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status: final
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# Sinnesorgane

(auge)=

## Auge

(allgemeine-anatomie-8)=

### Allgemeine Anatomie

Das Auge als Sehorgan ist ein spezialisiertes Sinnesorgan, das sensibel auf Lichtreize reagiert.
Es besteht im Allgemeinen aus dem *Augapfel* mit dem *Sehnerv*
(eigentliches Sinnesorgan) sowie den *Hilfseinrichtungen* (Augenlidern, Tränenapparat, äußere Augenmuskeln).

### Bulbus oculi (Augapfel)

:::{margin} Das Auge
- Schichten des Auges:

  - **Sklera** (*Lederhaut*): Die Lederhaut ist eine derbe
    Bindegewebsschicht. Sie ist zusammen mit dem Glaskörper
    verantwortlich für die Formgebung des Auges.
  - Aderhaut (Choroidea):
    Hier verlaufen alle Blutgefäße des Auges.
  - **Retina** (*Netzhaut*)
    In der Netzhaut befinden sich
    die Sinneszellen des Auges:
    Stäbchen für das Schwarz-Weiß- bzw.
    Dämmerungs-Sehen und Zapfen für das Farb-Sehen.

- Lichtstrahl von vorne nach hinten:

  - **Cornea** (*Hornhaut*): Die Hornhaut ist eine
    durchsichtige Schicht von Bindegewebe.
  - Vorderkammer
  - Pupille, begrenzt von Iris
  - Linse → Scharfstellen
  - Glaskörper
  - Netzhaut
  - Sehnerv → Sehzentrum im Gehirn

- Bewegung des Auges durch Augenmuskeln

- Schutzapparat des Auges:

  - Tränendrüse und Bindehaut (Konjunktiva)
  - Lider
:::

Der Bulbus befindet sich in der *Augenhöhle* und hat eine annähernde Kugelform.

Von außen nach innen hat der Bulbus oculi drei Schichten:

- äußere Augenhaut (*Tunica fibrosa bulbi*):

  - Sclera (Lederhaut) - sie setzt sich als Dura entlang des N.
    opticus fort.
  - Cornea (Hornhaut): Fortsetzung der Sclera in der vorderen
    Augenhälfte
  - Conjunctiva (Bindehaut)

- mittlere Augenhaut, Uvea (*Tunica vasculosa bulbi*):

  - Choroidea (Aderhaut)
  - Iris (Regenbogenhaut)
    Die Iris ist der verschiedenfärbige (blau, braun, grün) Bereich rund um die Pupille.
    Sie ist eine dünne Haut mit einer eigenen Muskulatur – vegetativ
    gesteuert – und sorgt dafür, dass bei Bedarf die Pupille vergrößert
    bzw. verkleinert wird.
  - Corpus ciliare (Ziliarkörper)

- innere Augenhaut (*Tunica interna bulbi*):

  - Retina (Netzhaut)
  - Stratum nervosum (Sinneszellen)
  - Stratum pigmentosum (Pigmentepithel)

Somit bilden sich innerhalb des Auges *3 Räume*:

- vordere Augenkammer
- hintere Augenkammer
- Augeninneres

Die beiden Kammern sind mit *Kammerwasser* gefüllt. Im *Kammerwinkel*
(gebildet von Cornea und Iris), über den sich dort befindenden *Schlemm-Kanal* (Sinus venosus sclerae), kann das Kammerwasser abfließen und so der *Augeninnendruck* reguliert werden. Im Inneren des Auges sollte ein konstanter Druck von *16-25 mm Hg* herrschen. Er ist hauptsächlich abhängig von der Produktion von Kammerwasser.

