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status:         final
changes:
                -   2026-10-10: Fachliche und strukturelle Überarbeitung
                -   2026-10-11: Überarbeitung und Fact-Check (GABRIEL Sebastian)
maintainer:     GABRIEL Sebastian (interim)
authors:
                -   GABRIEL Sebastian
copyright:      Critical Care Club Austria — Verein zur Förderung der Versorgung kritisch Kranker und Verletzter (CCCA)
license:        Creative Commons Namensnennung-Share Alike 4.0 International <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/legalcode.de>
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:::{raw} latex
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:::{index} single: Dopamin
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:::{index} single: Katecholamine; Dopamin
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:::{index} single: Giludop
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(Dopamin)=

# Dopamin


:::{sidebar} Achtung!

Angaben ohne Gewähr!
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:::{epigraph}
Es gibt keine Nierendosis.

--- 🗎 Friedrich 2005
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Spezialitäten
:   -   Giludop™ 10 mg / mL Infusionskonzentrat (50 mg / 5 mL)
    -   Giludop™ 200 mg Infusionskonzentrat (200 mg / 10 mL)
    -   Giludop™ 250 mg Infusionslösung (250 mg / 50 mL)

Beschreibung
:   Endogenes Katecholamin mit dosisabhängigen dopaminergen und adrenergen Wirkungen.
    Die klinische Anwendung erfolgt als kontinuierliche intravenöse Infusion.

Wirkung
:   -   Steigerung von Kontraktilität, Schlagvolumen und *Herzzeitvolumen* (*HZV*, *CO*)
    -   Dosisabhängige Steigerung der Herzfrequenz und des arteriellen Blutdrucks
    -   Bei höheren Dosen periphere Vasokonstriktion und möglicher Rückgang der Nierenperfusion
    -   Keine gesicherte nephroprotektive Wirkung niedriger Dosierungen


Indikationen
:   Dopamin hat in der Behandlung des Kreislaufversagens heute nur noch einen sehr eingeschränkten Stellenwert.
    In der Regel sind {ref}`Noradrenalin <Noradrenalin>` (als Vasopressor) oder {ref}`Dobutamin <Dobutamin>` (als Inotropikum) vorzuziehen.
    -   Ausgeprägte symptomatische Bradykardie mit hämodynamischer Instabilität, insbesondere als überbrückende medikamentöse Maßnahme, wenn eine elektrische Stimulation nicht unmittelbar verfügbar oder wirksam ist.
    -   Kreislaufversagen mit Bradykardie und gleichzeitigem Bedarf an vasopressorischer und inotroper Unterstützung in sorgfältig ausgewählten Ausnahmefällen.

    Beim kardiogenen Schock wird Dopamin aufgrund des erhöhten Arrhythmierisikos und des in der SOAP-II-Studie beobachteten Mortalitätsnachteils gegenüber Noradrenalin nicht routinemäßig empfohlen({term}`🗎 De Backer 2010`).
    Auch beim septischen Schock ist Dopamin kein Vasopressor der ersten Wahl.

    Eine isolierte Oligurie oder ein akutes Nierenversagen ist keine Indikation zur sogenannten "renalen Niedrigdosistherapie" ("Es gibt keine Nierendosis": {term}`🗎 Bellomo 2000`, {term}`🗎 Friedrich 2005`, {term}`🗎 Chen 2013`).


Kontraindikationen
:   -   Phäochromozytom
    -   Tachyarrhythmien, insbesondere ventrikuläre Tachyarrhythmien
    -   Unkorrigierter relevanter Volumenmangel
    -   Mechanische Behinderung der Ventrikelfüllung oder des Ventrikelausflusses
    -   Hyperthyreose als relevante Risikokonstellation
    -   Sulfitüberempfindlichkeit bei sulfithaltigen Zubereitungen

Dosierung
:   -   *Erwachsene, kontinuierliche intravenöse Infusion*:
        Initial 0,002–0,005 mg / kg / min bei moderatem Unterstützungsbedarf.
        Bei schwerem Kreislaufversagen initial etwa 0,005 mg / kg / min.
        Nach Wirkung schrittweise titrieren, beispielsweise alle 15–30 min um 0,005–0,010 mg / kg / min.
        Die meisten Patienten sprechen auf Dosierungen bis 0,020 mg / kg / min an.
        In der Fachinformation sind bei schweren Verläufen auch 0,020–0,050 mg / kg / min und darüber beschrieben; hierbei erhöhtes Risiko ausgeprägter Vasokonstriktion und renaler Minderperfusion
    -   *Beendigung*:
        Infusionsrate schrittweise reduzieren, um einen abrupten Blutdruckabfall zu vermeiden

