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status: final
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:::{index} single: Wirbelsäule
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:::{index} single: Columna vertebralis
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(wirbelsaeule)=

# Wirbelsäule (Columna vertebralis)

Die Wirbelsäule liegt dorsal in der *Mediansagittalebene* und besteht aus 33—34 Knochen (*Wirbel*).
Sie ist somit das Achsenskelett unseres Körpers und macht mit einer Länge von ca. 55—63 cm 35 % der Körperlänge des Erwachsenen aus.
Die obersten 24 Wirbel sind beweglich.


:::{index} single: Halswirbelsäule
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:::{index} single: Brustwirbelsäule
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:::{index} single: Lendenwirbelsäule
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:::{index} single: HWS
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:::{index} single: BWS
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:::{index} single: LWS
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:::{index} single: Kreuzbein
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:::{index} single: Steißbein
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:::{index} single: Wirbel
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:::{index} single: Bandscheiben
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:::{index} single: Discus
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:::{index} single: Wirbelkanal
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:::{index} single: Rückenmark
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:::{index} single: Wirbel
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(Wirbel)=
(Halswirbelsaeule)=
(HWS)=

## Wirbel

Ein Wirbel lässt sich allgemein in den {strong}`Wirbelkörper <Margin>` (*Corpus vertebrae*) und den {strong}`Wirbelbogen <Margin>` (*Arcus vertebrae*) unterteilen.
Der Wirbelbogen umfasst das **Wirbelloch** ({emph}`Foramen vertebrale <Margin>`), in dem das Rückenmark verläuft.
Durch die übereinander liegenden Wirbel bildet sich dann aus der Gesamtheit der Wirbellöcher der {emph}`Wirbelkanal <Margin>` (Canalis vertebralis).
Der Wirbelkörper ist dabei immer ventral, der Wirbelbogen weist nach dorsal.
Zwischen den einzelnen Wirbelkörpern befinden sich die *Bandscheiben*.


:::{figure} ../../../Submodules/3134-medical-picture-collection/Hirtler-Lena/Wirbel-allgemein.\*
:width: 50%

Wirbel

© Lena Hirtler, {term}`ℓ MfG`
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Die Wirbeln gliedern sich in:

-   **C1—C7**:
    {index}` <Halswirbel>`
    {index}` <Vertebrae; cervicales>`
    7 Halswirbel (*Vertebrae cervicales*) der {emph}`Halswirbelsäule <Halswirbelsäule (HWS)>` (*HWS*)
-   **Th1—Th12**:
    {index}` <Brustwirbel>`
    {index}` <Vertebrae; thoracales>`
    12 Brustwirbel (Vertebrae *thoracales*) der {emph}`Brustwirbelsäule <Brustwirbelsäule (BWS)>` (*BWS*)
-   **L1—L5**:
    {index}` <Lendenwirbel>`
    {index}` <Vertebrae; lumbales>`
    5 Lendenwirbel (Vertebrae *lumbales*) der {emph}`Lendenwirbelsäule <Lendenwirbelsäule(LWS)>` (*LWS*)
-   **S1—S5**:
    {index}` <Kreuzbeinwirbel>`
    {index}` <Vertebrae; sacrales>`
    {index}` <Os; sacrum>`
    5 miteinander verwachsene Kreuzbeinwirbel (Vertebrae *sacrales*, *Os sacrum*)
-   Co1—Co5:
    {index}` <Steißbeinwirbel>`
    {index}` <Os; coccygis>`
    4—5 verkümmerte und miteinander verwachsene *Steißbeinwirbel* (Vertebrae coccygeales, *Os coccygis*)


In der Seitansicht zeigt die Wirbelsäule eine klassische **Doppel-S-Krümmung** (Krümmungen nach ventral):

{index}` <Lordose>`
{index}` <Kyphose>`
{index}` <konvex; Wirbelsäule>`
{index}` <konkav; Wirbelsäule>`

-   Hals**lordose** (*konvex*)
-   Brust**kyphose** (*konkav*)
-   Lenden**lordose** (*konvax*)
-   Sakral**kyphose** (*konkav*)

{index}` <Skoliose>`
Die gesunde Wirbelsäule sollte nur in der Sagittalebene eine Krümmung aufweisen.
Eine pathologische Krümmung in der Frontalebene nennt man **Skoliose**.