Der *optische Apparat* ist aus folgenden Teilen aufgebaut:

- vordere Augenkammer
- hintere Augenkammer
- Lens (Linse)
- Corpus ciliare (Ziliarkörper) mit Zonulafasern
- Iris (Regenbogenhaut) mit der Pupille
- Cornea (Hornhaut)
- Corpus vitreum (Glaskörper)

Die *Akkomodation* beschreibt die Veränderung des Linsendurchmessers und damit die Veränderung ihrer Brechkraft. Dies passiert über die *Ziliarmuskeln* und den *Zonulafasern*.

:::{list-table}

* - kontrahiert
  - schlaff
  - gewölbt
  - nimmt zu
  - Nähe
* - erschlafft
  - straff
  - abgeflacht
  - nimmt ab
  - Ferne
:::


Über *M. sphincter pupillae* und *M. dilatator pupillae* wird die Iris bewegt. Verengung (*Miosis*, bis zu 1,5 mm) wird parasympathisch, Erweiterung (*Mydriasis*, bis zu 8 mm) wird sympathisch vermittelt.

*Innere Augenmuskeln*:

- Mm. ciliares
- 13. sphincter pupillae
- 13. dilatator pupillae

Wenn man einem Lichtstrahl folgt, der in das Auge einfällt, muss dieser zuerst die Hornhaut durchdringen, darauf folgt die Vorderkammer
(der Bereich zwischen Hornhaut und Iris).
Nun durchdringt er die *Linse*, sie bündelt das Licht und sorgt dafür, dass wir scharf sehen können.
Die Linse hat einen eigenen Aufhängungsapparat, der sie schmäler (für die Fernsicht) und breiter (für die Nahsicht) machen kann.
Nach der Linse folgt der *Glaskörper*.
Er hat eine gallertartige Konsistenz und verflüssigt sich mit dem Alter.
Zusammen mit der Lederhaut bestimmt er die pralle Form des Auges.

Nun landet der Lichtstrahl auf der **Retina** (*Netzhaut*).
Die lichtempfindlichen Zellen liegen auf der Netzhaut des Auges und werden nach einer Passage durch die lichtbrechenden Strukturen des Augapfels erreicht.

Die Retina wird in den *lichtempfindlichen*, hinteren Teil (Pars optica retinae) und den *lichtunempfindlichen*, vorderen Teil (Pars caeca retinae) unterteilt. Die *Ora serata* (gezackte Linie) bildet zwischen diesen Teilen die Grenze. Man kann die Mündungsstelle des N. opticus
(Papilla n. optici, *blinder Fleck*), sowie die Macula lutea mit der Fovea centralis (*gelber Fleck*) am Augenhintergrund erkennen.

Die Pars optica besteht aus mehreren Schichten. Das *Stratum nervosum*
(lichtempfindlich) unter dem *Stratum pigmentosum* (lichtunempfindlich)
enthält die ersten drei Neurone der Sehbahn. Von außen nach innen:

- Neuron: Photorezeptoren (Stratum neuroepitheliale): Stäbchen und
  Zapfen
- Neuron: bipolare Retinaganglienzellen (Stratum ganglionare retinae)
- Neuron: Optikusganglienzellen (Stratum ganglionare nervi optici)

Durch die Reihenfolge des Lichtweges ist die Schichtung (insg. 10)
invers!

Die Informationen der Sinneszellen (Stäbchen und Zapfen) werden im Sehnerv gesammelt und an das Sehzentrum im Gehirn weitergeleitet.

Sehbahn:

Photorezeptoren → Retinaganglienzellen → Opticusganglienzellen → N.
opticus → Chiasma opticum (Kreuzung der nasalen Netzhauthälften) →
Tractus opticus → Corpus geniculatum laterale gSehstrahlung → Sulcus calcarinus (Lobus occipitalis).

Das jeweils *linke Gesichtsfeld* wird in die *rechten Hemisphäre* projiziert, das jeweils r*echte Gesichtsfeld* in die *linke Hemisphäre*.

