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                -   2026-10-10: Anpassung an einheitliche Struktur, inhaltliche Überarbeitung, Aktualisierung und Abgleich mit der Fachinformation (GABRIEL Sebastian)
maintainer:     GABRIEL Sebastian (interim)
authors:
                -   GABRIEL Sebastian
copyright:      Critical Care Club Austria — Verein zur Förderung der Versorgung kritisch Kranker und Verletzter (CCCA)
license:        Creative Commons Namensnennung-Share Alike 4.0 International <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/legalcode.de>
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:::{index} single: Piritramid
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:::{index} single: Dipidolor
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(piritramid)=

# Piritramid


:::{sidebar} Achtung!

Angaben ohne Gewähr!
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Spezialitäten, Markennamen
:   Dipidolor® 7,5 mg / ml Injektionslösung; Piritramid-hameln 7,5 mg / ml.

Piritramid ist ein stark wirksames Opioidanalgetikum mit vergleichsweise langer Wirkdauer mit relativer Potenz von 0,7.

Wirkung
:   -   Analgesie bei starken und stärksten Schmerzen.
    -   Sedierende und antitussive Wirkung.

Indikationen
:   -   Starke und stärkste Schmerzen, insbesondere postoperative, traumatische und tumorbedingte Schmerzen.

Kontraindikationen
:   -   Komatöse Zustände.
    -   Zustände, bei denen eine Atemdepression unbedingt vermieden werden muss, insbesondere schwere Atemstörungen.
    -   Akute hepatische Porphyrie.
    -   Säuglinge (gemäß Dipidolor-Fachinformation).
    -   Gleichzeitige Anwendung von MAO-Hemmern bzw. zeitlicher Mindestabstand gemäß Fachinformation prüfen.

Dosierung
:   -   *Erwachsene, i.v.*:
        7,5–22,5 mg langsam i.v. (maximal 10 mg / min), wenn ein besonders rascher Wirkungseintritt erforderlich ist.
    -   *Erwachsene, i.m. oder s.c.*:
        15 mg; gegebenenfalls dieselbe Dosis innerhalb von 30 min nachinjizieren (Dipidolor-Fachinformation).
    -   *Kinder und Jugendliche, i.v.*:
        0,050–0,100 mg / kg langsam i.v.
    -   *Kinder und Jugendliche, i.m. oder s.c.*:
        0,050–0,200 mg / kg.
    -   *Wiederholung*:
        Bei erneut auftretenden Schmerzen in der Regel nach 6–8 h; Dosissteigerungen wegen Kumulations- und Atemdepressionsrisiko vorsichtig vornehmen.
    -   *Dosisreduktion*:
        Bei älteren, kachektischen oder geschwächten Patienten sowie bei eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion die Anfangsdosis reduzieren.

Nebenwirkungen
:   -   Atemdepression bis Atemstillstand, Sedierung und Bewusstseinsstörung.
    -   Übelkeit, Erbrechen, Obstipation.
    -   Hypotonie, Schwindel.
    -   Harnverhalt, Pruritus.
    -   Toleranzentwicklung und Abhängigkeit bei wiederholter Anwendung.

Pharmakodynamik
:   -   Agonist am μ-Opioidrezeptor.
    -   *Wirkungseintritt*:
        I.v. etwa 1–2 min; i.m./s.c. etwa 10–15 min.
    -   *Wirkdauer*:
        Etwa 5–8 h.

Pharmakokinetik
:   -   *Proteinbindung*:
        Etwa 95 %.
    -   *Metabolismus*:
        Hepatisch, überwiegend über CYP3A4.
    -   *Eliminationshalbwertszeit*:
        Etwa 4–10 h; nach längerer Anwendung deutlich verlängert (bis etwa 17 h beschrieben).
    -   *Kumulation*:
        Bei wiederholter Gabe möglich, insbesondere bei reduzierter Clearance.

Schwangerschaft und Stillperiode
:   -   *Schwangerschaft*:
        Nur bei zwingender Indikation; Risiko einer neonatalen Atemdepression bei geburtsnaher Anwendung.
    -   *Stillperiode*:
        Anwendung und gegebenenfalls erforderliche Stillpause anhand der aktuellen präparatespezifischen Fachinformation beurteilen.

Wechselwirkungen
:   -   Benzodiazepine, andere Sedativa, Alkohol und weitere zentral dämpfende Arzneimittel: verstärkte Sedierung und Atemdepression.
    -   CYP3A4-Hemmer: erhöhte Piritramidexposition und verlängerte Wirkung möglich.
    -   MAO-Hemmer: Kombination vermeiden; Vorgaben der Fachinformation beachten.

Anwendungshinweise
:   -   Nach parenteraler Gabe Atemfrequenz, Oxygenierung, Sedierungstiefe und Kreislauf überwachen.
    -   Möglichkeit zur Atemwegssicherung, Beatmung und Opioidantagonisierung sicherstellen.
    -   *Antagonist*: {ref}`Naloxon <naloxon>`; aufgrund kürzerer Antagonistenwirkung auf erneute Atemdepression achten.

:::{warning} Verzögerte Atemdepression
Bei wiederholter Gabe und bei CYP3A4-Hemmung besteht ein erhöhtes Kumulationsrisiko.
Auch nach zunächst ausreichender Analgesie ist eine verzögerte Atemdepression möglich.
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:::{todo} Redaktionelle Prüfpunkte
-   Die Originalfassung nennt Dosierungen in ml ohne Konzentrationsangabe.
    Für Dipidolor 7,5 mg / ml entsprechen 1–2 ml i.v. 7,5–15 mg und 2–4 ml i.m. 15–30 mg.
    Die hier angegebene i.m.-Einzeldosis von 15 mg entspricht der aktuellen Dipidolor-Fachinformation; Piritramid-hameln nennt 15–30 mg.
-   Die Originalabkürzungen „KK“ und „SK“ sind nicht eindeutig erläutert.
    Stattdessen wurden die altersabhängigen Dosierungen der Fachinformation nach Applikationsweg übernommen.
-   Die aktuelle Dipidolor-Fachinformation ist hinsichtlich der vollständigen Gegenanzeigen, insbesondere MAO-Hemmern, sowie Schwangerschaft und Stillperiode vor Freigabe im Volltext nochmals zu prüfen.
-   Pädiatrische Altersgrenzen sind präparatespezifisch zu prüfen; für Neugeborene und Säuglinge besteht ein erhöhtes Risiko durch verminderte Clearance.
-   Quellen: Österreichische Fachinformation Dipidolor 7,5 mg / ml, https://aspregister.basg.gv.at/document/servlet?action=show&type=DOTC_FACH_INFO&zulnr=15315 ; ergänzend österreichische Piritramid-hameln-Fachinformation.
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