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status:         final
changes:
                -   2026-10-10: Fachliche und strukturelle Überarbeitung anhand österreichischer Fachinformation
maintainer:     GABRIEL Sebastian (interim)
authors:
                -   GABRIEL Sebastian
copyright:      Critical Care Club Austria — Verein zur Förderung der Versorgung kritisch Kranker und Verletzter (CCCA)
license:        Creative Commons Namensnennung-Share Alike 4.0 International <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/legalcode.de>
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:::{index} single: Dobutamin
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(Dobutamin)=

# Dobutamin


:::{sidebar} Achtung!

Angaben ohne Gewähr!
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Spezialitäten, Markennamen
:   Dobutamin „Pharmaselect“™, Dobutamin-hameln™

Dobutamin ist ein kurzwirksames, intravenös verabreichtes Katecholamin mit überwiegend positiv inotroper Wirkung.
Es steigert das Schlagvolumen und das *Herzzeitvolumen* (*HZV*, *CO*), kann aber auch Herzfrequenz und myokardialen Sauerstoffverbrauch erhöhen.

Wirkung
:   -   Positive Inotropie und Lusitropie über β₁-Rezeptoren
    -   Variable positive Chronotropie und Dromotropie
    -   β₂-vermittelte Vasodilatation mit möglicher Abnahme des systemischen Gefäßwiderstands
    -   Geringe α₁-vermittelte Vasokonstriktion, insbesondere unter β-Rezeptorblockade

Indikationen
:   -   Akute kardiale Pumpfunktionsstörung mit niedrigem Herzzeitvolumen und klinischen Zeichen der Minderperfusion
    -   Kardiogener Schock mit vermindertem Herzzeitvolumen, gegebenenfalls in Kombination mit einem Vasopressor bei Hypotonie
    -   Kurzfristige inotrope Unterstützung bei kardialer Dekompensation oder nach kardiochirurgischen Eingriffen
    -   Dobutamin-Stressechokardiographie zur Ischämie- oder Vitalitätsdiagnostik unter entsprechenden Überwachungsbedingungen

Kontraindikationen
:   -   Mechanische Behinderung der Ventrikelfüllung oder des Ventrikelausflusses, insbesondere Perikardtamponade, konstriktive Perikarditis, hypertrophe obstruktive Kardiomyopathie oder schwere Aortenstenose
    -   Nicht beherrschbare Tachyarrhythmien
    -   Phäochromozytom
    -   Präparatespezifische Überempfindlichkeit gegen Sulfite bei sulfithaltigen Zubereitungen

    Für die diagnostische Stressechokardiographie gelten zusätzliche Kontraindikationen, unter anderem akutes Koronarsyndrom, relevante Rhythmusstörungen und Aortendissektion.

Dosierung
:   -   *Erwachsene, kontinuierliche intravenöse Infusion*:
        Beginn mit 0,0025 mg / kg / min, individuell nach hämodynamischer Wirkung titrieren
        Üblicher Bereich 0,0025–0,010 mg / kg / min
        In Einzelfällen bis 0,040 mg / kg / min
    -   *Kinder und Jugendliche*:
        In der österreichischen Fachinformation beschriebener Bereich 0,001–0,015 mg / kg / min
        Engmaschige individuelle Titration; Nebenwirkungen, insbesondere Tachykardien, bereits ab 0,0075 mg / kg / min gehäuft
    -   *Stressechokardiographie*:
        Eigenständiges diagnostisches Titrationsschema unter kontinuierlichem EKG- und Blutdruckmonitoring
        <!-- TODO: Dobutamin: Stressechokardiographie-Schema präparatespezifisch vereinheitlichen; österreichische Fachinformationen nennen unterschiedliche Stufenintervalle -->
    -   *Absetzen*:
        Infusionsrate schrittweise reduzieren