### Hilfseinrichtungen

Die Hilfseinrichtungen des Auges umfassen:

- *Augenlider*: begrenzen die Lidspalte, verstärkt durch Tarsus
  (Bindegewebsplatte), Talgdrüsen eingelagert (Meibom-, Zeis-Drüsen),
  Augenwimpern, Innen von Conjunctiva ausgekleidet. Bewegung der Lider
  durch M. levator palpebrae superioris (III) und der M. orbicularis
  oculi (VII)
- *Tränenapparat*: → Glandula lacrimalis und ableitende Tränenwege
  (Punctum lacrimale, Canaliculus lacrimale, Sacculus lacrimalis,
  Ductus nasolacrimalis)
- *äußere Augenmuskeln*[^aeussereaugenmuskeln]

[^aeussereaugenmuskeln]: äußere Augenmuskeln:

    :::{hlist}
    - gerade Augenmuskeln

      - M. rectus superior (III):
        Ursprung am Anulus tendineus im Bereich des Canalis opticus
      - M. rectus inferior (III):
        Ursprung am Anulus tendineus im Bereich des Canalis opticus
      - M. rectus lateralis (VI):
        Ursprung am Anulus tendineus im Bereich des Canalis opticus
      - M. rectus medialis (III):
        Ursprung am Anulus tendineus im Bereich des Canalis opticus

    - schräge Augenmuskeln

      - M. obliquus superior (IV):
        Ursprung am Anulus tendineus im
        Bereich des Canalis opticus, besitz am medialen oberen
        Orbitarand eine Trochlea, die als Umlenkpunkt (Hypomochlion)
        für die Sehne dient.
      - 13. obliquus inferior (III): Ursprung am Orbitarand
    :::

Diese Augenmuskeln bewegen die Augen und sorgen für folgende *Bewegungen*:

- konjugierte Augenbewegungen
- Vergenzbewegungen
- Torsionsbewegungen
- Fixationsperioden: 0,2-0,6 s Dauer
- Sakkaden bis zu 90° und über 500°/s
- Augenfolgebewegungen bis zu 100°/s
- Folge von Fixationsperioden und Sakkaden beim Lesen
- Steuerung der Sakkaden beim visuellen Abtasten von Objekten durch
  Konturen und besonders wichtige Anteile des Objektes

### Hirnphysiologie des Sehens

Visuelle und visomotorische Areale bilden 60 % der Hirnoberfläche -
hauptsächlich im parietalen und inferotemporalen Kortex gelegen.
Visuelle Funktionen werden in Untergruppen verteilt und parallel in *unterschiedlichen Hirnarealen* verarbeitet:

- Raum- und Bewegungsanalyse
- Repräsentation des extrapersonalen Raumes → Parietallappen
- Bewegungswahrnehmung → okzipito-parietale Hirnrinde
- Objekterkennung → inferiorer Temporallappen, okzipito-temporales
  Übergangsgebiet
- Gesichtserkennung → inferiorer Temporallappen
- Zuordnung visueller Zeichen → Gyrus angularis
- alphabetische Schrifterkennung → Gyrus angularis links
- ideographische Schrifterkennung → Gyrus angularis rechts
- Farbwahrnehmung → Gyrus angularis
- emotionale Komponenten → limbisches System

(ohr)=

## Ohr

(allgemeine-anatomie-9)=

### Allgemeine Anatomie und Überblick

:::{margin} Das Ohr
- Gliederung des Ohres:

  - Außenohr: Ohrmuschel und äußerer Gehörgang
  - Mittelohr: Trommelfell, Hammer, Amboß, Steigbügel
  - Innenohr: Schnecke, Gleichgewichtsorgan
:::

Das Ohr wird in *zwei Sinnesorgane* unterteilt:
eines für das Gehör, das zweite für das Gleichgewicht.
Beide Organe liegen im Innenohr (Pars petrosa des Os temporale).

Zur *Sammlung der Schallwellen* für das Gehör sind Außenohr und Mittelohr dem Innenohr vorgeschaltet.

