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status:         final
changes:
                -   2026-10-10: Fachliche und strukturelle Überarbeitung
maintainer:     GABRIEL Sebastian (interim)
authors:
                -   GABRIEL Sebastian
copyright:      Critical Care Club Austria — Verein zur Förderung der Versorgung kritisch Kranker und Verletzter (CCCA)
license:        Creative Commons Namensnennung-Share Alike 4.0 International <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/legalcode.de>
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:::{index} single: Clindamycin
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:::{index} single: single: Streptokokken; toxigene; Therapie
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:::{index} single: Antibiotikaassoziierte Kolitis; Clindamycin
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:::{index} single: Clostridioides difficile; Clindamycin
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:::{index} single: Lincosamide; Clindamycin
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(clindamycin)=

# Clindamycin


:::{sidebar} Achtung!

Angaben ohne Gewähr!
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Spezialitäten
:   -   Dalacin C™ (Kapseln)
    -   Clindamycin-MIP™ (Injektionslösung)

Beschreibung
:   Antibiotikum aus der Gruppe der Lincosamide.
    Clindamycin wirkt vorwiegend bakteriostatisch und wird systemisch oral oder parenteral angewendet.

Wirkung
:   -   Wirksamkeit gegen zahlreiche empfindliche grampositive aerobe Erreger und Anaerobier
    -   Hemmung der bakteriellen Proteinbiosynthese
    -   Hemmung der bakteriellen Toxinproduktion als klinisch relevanter Zusatznutzen bei ausgewählten toxinvermittelten Infektionen
    -   Keine zuverlässige Wirksamkeit gegen aerobe gramnegative Stäbchen

Indikationen
:   -   Schwere Haut- und Weichteilinfektionen durch empfindliche Erreger
    -   Knochen- und Gelenkinfektionen
    -   Infektionen durch empfindliche Anaerobier, bei polymikrobiellen Infektionen gegebenenfalls in Kombination mit weiteren Antibiotika
    -   Ausgewählte odontogene und gynäkologische Infektionen
    -   Ergänzende antitoxinwirksame Therapie bei invasiven Infektionen durch toxinbildende Streptokokken, zusätzlich zur erregerspezifischen Basistherapie

Kontraindikationen
:   -   Bekannte schwere Überempfindlichkeit gegen Clindamycin oder Lincomycin

Dosierung
:   -   *Erwachsene und Jugendliche über 14 Jahre, parenteral*:
        1.200–1.800 mg / Tag bei mäßig schweren Infektionen, auf 2–4 Einzelgaben verteilt
        2.400–2.700 mg / Tag bei schweren Infektionen, auf 2–4 Einzelgaben verteilt
        Maximale Tagesdosis 4.800 mg gemäß Produktinformation von Clindamycin-MIP™ 150 mg / mL
    -   *Kinder über 4 Wochen bis 14 Jahre, parenteral*:
        20–40 mg / kg / Tag in 3–4 Einzelgaben
    -   *Erwachsene und Jugendliche über 12 Jahre, oral*:
        600–1.800 mg / Tag in 2–4 Einzelgaben gemäß Fachinformation von Dalacin C™
    -   *Kinder über 1 Monat bis 12 Jahre, oral*:
        8–25 mg / kg / Tag in 3–4 Einzelgaben gemäß Fachinformation von Dalacin C™
    -   *Schwere Nieren- oder Leberfunktionsstörung*:
        Bei schwerer Einschränkung können Dosisreduktion oder Intervallverlängerung nach klinischem Verlauf und gegebenenfalls Serumkonzentrationen erforderlich sein

Nebenwirkungen
:   -   Diarrhö, Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen
    -   Antibiotikaassoziierte Kolitis bis zur pseudomembranösen Kolitis durch *Clostridioides difficile*
    -   Exanthem und andere Überempfindlichkeitsreaktionen bis zur Anaphylaxie
    -   Schwere kutane Arzneimittelreaktionen einschließlich DRESS, Stevens-Johnson-Syndrom und toxischer epidermaler Nekrolyse
    -   Erhöhung der Leberwerte und akute Nierenschädigung
    -   Neutropenie, Leukopenie und Thrombozytopenie
    -   Lokale Venenreizung bei parenteraler Gabe

Pharmakodynamik
:   Clindamycin bindet an die 50S-Untereinheit bakterieller Ribosomen und hemmt die Proteinbiosynthese.
    Der pharmakodynamische Wirksamkeitsparameter ist insbesondere die Zeit oberhalb der minimalen Hemmkonzentration.
    Eine induzierbare MLSB-Resistenz bei Staphylokokken muss mikrobiologisch berücksichtigt werden.