Nebenwirkungen
:   -   Tachykardie, supraventrikuläre und ventrikuläre Arrhythmien
    -   Myokardischämie, Angina pectoris und erhöhter myokardialer Sauerstoffbedarf
    -   Hypertonie oder Hypotonie
    -   Hypokaliämie
    -   Palpitationen, Kopfschmerzen, Tremor, Übelkeit
    -   Phlebitis an der Infusionsstelle, selten Gewebeschäden nach Paravasat
    -   Toleranzentwicklung bei längerer Infusionsdauer, insbesondere über 72 h

Pharmakodynamik
:   Die positiv inotrope Wirkung beruht vorwiegend auf der Aktivierung kardialer β₁-Adrenozeptoren.
    β₂- und α₁-Effekte beeinflussen den peripheren Gefäßwiderstand.
    Ein Anstieg der Herzfrequenz oder des arteriellen Blutdrucks kann den myokardialen Sauerstoffverbrauch deutlich erhöhen.

Pharmakokinetik
:   -   *Wirkungseintritt*:
        Innerhalb von 1–2 min
    -   *Steady State*:
        Nach etwa 10–12 min bei konstanter Infusionsrate
    -   *Eliminationshalbwertszeit*:
        Etwa 2–3 min
    -   *Metabolismus*:
        Überwiegend in Geweben und Leber durch Methylierung und Konjugation zu unter anderem inaktivem 3-O-Methyldobutamin
    -   *Ausscheidung*:
        Metaboliten überwiegend renal, in geringerem Umfang biliär

Schwangerschaft und Stillperiode
:   -   *Schwangerschaft*:
        Nur bei zwingender Indikation, wenn keine risikoärmere Behandlung zur Verfügung steht
    -   *Stillperiode*:
        Stillen während der Behandlung unterbrechen

Anwendungshinweise
:   -   Ausschließlich als kontinuierliche intravenöse Infusion mittels geeigneter Infusionspumpe verabreichen
    -   Vor Beginn einen relevanten Volumenmangel korrigieren
    -   Kontinuierliches EKG- und Blutdruckmonitoring sowie Überwachung von Diurese und Infusionsrate
    -   Wenn möglich zusätzlich Herzzeitvolumen und kardiale Füllungsdrücke beurteilen
    -   Serumkalium und gegebenenfalls Blutzucker kontrollieren
    -   Bei persistierender Hypotonie trotz ausreichender Füllung und Inotropie gegebenenfalls zusätzliche Vasopressortherapie, beispielsweise mit Noradrenalin
    -   Nicht mit Natriumhydrogencarbonat oder anderen alkalischen Lösungen mischen
    -   Licht- und Lagerungsbedingungen entsprechend der verwendeten Zubereitung beachten

Wechselwirkungen
:   -   *β-Rezeptorblocker*:
        Abschwächung der Inotropie; mögliches Überwiegen α-adrenerger Vasokonstriktion mit Blutdruckanstieg
    -   *α-Rezeptorblocker*:
        Verstärkte Vasodilatation und Tachykardie
    -   *MAO-Hemmer*:
        Gefahr ausgeprägter sympathomimetischer Reaktionen bis zu hypertensiven Krisen und Arrhythmien; gleichzeitige Anwendung vermeiden
    -   *Inhalationsanästhetika*:
        Erhöhtes Risiko ventrikulärer Arrhythmien bei bestimmten Wirkstoffen

:::{warning}
Bei vorbestehender koronarer Herzkrankheit kann eine ausgeprägte Tachykardie oder Blutdrucksteigerung eine Myokardischämie auslösen.
Dobutamin ist bei mechanischer Ausflussbehinderung keine geeignete Behandlung des verminderten Herzzeitvolumens.
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:::{seealso}
-   {ref}`Katecholamine`
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<!-- Fachliche Grundlage: Österreichische Fachinformation Dobutamin „Pharmaselect“ 250 mg, BASG Zulassungsnummer 1-21998, https://aspregister.basg.gv.at/document/servlet?action=show&type=DOTC_FACH_INFO&zulnr=1-21998 ; ergänzend Dobutamin-hameln 5 mg/ml, BASG https://medikamente.basg.gv.at/documents/137834__DOTC_FACH_INFO.pdf -->