- Töne → Sinusschwingungen aus einer einzigen Frequenz
- Klänge → Grundton und mehrere Obertöne
- Geräusch → Schallereignis des täglichen Lebens, umfassen in
  wechselndem Ausmaß praktisch alle Frequenzen des Hörbereichs

Eine *Frequenzzunahme* führt zur Zunahme der Tonhöhenempfindung. Eine Zunahme des Schalldrucks (dB) führt zu einer Zunahme der Lautstärkeempfindung.

:::{subfigure} AB
:subcaptions: below
:name: Figure-BilderserieOhr
:class-grid: outline
:gap: 20px

Bilderserie: Das Ohr [© Lena Hirtler, {term}`ℓ MfG`]

![Das Ohr im Querschnitt. Man sieht den äußeren Gehörgang, das Trommelfell, die Gehörknöchelchen, die Schnecke und die Bogengänge.](../../../Submodules/3134-medical-picture-collection/Hirtler-Lena/Ohr.\*)

![Das Mittelohr: Im Detail sind hier das Trommelfell, sowie die Gehörknöchelchen Hammer, Amboss und Steigbügel zu sehen.](../../../Submodules/3134-medical-picture-collection/Hirtler-Lena/Mittelohr.\*)
:::


### Gehörorgan

Das Gehörorgan ist in 3 Anteile gegliedert:

- *Außenohr*: hierzu gehört die Auricula (Ohrmuschel), der Meatus
  acusticus externus (äußerer Gehörgang, ca. 3 cm) und die **Trommelfell** (Membrana tympani, ca. 1 cm)
- *Mittelohr*: zum Mittelohr gehören das Cavum tympani (Paukenhöhle)
  mit den Gehörknöchelchen
  (Malleolus / Hammer, Incus / Amboss, Stapes / Steigbügel), die Tuba auditiva (Ohrtrompete) sowie
  Schleimhaut-ausgekleidete Hohlräume im Prozessus mastoideus; zwei
  Muskeln des Mittelohrs können Einfluss auf die Geräuschübertragung
  nehmen - M. tensor tympani, M. stapedius
- *Innenohr*: → knöchernes Labyrinth, mit Perilymphe gefüllt. Das
  häutige Labyrinth mit den Organen für Hören und Gleichgewicht ist
  eingelagert, mit Endolymphe gefüllt.





### Cochlea (Schnecke)

Die Cochlea besteht aus 3 getrennte Räumen:

- Ductus cochlearis (mittlerer Schneckengang)
- Scala vestibuli (darüberliegende Vorhoftreppe)
- Scala tympani (darunterliegende Paukentreppe)

Beide Scalae gehen an der Spitze (*Helicotrema*) in einander über, enden an Fenestra cochleae (rundem Fenster) und Fenestra vestibuli (ovalem Fenster). Die Schneckenspindel wird Modiolus genannt. Grenze des Ductus cochlearis nach oben ist die *REISSNER-Membran*, nach unten die Lamina basilaris (*Basalmembran*). Auf Basalmembran liegt das Corti-Organ mit den Hörsinneszellen. Hohe Töne werden an der Schneckenbasis, tiefe Töne an der Schneckenspitze gehört.

Schwingungen erregen die Sinneszellen über die mit der Membrana tectoria verbundenen *Sinneshaare*. Die *Frequenz nimmt zur Schneckenspitze hin ab* (Basilarmembran an Basis schmal, zur Schneckenspitze breiter), daher werden höhere Töne an Schneckenbasis, tiefe Töne an Schneckenspitze wahrgenommen. Der Hörbereich des Menschen liegt *zwischen 20 und 16.000 Hz*, wir sind am empfindlichsten *zwischen 2.000 und 5.000* Hz. Jedoch ist nicht nur die Frequenz, sondern auch der Schalldruckpegel wichtig
(Db, Lautstärke).

