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status:         final
changes:
                -   2026-10-10: Fachliche und strukturelle Neuerstellung; Abgleich mit österreichischer Fachinformation Theospirex-Ampullen
                -   2026-10-11: Überarbeitung und Fact-Check (GABRIEL Sebastian)
maintainer:     GABRIEL Sebastian (interim)
authors:
                -   GABRIEL Sebastian
copyright:      Critical Care Club Austria — Verein zur Förderung der Versorgung kritisch Kranker und Verletzter (CCCA)
license:        Creative Commons Namensnennung-Share Alike 4.0 International <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/legalcode.de>
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:::{index} single: Theophyllin
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:::{index} single: Methylxanthine; Theophyllin
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(Theophyllin)=

# Theophyllin


:::{sidebar} Achtung!

Angaben ohne Gewähr!
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Spezialitäten, Markennamen
:   Theospirex™-Ampullen, 200 mg / 10 mL (20 mg / mL).
    Orale Retardpräparate sind gesondert zu dosieren.


Beschreibung
:   Theophyllin ist ein bronchodilatatorisch wirksames Methylxanthin mit enger therapeutischer Breite und ausgeprägter interindividueller Variabilität der Clearance.
    Die parenterale Anwendung setzt engmaschige klinische Überwachung und möglichst therapeutisches Drug-Monitoring voraus.


Wirkung
:   -   Relaxation der glatten Bronchialmuskulatur
    -   Stimulation des Atemzentrums und Unterstützung der Zwerchfellkontraktilität
    -   Positive chronotrope und inotrope Effekte sowie leichte Diurese
    -   Zentralnervöse Stimulation


Indikationen
:   -   Akutbehandlung bronchokonstriktiver Atemnotzustände bei Asthma bronchiale und anderen obstruktiven Atemwegserkrankungen
    -   Sinusknotendysfunktion mit klinisch relevanter Bradykardie nach Herztransplantation, insbesondere zur vorübergehenden Frequenzsteigerung und gegebenenfalls zur Vermeidung einer permanenten Schrittmacherimplantation


Kontraindikationen
:   -   Überempfindlichkeit gegen Theophyllin, andere Xanthine oder Hilfsstoffe
    -   Akuter Myokardinfarkt
    -   Schock oder Kollaps
    -   Akute tachykarde Herzrhythmusstörungen
    -   Kinder unter sechs Monaten (Theospirex™-Ampullen)


Dosierung
:   Die nachstehenden Dosen beziehen sich auf wasserfreies Theophyllin und die intravenöse Anwendung der Theospirex™-Ampullen.
    Die Initialdosis wird vorzugsweise als Kurzinfusion über 20–30 min verabreicht.
    Bei Adipositas ist das Normalgewicht als Berechnungsgrundlage heranzuziehen.
    Die Dosierung muss nach Serumkonzentration, klinischem Ansprechen, Vortherapie und individueller Clearance angepasst werden.

    -   **Initialdosis ohne vorausgegangene Theophyllingabe:** 4–5 mg / kg über 20–30 min
    -   **Initialdosis bei Theophyllinvorbehandlung innerhalb von 12–24 h:** reduziert auf 2–2,5 mg / kg, abhängig von Vorbehandlung und Serumspiegel
    -   **Therapeutischer Serumzielbereich:** 8–12 mg / L; 20 mg / L nicht überschreiten

    Die folgende Erhaltungsdosierung gibt die präparatespezifischen Richtwerte wieder und ersetzt keine spiegelgesteuerte Anpassung.


:::{list-table} Theophyllin: Intravenöse Erhaltungsdosis nach österreichischer Fachinformation
:header-rows: 1
:widths: 40 30 30

*   -   Patientengruppe
    -   Erste 12 h (mg / kg / h)
    -   Ab Stunde 13 (mg / kg / h)
*   -   Erwachsene Nichtraucher
    -   0,55
    -   0,40
*   -   Erwachsene Raucher
    -   0,80
    -   0,64
*   -   Kinder 6 Monate bis unter 9 Jahre
    -   1,00
    -   0,80
*   -   Kinder ab 9 Jahren und Jugendliche
    -   0,80
    -   0,64
*   -   Herzinsuffizienz, Leberfunktionsstörung, akutes Lungenödem, Cor pulmonale, akute fieberhafte Erkrankungen und häufig ältere Patienten
    -   0,50
    -   0,25
*   -   Schwere Leberfunktionsstörung oder obstruktive Kardiomyopathie
    -   0,40
    -   0,09–0,16
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Nebenwirkungen
:   -   Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö, gastroösophagealer Reflux
    -   Unruhe, Schlafstörungen, Tremor, Kopfschmerzen, Krampfanfälle
    -   Tachykardie, Extrasystolen und ventrikuläre Arrhythmien
    -   Hypokaliämie, Hyperglykämie und vermehrte Diurese
    -   Hypotonie, insbesondere bei zu rascher intravenöser Gabe
    -   Selten Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich Anaphylaxie