Nebenwirkungen
:   -   Tachykardie, supraventrikuläre und ventrikuläre Arrhythmien
    -   Myokardischämie und Angina pectoris
    -   Hypertonie oder Hypotonie
    -   Periphere Ischämie bis zu Nekrosen bei ausgeprägter Vasokonstriktion
    -   Gewebeschäden bei Paravasation
    -   Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen

Pharmakodynamik
:   -   *Dopaminerge Rezeptoren*:
        Stimulation von D₁-Rezeptoren mit Vasodilatation in bestimmten Gefäßgebieten, jedoch ohne nachgewiesenen klinischen Nierenschutz
    -   *β₁-Rezeptoren*:
        Positive Inotropie und Chronotropie
    -   *α₁-Rezeptoren*:
        Zunehmende Vasokonstriktion bei höheren Infusionsraten, insbesondere über 0,010 mg / kg / min

    Die Wirkungen überlagern sich und können nicht zuverlässig anhand fester Dosisgrenzen getrennt werden.

Pharmakokinetik
:   -   *Wirkungseintritt*:
        Innerhalb weniger Minuten nach Infusionsbeginn
    -   *Eliminationshalbwertszeit*:
        Etwa 2 min
    -   *Metabolismus*:
        Rascher Abbau durch Monoaminoxidase (MAO) und Catechol-O-Methyltransferase (COMT) in Geweben, Leber und Niere
    -   *Ausscheidung*:
        Überwiegend renal als inaktive Metaboliten

Schwangerschaft und Stillperiode
:   -   *Schwangerschaft*:
        Anwendung nur bei lebensbedrohlichen Zuständen, wenn der erwartete Nutzen die möglichen fetalen Risiken überwiegt
    -   *Stillperiode*:
        Während der Behandlung unterbrechen, da ein Übergang in die Muttermilch und ein Risiko für den Säugling nicht ausgeschlossen werden können

Anwendungshinweise
:   -   Hypovolämie vor Behandlungsbeginn nach Möglichkeit korrigieren
    -   Kontinuierliches EKG- und Blutdruckmonitoring sowie Kontrolle von Diurese, Perfusion und Elektrolyten
    -   Vorzugsweise zentralvenöse Infusion mit automatischer Infusionspumpe
    -   Bei peripherer Gabe Konzentration und Infusionsrate besonders begrenzen; Paravasation vermeiden
    -   Frische Verdünnung mit kompatibler Trägerlösung zubereiten
    -   Nicht mit alkalischen Lösungen, insbesondere Natriumhydrogencarbonat, mischen
    -   Bei steigender Dosis auf Tachyarrhythmien und periphere Ischämie achten

Wechselwirkungen
:   -   *MAO-Hemmer*:
        Erhebliche Wirkungsverstärkung; nach Anwendung innerhalb der letzten 2–3 Wochen initial nur ein Zehntel der üblichen Dosis verwenden
    -   *Andere Sympathomimetika*:
        Verstärkte adrenerge Wirkung und erhöhtes Arrhythmierisiko
    -   *β-Rezeptorblocker*:
        Abschwächung der β-adrenergen Wirkungen; mögliches Überwiegen der Vasokonstriktion
    -   *Bestimmte Inhalationsanästhetika*:
        Erhöhtes Risiko kardialer Rhythmusstörungen

:::{warning}
Eine sogenannte renale Dopamindosis verhindert kein akutes Nierenversagen und soll nicht zur Nierenprotektion eingesetzt werden.
Bei septischem Schock ist Noradrenalin in der Regel das bevorzugte Vasopressor-Medikament.
:::

:::{seealso}
-   {ref}`Katecholamine`
:::

<!-- Fachliche Quellen: BASG, Giludop 10 mg/ml, Gebrauchsinformation mit Dosierangaben für medizinisches Fachpersonal: https://medikamente.basg.gv.at/documents/15762__DOTC_GEBR_INFO.pdf ; BASG, Giludop 200 mg, Gebrauchsinformation: https://medikamente.basg.gv.at/documents/16797__DOTC_GEBR_INFO.pdf . Die Originalangabe „Nierenversagen“ als Indikation wurde wegen fehlender Evidenz für renoprotektives Dopamin nicht übernommen. -->