Frequenzabhängig liegt die normale Hörschwelle ca. bei 8 dB, der Hauptsprachbereich liegt zwischen 50 und 75 dB, die Unbehaglichkeitsschwelle liegt bei 100 dB und die Schmerzschwelle bei 130 dB.

Hörbahn

Haarzellen (Hörsinneszellen) → Ganglion spirale cochleae → N. cochlearis
→ N. vestibularis → als N. vestibulocochlearis (VIII) → Hirnstamm →
Corpus geniculatum mediale → Gyri temporales transversi

Man kann zwei Formen der *Schwerhörigkeit* unterscheiden:

- Typ 1: Mittelohr- bzw. Leitungsschwerhörigkeit.
- Typ 2: Innenohrschwerhörigkeit.

### Gleichgewichtsorgan

Zum Gleichgewichtsorgan gehören:

- *3 Bogengänge* (Ductus semicircularis), nach den Raumebenen
  ausgerichtet mit Erweiterungen (Ampullae), in denen sich
  Sinnesleisten (Cristae ampullares) mit Sinneszellen befinden.
- *Utriculus* (großes Vorhofsäckchen) mit Macula utriculi (Sinnesfeld)
- *Sacculus* (kleines Vorhofsäcken) mit Macula sacculi (Sinnesfeld)

Die Macula utriculi ist *horizontal* ausgerichtet und ist damit für Horizontalbeschleunigungen zuständig. Die Macula sacculi ist *vertikal* ausgerichtet und bemerkt Vertikalbeschleunigungen. In den Maculae sind Kristalle (Statolithen) eingelagtert.

Die Cristae ampullares registrieren vor allem *Drehbeschleunigungen*.

Gleichgewichtsbahn

Sinneszellen → N. vestibularis → N. vestibulocochlearis → Nuclei vestibulares → Kleinhirn, Kerne der äußeren Augenmuskelnerven, Rückenmark

```{index} single: Haut
```
```{index} single: Derma
```

(haut)=

## Haut

*Term.* *Derma*

(allgemeine-anatomie-10)=

### Allgemeine Anatomie

Die Haut ist das größte Sinnesorgan sowie die größte Barriere des menschlichen Körpers gegen die Außenwelt.
Die Hautdecke eines Menschen beträgt ca. 1,7 Quadratmeter.

Die *Hautfarbe* wird durch die Einlagerung von *Melanin* und *Karotin* sowie durch oxygeniertes und desoxygeniertes *Blut* in den Blutgefäßen beeinflusst. Basierend auf äußeren Merkmalen kann man die Haut in eine *Leistenhaut* (an Hand- und Fußflächen) und eine *Felderhaut*
(restlicher Körper) unterteilen.

:::{margin} Aufgaben der Haut
- Schutz vor äußeren Einflüssen

- Schutz vor Wasserverlust/Austrocknung

- Temperaturregulation

  - Isolation

  - Wärmeabgabe

    - Erweiterung der Blutgefäße
    - Verdunstungskälte des Schweißes

- Sekretionsorgan (Schweiß, Talg)

- Sinnesorgan (Tast-, Temperatursinn)
:::

Die Haut ist eine mechanische *Barriere gegen Umwelteinflüsse*. Sie verhindert das Eindringen von Fremdkörpern und Keimen und sorgt für einen ausgeglichenen Wasser- und Elektrolythaushalt, indem sie den Körper vor Austrocknung schützt.

Neben der Lunge dient vor allen Dingen die Haut als wichtigstes Organ zur *Thermoregulation*: Durch ihren Aufbau stellt sie an sich schon eine
(passive) Isolationsschicht dar. Weiters kann sie auch aktiv den Wärmehaushalt regulieren: Die Blutgefäße der Haut sind stark ineinander verwickelt und können sich bei Bedarf stark erweitern. Eine stark durchblutete Haut steigert die Wärmeabgabe deutlich. Weiters kann durch die Verdunstungskälte des Schweißes ebenfalls Wärme abgegeben werden.

