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status:         final
changes:
                -   2026-10-10: Fachliche und strukturelle Überarbeitung, Abgleich mit österreichischer Fachinformation
maintainer:     GABRIEL Sebastian (interim)
authors:
                -   GABRIEL Sebastian
copyright:      Critical Care Club Austria — Verein zur Förderung der Versorgung kritisch Kranker und Verletzter (CCCA)
license:        Creative Commons Namensnennung-Share Alike 4.0 International <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/legalcode.de>
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:::{index} single: Furosemid
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:::{index} single: Schleifendiuretika; Furosemid
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:::{index} single: Ototoxizität; Furosemid
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(furosemid)=

# Furosemid


:::{sidebar} Achtung!

Angaben ohne Gewähr!
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Spezialitäten
:   -   Lasix™
    -   Furon™

Darreichungsformen
:   -   Furon™ 40 mg-Ampullen: 10 mg / mL, 4 mL
    -   Weitere orale und parenterale Präparate mit abweichenden Wirkstoffmengen

Beschreibung
:   Stark wirksames, rasch einsetzendes Schleifendiuretikum aus der Gruppe der Sulfonamidderivate.

Wirkung
:   -   Ausgeprägte Natriurese und Diurese
    -   Erhöhte Ausscheidung von Kalium, Chlorid, Calcium und Magnesium
    -   Reduktion von Ödemen und Volumenüberladung
    -   Senkung der kardialen Vorlast bei Herzinsuffizienz, zusätzlich durch einen frühen venodilatatorischen Effekt
    -   Blutdrucksenkung bei entsprechendem Volumen- und Natriumverlust

Indikationen
:   -   Kardiale Ödeme, insbesondere bei akuter oder chronischer Herzinsuffizienz
    -   Akutes kardiales Lungenödem bei Volumenüberladung
    -   Renale und hepatogene Ödeme
    -   Unterstützende Behandlung des nephrotischen Syndroms
    -   Ödeme nach Verbrennungen unter Berücksichtigung des intravasalen Volumenstatus
    -   Hypertensive Krise als Zusatztherapie bei entsprechender Indikation
    -   Ausgewählte weitere Indikationen, darunter Oligurie bei Schwangerschaftskomplikationen nach Ausgleich eines Volumenmangels und Hirnödem als unterstützende Maßnahme

Kontraindikationen
:   -   Anurie bei Nierenversagen ohne Ansprechen auf Furosemid
    -   Schwere Hypokaliämie oder Hyponatriämie
    -   Hypovolämie oder Dehydratation
    -   Hepatisches Präkoma oder Koma bei hepatischer Enzephalopathie
    -   Stillperiode gemäß österreichischer Fachinformation
    -   Klinisch relevante Überempfindlichkeit gegenüber Sulfonamiden beziehungsweise dem Präparat

Dosierung
:   -   *Erwachsene und Jugendliche über 15 Jahre, Ödeme*:
        Initial 20–40 mg i. v. langsam
        Bei unzureichender Wirkung Dosissteigerung um jeweils 20 mg in Abständen von 2 h
        Anschließend wirksame Einzeldosis üblicherweise 1–2-mal täglich
    -   *Akutes Lungenödem*:
        Initial 20–40 mg i. v. langsam
        Bei ausbleibender Diuresesteigerung Wiederholung nach 30–60 min, gegebenenfalls mit doppelter Dosis
    -   *Hypertensive Krise*:
        20–40 mg i. v. zusätzlich zu anderen therapeutischen Maßnahmen
    -   *Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren, parenteral*:
        Nur bei bedrohlichen Zuständen
        0,500 mg / kg i. v., ausnahmsweise 1,000 mg / kg
        Maximale Tagesdosis 20 mg
    -   *Infusionsgeschwindigkeit*:
        Maximal 4 mg / min i. v.
        Bei fortgeschrittener Niereninsuffizienz mit Serumkreatinin über 5 mg / dL maximal 2,500 mg / min

Nebenwirkungen
:   -   Hypovolämie, Dehydratation, Hypotonie bis zum Kreislaufkollaps
    -   Hypokaliämie, Hyponatriämie, Hypochlorämie, Hypomagnesiämie und metabolische Alkalose
    -   Prärenale Nierenfunktionsverschlechterung bei übermäßiger Diurese
    -   Hyperurikämie und Gichtanfälle
    -   Verminderte Glukosetoleranz und Hyperglykämie
    -   Ototoxizität mit Tinnitus oder Hörverlust, selten irreversibel
    -   Hämokonzentration mit erhöhtem Thromboserisiko
    -   Selten schwere Überempfindlichkeitsreaktionen und Blutbildveränderungen

Pharmakodynamik
:   Hemmung des Na⁺-K⁺-2Cl⁻-Kotransporters (NKCC2) im dicken aufsteigenden Teil der Henle-Schleife.
    Dadurch sinkt die tubuläre Rückresorption von Natrium, Kalium und Chlorid; die renale Ausscheidung von Wasser, Calcium und Magnesium steigt.
    Die erhöhte distale Natriumzufuhr fördert die Kaliumsekretion.
    Furosemid stimuliert dosisabhängig das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System.

