PICCO (Puls Contour Cardiac Output) = Pulskontur Herzzeitvolumen

5.11.8. PICCO (Puls Contour Cardiac Output) = Pulskontur Herzzeitvolumen#

Das PiCCO-System (PULSION Medical Systems AG, München, Deutschland) führt nun die Prinzipien der Thermodilution und der Pulskonturanalyse zusammen: Es errechnet kontinuierlich ein Cardiac Output durch Analyse der arteriellen Druckwellenform. Dabei wird die Thermodilution verwendet, um eine Kalibrierung und Zuordnung von Druckkurve zu Fluss zu bewerkstelligen. Eine regelmäßige KalibrierungKalibrierung, anfangs sowie nach Änderungen der Patientenposition oder anderer Variablen etc., ist notwendig.

Klappenvitien führen zu einer Änderung der Druck-Volumen-Kurve beim PICCO (AS+AI)!

Transpulmonale Thermodilution und Pulskonturanalyse#

Als Kalibriertechnik wird die transpulmonale Thermodilution angewandt. Diese verwendet grundsätzlich das Stewart-Hamilton-Prinzip, allerdings wird die TemperaturänderungenTemperaturänderungen von einem zentral-venösen Zugang zu einem zentralen arteriellen Zugang, z. B. in der A. femoralis, erfasst. Somit wird auch die Lungenstrombahn miterfasst, die Herzkammern und die Lunge mit demnschließende Messung über einen speziellen arteriellen Katheter in zentraler Lage

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Fig. 119 Thermodilution-Downsloap#

Mittlere Transitzeit (MTt)

Die MTt ist definiert als die Zeit, die im Mittel vergeht bis der Indikator (das gekühlte Injektat) am Sensor ankommt.

Downsloapzeit (DSt)

Die DSt definiert die Zeit zwischen den beiden Messpunkten 75 % und 25 % des Maximums der Indikatorverdünnungskurve nach Stewart-Hamilton-Methode

extravaskulären Lungenwasser sind die Mischkammern für den kalten Bolus.

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Fig. 120 Thermodilution-Schema#

Die kalte Bolusgabe erfolgt über einen ZVK, die Temperaturmessung über einen speziellen arteriellen Zugang mit Thermistor. Die aus der Thermodilution mit kalter Kochsalzlösung abgeleitete Kurve wird verwendet, um die arterielle Kontur zu kalibrieren und eine kontinuierliche Überwachung zu ermöglichen. Der PiCCO-Algorithmus ist abhängig von der Morphologie der Blutdruckwellenform (mathematische Analyse der Wellenform). Die transpulmonale Thermodilution umfasst das rechte Herz, den Lungenkreislauf und das linke Herz, was eine weitere mathematische Analyse der Thermodilutionskurve ermöglicht und Messungen des Herzfüllvolumens (Globales End-Diastolisches Volumen/-Index, GEDVGEDV, GEDIGEDI), des intrathorakalen Blutvolumens (Volumen in den Kammern des Herzens und des Lungenkreislaufs, ITBVITBV) und des extravaskulären Lungenwassers (ELW, ELWIELWI) und den pulmonalvaskulären Permeabilitätsindex (PVPIPVPI) liefert. Die Zusammenschau von ELWI und PVPI ermöglicht die Unterscheidung der Ursache eines Lungenödems hinsichtlich Capillar leak oder eines Hydrostatisches Ödems.

Das dPmax (dP/dtmax) beschreibt den maximalen Druckanstieg im linken Ventrikel während der Systole und dient als Maß für die myokardiale Kontraktilität, ist jedoch vor- und nachlastabhängig. Ein Surrogat kann indirekt über die Steilheit des Druckanstiegs in der Aorta abgeschätzt werden.

Die transpulmonale Thermodilution ermöglicht eine weniger invasive Kalibrierung, ist jedoch weniger genau als die pulmonalarterielle Thermodilution und erfordert einen zentralvenösen und arteriellen Zugang mit den damit verbundenen Infektionsrisiken.

Tab. 38 PiCCO: Messwerte und deren Bedeutung#

Vorlastparameter

Inotropie

Nachlastparameter

Global, sonstige

  • GEDI

  • ITBV

Flüssigkeit:

  • SVV

  • PPV

  • ELWI

  • PVPI

  • dpmax

  • SVRI

  • CI

Vorteile des PICCO
  • wenig invasiv,

  • wenig Komplikationen,

  • kontinuierliche HZV-Messung,

  • GEDV besser als ZVD (Volumen vs. Druckmessung),

  • ITBV korreliert gut mit SVI und CI

Nachteil
  • Vitien beeinflussen die Ergebnisse: Klappenvitien führen zu einer Änderung der Druck-Volumen-Kurve (Aortenklappenstenose, Aortenklappeninsuffizienz)!

  • SVV nicht messbar bei spontaner Atmung und Vorhofflimmern.

  • regelmäßige Kalibrierung notwendig

  • spezieller arterieller Katheter notwendig (Thermistor)