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                -   GABRIEL Sebastian
copyright:      Critical Care Club Austria — Verein zur Förderung der Versorgung kritisch Kranker und Verletzter (CCCA)
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:::{index} single: Nimbex™
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(Cisatracurium)=

# Cisatracurium


:::{sidebar} Achtung!

Angaben ohne Gewähr!
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Spezialitäten, Markennamen
:   Nimbex™; Cisatracurium-Generika

Cisatracurium ist ein *mittellang wirksames, nicht-depolarisierendes Muskelrelaxans* aus der Benzylisochinolin-Gruppe.
Die Elimination erfolgt überwiegend organunabhängig durch *Hofmann-Elimination*; daher besonders bei Nieren- und Leberinsuffizienz geeignet.

Wirkung
:   -   Kompetitive neuromuskuläre Blockade ohne Sedierung oder Analgesie
    -   Kaum Histaminfreisetzung im Vergleich zu Atracurium

Indikationen
:   -   Muskelrelaxation bei Allgemeinanästhesie und endotrachealer Intubation
    -   Muskelrelaxation bei mechanischer Beatmung auf der Intensivstation (Erwachsene)
    -   Insbesondere geeignet bei eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion

Kontraindikationen
:   -   Bekannte Überempfindlichkeit auch gegen Atracurium oder Benzolsulfonsäure
    -   Neuromuskuläre Erkrankungen (relativ)

Dosierung
:   Richtwerte, tatsächliche Dosierung abhängig von Muskelmasse
    -   *Intubation, Erwachsene*:
        0,150 mg / kg i.v. gemäß Nimbex-Fachinformation; 0,200 mg / kg i.v. als höhere Dosis mit kürzerer Anschlagzeit.
    -   *Repition*: 0,03 mg / kg für weitere 20 min Wirkung
    -   *Intubation, Kinder 1 Monat bis 12 Jahre*:
        0,150 mg / kg i.v.
    -   *Nieren- und Leberinsuffizienz*:
        Im Regelfall keine Dosisanpassung erforderlich; Anschlagzeit kann verändert sein.

Nebenwirkungen
:   -   Anaphylaktische Reaktionen, selten schwere Überempfindlichkeitsreaktionen
    -   Bradykardie, Hypotonie
    -   Residuelle neuromuskuläre Blockade

Pharmakodynamik
:   -   *Wirkmechanismus*:
        Kompetitiver Antagonismus an nikotinischen Acetylcholinrezeptoren der motorischen Endplatte.
    -   *Anschlagzeit*:
        Bei 0,150 mg / kg etwa 2—4 min; abhängig von Dosis und Anästhesieverfahren.
    -   *Wirkdauer*:
        Nach 0,150 mg / kg etwa 55 min bis zur 25%igen T1-Erholung.
        Höhere Dosen verlängern die Wirkdauer.

Pharmakokinetik
:   -   *Abbau*:
        Überwiegend temperatur- und pH-abhängige Hofmann-Elimination.
        Metaboliten werden renal und hepatisch ausgeschieden.
    -   *Nieren- und Leberinsuffizienz*:
        Neuromuskuläre Blockade weitgehend unabhängig von der Organfunktion; Metabolitenelimination kann verzögert sein.

Schwangerschaft und Stillperiode
:   -   *Schwangerschaft*:
        Risiko unbekannt
    -   *Stillperiode*:
        3 h Stillpause

Anwendungshinweise
:   -   Nur unter gesicherter Möglichkeit zur Beatmung und unter neuromuskulärem Monitoring (TOF).
    -   Ausreichende Sedierung und Analgesie sicherstellen; Cisatracurium hat keine hypnotische Wirkung.
    -   Nicht mit Propofol-Emulsion oder alkalischen Lösungen in derselben Spritze mischen.
    -   Lagerung: 2—8 °C, lichtgeschützt; nicht einfrieren.
    -   Reversierung einer neuromuskulären Restblockade mit *Cholinesterasehemmern* möglich (nicht Sugammadex).

Wechselwirkungen
:   -   Inhalationsanästhetika können die neuromuskuläre Blockade verstärken und verlängern.
    -   Andere neuromuskulär blockierende Arzneimittel und bestimmte Antibiotika können die Blockade verstärken.