Pharmakodynamik
:   Die Bronchodilatation beruht unter anderem auf Adenosinrezeptor-Antagonismus und Phosphodiesterasehemmung; die klinische Bedeutung einzelner Mechanismen ist konzentrationsabhängig und nicht vollständig geklärt.
    Bereits geringe Dosiserhöhungen können wegen sättigbarer Clearance überproportionale Serumspiegelanstiege verursachen.


Pharmakokinetik
:   Die Plasmaproteinbindung beträgt im therapeutischen Bereich ungefähr 60 %.
    Theophyllin passiert die Blut-Hirn-Schranke und Plazenta und verteilt sich kaum in Fettgewebe.
    Die Elimination erfolgt überwiegend durch hepatischen Metabolismus, unter Beteiligung von {index}`CYP1A2; Theophyllin`CYP1A2.
    Die Halbwertszeit beträgt bei erwachsenen Nichtrauchern im Mittel 7–9 h, bei Rauchern 4–5 h und bei Kindern ab etwa sechs Monaten 3–5 h; bei schweren Begleiterkrankungen kann sie über 24 h liegen.
    Bei höhergradiger Niereninsuffizienz können Metaboliten kumulieren.


Schwangerschaft und Stillperiode
:   Im ersten Trimenon soll die Anwendung mangels ausreichender Erfahrung vermieden werden.
    Im zweiten und dritten Trimenon ist eine strenge Nutzen-Risiko-Abwägung erforderlich.
    Theophyllin passiert die Plazenta; gegen Ende der Schwangerschaft sind Wehenhemmung und Wirkungen beim Neugeborenen möglich.
    Theophyllin geht in die Muttermilch über.
    Die Dosis ist während der Stillzeit möglichst niedrig zu halten, das Stillen möglichst unmittelbar vor der Arzneimittelgabe vorzunehmen und der Säugling zu überwachen; bei erforderlichen hohen therapeutischen Dosen ist laut Fachinformation abzustillen.


Anwendungshinweise
:   :::{danger} Zu rasche intravenöse Gabe
    Die intravenöse Injektion ist Notfällen vorbehalten und muss über mindestens 10 min erfolgen.
    Eine Rate von 25 mg / min darf nicht überschritten werden.
    Nach zu rascher Injektion wurden Todesfälle beschrieben.
    Eine Kurzinfusion über 20–30 min ist vorzuziehen.
    :::

    Vor der Initialdosis muss eine vorausgegangene Einnahme von Theophyllin oder anderen Methylxanthinen, einschließlich Retardpräparaten, erfragt werden.
    Serumspiegel, EKG, Herzfrequenz, Blutdruck und Elektrolyte sind entsprechend dem klinischen Risiko zu kontrollieren.
    Bei Fieber, Leber- oder Herzinsuffizienz, höherem Lebensalter und nach Rauchstopp kann die Clearance deutlich sinken.
    Bei Intoxikation sind schwere Arrhythmien und Krampfanfälle möglich; wiederholte Aktivkohlegabe und bei schweren Verläufen extrakorporale Elimination sind zu erwägen.


Wechselwirkungen
:   -   **Spiegelerhöhung:** insbesondere Ciprofloxacin, Enoxacin, Makrolide wie Erythromycin und Clarithromycin, Fluvoxamin, Cimetidin und weitere CYP1A2-hemmende Substanzen
    -   **Spiegelsenkung:** Rauchen, Rifampicin, Carbamazepin, Phenytoin, Barbiturate und Johanniskraut
    -   **Additive Effekte:** β₂-Sympathomimetika, Koffein und andere Methylxanthine verstärken sympathomimetische beziehungsweise stimulierende Wirkungen
    -   **Wirkungsabschwächung anderer Arzneimittel:** unter anderem Adenosin, Benzodiazepine und Lithium
    -   **Krampfrisiko:** erhöht bei Kombination mit Bupropion und einzelnen Antibiotika
    -   **Anästhesie:** Halothan kann das Risiko schwerer Herzrhythmusstörungen erhöhen


<!-- Quelle: BASG, Fachinformation Theospirex-Ampullen, https://medikamente.basg.gv.at/documents/1-18867__DOTC_FACH_INFO.pdf ; geprüft am 2026-10-10. Die ursprüngliche Quelldatei batch-2/Theophyllin.md enthielt ausschließlich die Überschrift. -->