Pharmakokinetik
:   -   *Wirkungseintritt nach intravenöser Gabe*:
        Innerhalb von 2–15 min
    -   *Plasmaproteinbindung*:
        Etwa 99 %
    -   *Verteilungsvolumen*:
        Etwa 0,200 L / kg
    -   *Metabolismus*:
        Nur geringgradig hepatisch, etwa 10 %
    -   *Ausscheidung*:
        Überwiegend unverändert; etwa zwei Drittel renal und ein Drittel biliär beziehungsweise über den Stuhl
    -   *Eliminationshalbwertszeit*:
        Bei normaler Nierenfunktion etwa 90 min
        Bei schwerer Niereninsuffizienz sowie bei Neugeborenen und Säuglingen deutlich verlängert

Schwangerschaft und Stillperiode
:   -   *Schwangerschaft*:
        Nur kurzfristig bei zwingender medizinischer Indikation
        Keine routinemäßige Behandlung schwangerschaftsbedingter Ödeme oder Hypertonie
        Bei erforderlicher Behandlung Kontrolle von Elektrolyten, Hämatokrit und fetalem Wachstum
    -   *Stillperiode*:
        Gemäß österreichischer Fachinformation kontraindiziert
        Furosemid geht in die Muttermilch über und kann die Milchbildung hemmen

Anwendungshinweise
:   -   Intravasalen Volumenmangel vor Therapiebeginn korrigieren
    -   Bilanzierung, Blutdruck, Diurese, Nierenfunktion, Elektrolyte und Säure-Basen-Status überwachen
    -   Freien Harnabfluss sicherstellen, insbesondere bei Obstruktionsrisiko
    -   Intravenös langsam verabreichen; bei höherem Bedarf kontinuierliche Infusion erwägen
    -   Parenterale Anwendung auf orale Therapie umstellen, sobald klinisch möglich
    -   Furon™-Injektionslösung nur mit geeigneter isotonischer Natriumchloridlösung verdünnen und nicht mit anderen Arzneimitteln in derselben Spritze mischen
    -   Saure Infusionslösungen vermeiden, da Furosemid ausfallen kann
    -   Bei Frühgeborenen auf Nephrokalzinose und persistierenden Ductus arteriosus achten

Wechselwirkungen
:   -   *Aminoglykoside, insbesondere Gentamicin*:
        Verstärkung der Ototoxizität bis zu möglicherweise irreversiblen Hörschäden
    -   *Weitere nephrotoxische Arzneimittel*:
        Erhöhtes Risiko einer Nierenschädigung
    -   *Nichtsteroidale Antirheumatika*:
        Abschwächung der diuretischen Wirkung und erhöhtes Risiko akuter Nierenschädigung bei Hypovolämie
    -   *ACE-Hemmer und Angiotensin-II-Rezeptorblocker*:
        Gefahr ausgeprägter Hypotonie und Verschlechterung der Nierenfunktion, insbesondere bei Therapiebeginn
    -   *Herzglykoside und QT-verlängernde Arzneimittel*:
        Erhöhtes Arrhythmierisiko bei Hypokaliämie oder Hypomagnesiämie
    -   *Glukokortikoide, Amphotericin B und Laxanzien*:
        Verstärkung des Kaliumverlustes
    -   *Lithium*:
        Erhöhte Lithiumtoxizität durch verminderte renale Elimination
    -   *Risperidon*:
        Erhöhte Mortalität bei älteren Patienten mit Demenz in klinischen Studien beschrieben
    -   *Anästhetika und neuromuskuläre Blocker*:
        Verstärkung von Hypotonie beziehungsweise neuromuskulärer Blockade möglich

:::{warning}
Bei rascher intravenöser Gabe, schwerer Niereninsuffizienz oder gleichzeitiger Anwendung ototoxischer Arzneimittel steigt das Risiko einer Hörschädigung.
Die intravenöse Injektionsgeschwindigkeit darf 4 mg / min nicht überschreiten; bei fortgeschrittener Niereninsuffizienz gelten niedrigere Grenzwerte.
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<!-- Quellenabgleich: Furon 40 mg – Ampullen, österreichische Fachinformation, Stand 07/2025, https://medikamente.basg.gv.at/documents/1-22596__DOTC_FACH_INFO.pdf ; Originalmonographie: batch-2/Furosemid.md -->