Als größtes *Sinnesorgan* des Körpers dient die Haut der Tastempfindung sowie der Temperaturempfindung.

Folgende Aufgaben soll sie also erfüllen:

- Schutz
- Temperaturregulation
- Wasserhaushalt
- Sinnesinformationen
- Abwehrfunktionen
- Kommunikation

:::{figure} ../../../Submodules/3134-medical-picture-collection/Hirtler-Lena/Haut-edited.\*
:width: 70%

© Lena Hirtler, {term}`ℓ MfG`
:::

```{index} single: Oberhaut
```
```{index} single: Epidermis
```
```{index} single: Hornhaut
```
```{index} single: Lederhaut
```
```{index} single: Dermis
```
```{index} single: Unterhaut
```
```{index} single: Subcutis
```

### Schichten

:::{margin} Schichten der Haut
- *Oberhaut* (Epidermis)

  - Hornschicht, geschichtetes Plattenepithel

- *Lederhaut* (Corium, Dermis)

  - Hautanhangsgebilde

    - Schweißdrüsen
    - Talgdrüsen
    - Haarfollikel, Nagelmatrix

  - Tastkörperchen, freie Nervenendigungen (Schmerz)

  - Kollagenfasern (Stütznetzwerk)

  - Arteriolen, Venolen
    (Versorgung der Haut, Temperaturregulation)

- *Unterhaut* (*Subcutis*)

  - Depotfett, Wärmeisolierung
:::

Folgende Schichten kann man bei der Haut (Cutis) unterscheiden:

- *Cutis* (Haut):

  - *Epidermis* (Oberhaut): oberflächlichste Schicht, innerhalb dieser
    Schicht kommen Merkel-Zellen (Mechanorezeptoren, Berührung),
    Melanozyten (Pigmentzellen) und Langerhans-Zellen (Zellen des
    spezifischen Abwehrsystems) vor.

    - Stratum corneum (Hornschicht)
    - Stratum lucidum: nur in Leistenhaut
    - Stratum granulosum (Hornbildungsschicht)
    - Regenerationsschicht (Stratum germinativum)
    - Stratum basale
    - Stratum spinosum

  - *Dermis* (Lederhaut): dichtes Geflecht kollagener und elastischer
    Fasern, enthält Blut- und Lymphgefäße, Nervengefäße,
    Bindegewebszellen, Abwehrzellen, MEISSNER-Tastkörperchen
    (Berührung), freie Nervenendigungen (Mechano-, Schmerz-, Druck-,
    Temperaturrezeptoren), Ruffini-Körperchen (Druck),
    Hautanhangsgebilde (Schweißdrüsen, Talgdrüsen, Haare und Nägel)

    - Stratum papillare (Papillarschicht)
    - Stratum reticulare (Geflechtschicht)

- *Subcutis* (Unterhaut): lockeres, durch Bindegewebe unterkammertes
  Fettgewebe, Verbindung zur oberflächlichen Körperfaszie;
  Unterscheidung Bau- und Speicherfett, Arterien- und Venennetz, senden
  Äste in Dermis, VATER-PACINI-Lamellenkörperchen (Vibration)

### Hautanhangsorgane

Zu den Hautanhangsorganen zählen:

- Hautdrüsen

  - Schweißdrüsen: insg. 2 Mio, vermehrt an Stirn, Handflächen und
    Fußsohlen
  - Duftdrüsen: v.a. bei Haaren
  - Talgdrüsen: v.a. bei Haaren

- *Haare*: → Wärmeschutz, Tastempfindung, Aufrichten durch M. arrector
  pili

  - Lanugohaare (Neugeborenes)
  - Terminalhaare (Erwachsener)

- *Nägel*

- *Sinnesorgane*:

  - vegetative Nerven
  - Nervenendkörperchen
  - sensible Nerven