:::{subfigure} AB
:subcaptions: below
:name: Fig-BS-Wirbelsaeule
:class-grid: outline
:gap: 20px

Wirbelsäule [© Lena Hirtler, {term}`ℓ MfG`]

![· rosa: 7 Halswirbel (C1-C7), · blau: 12 Brustwirbel (Th1—Th12), · orange: 5 Lendenwirbel (L1—L5), · grün: Kreuzbeinwirbel (S1—S5), · braun: : 4—5  Steißbeinwirbel (Co1—Co5)](../../../Submodules/3134-medical-picture-collection/Hirtler-Lena/Wirbelsaeule-Ueberblick.png)

![Wirbelsäule in Seitenansicht](../../../Submodules/3134-medical-picture-collection/Hirtler-Lena/wirbelsaeule-lena-edited.png)
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Die Wirbelkörper werden von kranial nach kaudal immer größer, um die zunehmende Belastung des Körpers aufnehmen zu können.
Der Wirbelbogen weist Fortsätze auf: einen *Processus spinosus* (Dornfortsatz) nach dorsal, zwei *Processi transversi*
(Querfortsätze) nach lateral, und jeweils zwei *Processi articulares* (Gelenksfortsätze, insg. 4 Stück) nach kranial und kaudal zu den benachbarten Wirbeln.
Die Processi bilden Ursprungs- und Ansatzpunkte für Muskulatur und Bänder.
Zwischen den einzelnen Wirbelbögen, vor den Gelenksfortsätzen, bildet sich aus dem oberen und unteren Wirbel das *Zwischenwirbelloch (Foramen intervertebrale)*.
Durch dieses Foramen intervertebrale verlaufen die *Spinalnerven* des Rückenmarks.






### Besonderheiten der einzelnen Wirbel

-   **Halswirbel** (*C*):
    Foramen transversarium (Loch) in den Procc. transversi der Halswirbel für A. vertebralis (Wirbelarterie), Dornfortsätze der Halswirbel 2-6 gegabelt.
-   1\. Halswirbel (**Atlas**):
    kein Wirbelkörper, kein Proc. spinosus, Form eines Ringes, trägt Os occipitale (Hinterhauptbein), Arcus anterioris, Arcus posterioris, Massae laterales.
-   2\. HW (**Axis**):
    Dens axis » Zapfengelenk zur Kopfdrehung.
-   7\. HW (Vertebra *prominens*):
    erster tastbarer Proc. spinosus.
-   **Brustwirbel** (Th):
    Fovea costalis superior und inferior (Rippen-Gelenkspfannen) an den Wirbelkörpern, Fovea costalis an den Procc. transversi ist die Gelenksfläche für das Tuberculum costae der Rippen.
-   **Lendenwirbel** (L):
    verglichen mit den anderen Wirbeln besonders große Wirbelkörper, zusätzlich Processus costalis, dahinter befindet sich der Rest des Proc. transversus (Proc. accessorius und Proc. mammilaris)
-   **Os sacrum** (S, Kreuzbein): Verschmelzung von 5 Wirbeln und deren Procc. costales, dreieckig
-   Basis ossis sacri mit *Promontorium*
-   Apex ossis sacri (Kreuzbeinspitze)
-   *Hiatus sacralis* (Ende des Wirbelkanals) mit Cornua sacralia
-   Facies pelvina:
    Foramina sacralia ant. (4), Lineae transversae (4), Pars lateralis und Alae ossis sacri.
-   Facies dorsalis:
    Crista sacralis mediana (verkümmerte Procc. spinosi), Crista sacralis intermedia (verkümmerte Procc. articulares), Foramina sacralia posteriora, Crista sacralis lateralis (verkümmerte Procc. transversi), Procc. articulares superiores als Gelenkfortsatz zum 5. Lendenwirbelkörper.
-   Canalis sacralis
-   *Os coccygeum (Co, Steißbein)*:
    3-5 bogenlose Wirbelrudimente, Cornua coccygea (verkümmerte Procc. articulares superiores)



(Bandscheiben)=

## Bandscheiben

Zwischen den einzelnen freien Wirbeln liegen **Bandscheiben** (**Discus** *intervertebralis*). Sie weisen eine *fibröse Schale* (*Anulus fibrosus*)
und einen *weichen Kern* (*Nucleus pulposus*) auf und tragen hierdurch zur Stoßdämpfung bei Bewegung und zur Beweglichkeit der Wirbelsäule bei.
Diese Bandscheibe ist über eine hyaline Knorpelplatte [(Lamina cartilaginea)]{.deep} an den Wirbelkörper befestigt.
In den beweglichsten Bereichen der Wirbelsäule (Zervikal- und Lendenwirbel) kann es durch Überbeanspruchung zu einem **Bandscheibenvorfall** (*Discusprolaps*) — einem *Austritt des Nucleus pulposus* durch einen Riss im Anulus fibrosus — kommen, der durch Nervenkompression zu *Schmerzen* bzw. *neurologischen Ausfällen* (Lähmungen) führen kann.