Pharmakokinetik
:   -   *Resorption*:
        Orale Bioverfügbarkeit etwa 90 %; Nahrungsaufnahme beeinflusst das Ausmaß der Resorption kaum
    -   *Verteilung*:
        Gute Gewebegängigkeit, aber unzureichende Liquorgängigkeit für eine Meningitistherapie
    -   *Metabolismus*:
        {index}`CYP3A4; Clindamycin`
        {index}`CYP3A5; Clindamycin`
        Überwiegend hepatisch, insbesondere über CYP3A4 und in geringerem Ausmaß CYP3A5
    -   *Eliminationshalbwertszeit*:
        Etwa 1,5–3,5 h, bei schwerer Leber- oder Nierenfunktionsstörung verlängert
    -   *Ausscheidung*:
        Überwiegend biliär und fäkal; ein kleinerer Anteil renal
    -   *Dialysierbarkeit*:
        Nicht in relevantem Ausmaß durch Hämodialyse entfernt

Schwangerschaft und Stillperiode
:   -   *Schwangerschaft*:
        Plazentagängig.
        Im zweiten und dritten Trimenon zeigte die klinische Erfahrung keine erhöhte Fehlbildungsrate; für das erste Trimenon sind die Daten begrenzter.
        Anwendung bei zwingender Indikation nach Nutzen-Risiko-Abwägung
    -   *Stillperiode*:
        Übergang in die Muttermilch.
        Stillen muss bei erforderlicher Therapie nicht grundsätzlich unterbrochen werden; beim Säugling auf Durchfall, Blut im Stuhl und Hautausschlag achten

Anwendungshinweise
:   -   *Intravenöse Gabe*:
        Nur verdünnt als Infusion, keine unverdünnte intravenöse Injektion
        Maximale Konzentration der Infusionslösung 12 mg / mL und maximale Infusionsgeschwindigkeit 30 mg / min gemäß Clindamycin-MIP™-Produktinformation
    -   *Intramuskuläre Gabe*:
        Höchstens 600 mg je Injektion gemäß Clindamycin-MIP™-Produktinformation
    -   Bei länger dauernder Therapie Leber- und Nierenfunktion kontrollieren
    -   Bei anhaltender oder schwerer Diarrhö Clindamycin absetzen und *C.-difficile*-Infektion abklären
    -   Bei Verdacht auf antibiotikaassoziierte Kolitis keine Peristaltikhemmer einsetzen
    -   Clindamycin nicht zur Meningitistherapie verwenden

Wechselwirkungen
:   -   *Neuromuskuläre Blocker*:
        Verstärkung der neuromuskulären Blockade möglich
    -   *Makrolide*:
        Möglicher pharmakodynamischer Antagonismus und Resistenzüberschneidungen
    -   *Vitamin-K-Antagonisten*:
        INR-Anstieg und Blutungen möglich; Gerinnung engmaschig kontrollieren
    -   *Starke CYP3A-Induktoren, beispielsweise Rifampicin*:
        Verminderte Clindamycinexposition und mögliche Wirksamkeitsminderung

:::{warning}
Eine *Clostridioides-difficile*-assoziierte Kolitis kann während der Therapie oder noch Wochen nach deren Ende auftreten und lebensbedrohlich verlaufen.
Bei schwerer oder anhaltender Diarrhö muss die laufende Behandlung unverzüglich überprüft werden.
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<!-- Quellenabgleich: Österreichische Fachinformation Dalacin C 150/300 mg, Stand Juli 2026: https://medikamente.basg.gv.at/documents/1-16138__DOTC_FACH_INFO.pdf ; Österreichische Gebrauchsinformation Clindamycin-MIP 150 mg/ml Injektionslösung (einschließlich Angaben für medizinisches Fachpersonal): https://medikamente.basg.gv.at/documents/1-24973__DOTC_GEBR_INFO.pdf -->
