:

- *Intravenöse Injektion*
  (**i.v.** {index}` <i.v.>`):
  Das Medikament wird
  mittels Kanüle, Venenverweilkanüle o.ä. direkt in eine *Vene*
  gespritzt.
- *Intramuskuläre Injektion*
  (**i.m.** {index}` <i.m.>`):
  Das Medikament wird
  in den *Muskel* verabreicht.
- *Subkutane Injektion*
  (**s.c.** {index}` <s.c.>`):
  Die Substanz wird in die
  Fettschicht der Unterhaut (Subkutis) eingespritzt.
- Eine Besonderheit ist der *intraossäre Zugang*
  (**i.o.** {index}` <i.o.>`),
  bei dem die Substanz mittels einer speziellen Kanüle in die
  Knochenmarkhöhle verabreicht wird.



### Nicht invasiv

::::{only} not nosidebar

:::{margin} Nicht-invasive Applikationwege
- Oral
- Sublingual
- Perkutan
:::
::::

Bei der nicht invasiven Verabreichung wird das Medikament über eine Schleimhaut oder direkt über die Haut aufgenommen.
Für die **orale** {index}` <orale>` Aufnahme muss das Arzneimittel geschluckt werden.
Bei der *sublingualen* {index}` <sublingual>` Methode kommt die Substanz unter die Zunge des Patienten.
Bei der *perkutanen* {index}` <perkutan>`
Verabreichung wird das Medikament auf die Haut aufgetragen und aufgenommen.