## Bewegungen

Als Bewegungen sind mit der Wirbelsäule die *Flexion / Extension*, *Rotation* und *Lateralflexion* möglich.
Diese Gesamtbewegungen der Wirbelsäule summieren sich aus den Einzelbewegungen zwischen den einzelnen Wirbeln.





## Bandverbindungen

-   **Ligg. flava** (gelbe Bänder) grenzen die Zwischenwirbellöcher
    [(Foramina intervertebralia)]{.deep} nach medial und dorsal ab.
-   Ligg. interspinalia: zwischen den Dornfortsätzen (Procc. spinosi) der einzelnen Wirbel.
-   Lig. supraspinale: vom 7. Halswirbel bis zum Os sacrum.
-   [Lig. longitudinale ant. (vorderes Längsband): von Atlas bis Os sacrum an der Vorderseite des Wirbelkörpers.]{.deep}
-   [Lig. longitudinale post. (hinteres Längsband): von Atlas bis Os sacrum an der Hinterseite des Wirbelkörpers, fest verbunden mit den Bandscheiben (Disci intervertebrales).]{.deep}
-   [Lig. nuchae (Nackenband): von Os occipitale zu den Dornfortsätzen (Procc. spinosi) Halswirbel.]{.deep}
-   [Ligg. intertransversaria: zwischen den Querfortsätzen (Procc. transversaria) der einzelnen Wirbel.]{.deep}

Die Ligg. supraspinale, interspinalia und flava werden im Rahmen der zentroaxialen Regionalanästhesie (*Spinalanästhesie*, *Periduralanästhesie*) bzw. bei der Liquorpunktion bei medianer Punktionstechnik durchstoßen.
Die Bänder können kalzifizieren ("verknöchern") und dadurch die Punktion erschweren.






## Gelenke der Wirbelsäule

-   Discus intervertebralis (Zwischenwirbelscheibe): Synchondrose, {emph}`Anulus fibrosus`, {emph}`Nucleus pulposus`
-   Art. zygapophysialis (Wirbelbogengelenk): planes Gelenk
-   Art. atlantooccipitalis: Eigelenk, Seitwärtsneigungen (Lateralflexion) und Nickbewegungen (Anteflexion)
-   Art. atlantoaxialis: Zapfengelenk, ca. 50° Gesamtbewegungsumfang (25° links und 25° rechts), Drehbewegungen (Rotation)
-   Art. lumbosacralis
-   Art. sacrococcygea





:::{index} single: Rückenmuskulatur
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:::{index} single: Atemhilfsmuskulatur; Rückenmuskulatur
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(Rueckenmuskulatur)=

## Rückenmuskulatur

Diese Muskelgruppe ist wichtig für die Bewegung des Rumpfes - Streckung, Drehung, Seitneigung - und für die Stabilisierung der Wirbelsäule.

Grundsätzlich werden *zwei Muskelguppen* unterschieden:

-   **autochtone** (*ortsstämmige*) Rückenmuskeln
    (*Musculus erector spinae*:  Mm. spinotransversarsarii, Mm. interspinales, Mm. intertransversarii, Mm. transversospinales):
    Sie werden von den Rr. dorsales der Spinalnerven innerviert.

-   **nicht-autochtone** (*eingewanderte*) Rückenmuskeln:
    Sie sind Muskeln des Schultergürtels [(z.B. M. trapezius, M. rhomboideus major und minor, M. latissimus)]{.deep}.

    Der *Ursprung* befindet sich immer an den *Dornfortsätzen*, der *Ansatz* entweder an den *Rippen* bzw. an *Teilen der oberen Extremität* (Scapula (Schulterblatt) bzw. Humerus (Oberarmknochen)).
    Gemeinsam ist ihnen, dass sie als {ref}`Atemhilfsmuskeln <atemhilfsmuskulatur>` dienen können.


:::{seealso}
-   Wirbelsäulentrauma: {numref}`wirbelsaeulentrauma`: {ref}`wirbelsaeulentrauma`
-   Bandscheibenvorfall: {numref}`lumbago`: {ref}`lumbago`
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