18.6.4. Inhalts- und Textgestaltung#
Dieses Kapitel enthält die verbindlichen fachlichen, sprachlichen und redaktionellen Konventionen des Kompendiums. Die allgemeine MyST-Einführung steht in MyST-Markdown Kurzanleitung, projektspezifische Quelltext- und Dokumentenstrukturregeln in Style Guide – MyST-Markdown (Medizinisches Kompendium) und visuelle Gestaltungsvorgaben in Design Guidelines.
Sprache und medizinisch-wissenschaftliche Redaktion#
Publikationstexte sind grundsätzlich deutschsprachig und verwenden die in Österreich übliche medizinische Fachterminologie
Fachliche Aussagen müssen präzise, überprüfbar und ihrem Evidenzgrad angemessen formuliert sein
Bestehende, literaturgestützte klinische Positionen einschließlich ihrer Einschränkungen bleiben inhaltlich erhalten, solange keine begründete fachliche Änderung beschlossen wurde
Für Arzneimittel ist die einschlägige Fachinformation (Summary of Product Characteristics, SmPC) vorrangige Referenz
Abweichende klinische Praxis, Off-Label-Anwendungen und ungeklärte Widersprüche zur Fachinformation sind ausdrücklich als redaktioneller Markdown-Kommentar (
<!-- ... -->) oder MyST-:::{todo}zu kennzeichnen und mit Quellen zu hinterlegenFachinformationen, Leitlinien und Primärstudien sind hinsichtlich ihrer Verbindlichkeit beziehungsweise Aussagekraft zu unterscheiden
Klinisch relevante Angaben, insbesondere zu Indikationen, Kontraindikationen, Dosierungen, Konzentrationen, Höchstdosen, Applikationswegen, Pharmakokinetik, Schwangerschaft und Stillperiode, bedürfen nachvollziehbarer und hinreichend aktueller Belege
Unbelegte Behauptungen, erfundene PMIDs oder DOIs, fiktive Studienergebnisse, Spezialitäten oder Literaturquellen sind unzulässig
Fehlende oder nicht verifizierte Angaben werden im betreffenden Feld mit
keine Angabebezeichnet und mit einem konkreten, unsichtbaren TODO versehen, beispielsweise<!-- TODO: Midazolam: Stillperiode anhand der Fachinformation prüfen. -->Nichtssagende Ersatzformulierungen statt einer fehlenden Angabe sind zu vermeiden
Fachlich bedeutsame Einschränkungen wie ultima ratio, Rescue-Therapie oder Aussagen zu unsicherer Evidenz bleiben ausdrücklich sichtbar
Hervorhebungen und Textgestaltung#
Einfache Hervorhebungen kennzeichnen insbesondere Fachbegriffe, Parameter und Konzepte, soweit dies zum Verständnis beiträgt.
Starke Hervorhebungen kennzeichnen wichtige klinische Kernaussagen, nicht bloß wiederholte Überschriftenbegriffe.
Schlüsselworte können mittels
{emph}-Rolle (einfache Hervorhebungeinfache Hervorhebung) und{strong}-Rolle (starke Hervorhebungstarke Hervorhebung) gesetzt werden. Diese Rollen erzeugen einen zusätzlichen Eintrag in der Randspalte.Begriffe der unmittelbar zugehörigen Überschrift werden im Fließtext nicht allein deshalb erneut hervorgehoben.
Bei hervorgehobenen Bezeichnungen endet die Auszeichnung vor dem folgenden Satzzeichen, beispielsweise
**Wirkungseintritt**:.Die semantische Auszeichnung bleibt auch dann im Quelltext erhalten, wenn die PDF-Schrift Lexend keine eigene Kursivform verwendet.
Jeder Abschnitt soll klinisch verwertbare Information vermitteln und präzise sowie knapp formuliert sein.
Typografie, Einheiten und Fachbezeichnungen#
Dezimalzahlen in deutschsprachigen Publikationstexten verwenden das Dezimalkomma
Für Tausendergruppen und zwischen Zahlen und Einheiten wird nach Projektkonvention das schmale geschützte Leerzeichen U+202F verwendet, beispielsweise
1 000,120 mm Hgund2 mg / kgZahlenwerte, Konzentrationen, Dosierungen, Applikationswege, Infusionsdauern und Einheiten werden exakt wiedergegeben; medizinisch relevante Rundungen sind ausdrücklich zu begründen
Arzneimitteldosierungen werden bevorzugt in mg statt in µg/mcg ausgedrückt
Bei Bruchteilen von Milligramm sind mindestens drei Nachkommastellen zu verwenden, beispielsweise
0,025 mgoder0,050 mgBei Spezialitäten und Markennamen wird ™ statt ® verwendet, auch in Indexeinträgen; wortgetreue Quellenzitate bleiben davon ausgenommen
Etablierte medizinische Termini sowie benannte Geräte, Verfahren und Fachbegriffe bleiben terminologisch eindeutig
Abkürzungen wie
z. B.undd. h.verwenden das schmale geschützte Leerzeichen (U+202F) zwischen ihren BestandteilenZahlenbereiche werden mit dem Halbgeviertstrich (
–) dargestellt, beispielsweise50–70 kgDoppelte Leerzeichen werden außerhalb der beabsichtigten MyST-Einrückung vermieden
Pharmakopeia: Aufbau der Arzneimittelmonographien#
Arzneimittelmonographien folgen grundsätzlich dieser Reihenfolge:
Wirkstoffname beziehungsweise Titel
Field-List-Eintrag
Spezialitäten/MarkennamenKurze Beschreibung des Wirkstoffs
Field-List-Eintrag
WirkungField-List-Eintrag
IndikationenField-List-Eintrag
KontraindikationenField-List-Eintrag
DosierungenField-List-Eintrag
NebenwirkungenField-List-Eintrag
PharmakodynamikField-List-Eintrag
Pharmakokinetikeinschließlich Metabolismus/Abbau und EliminationField-List-Eintrag
Schwangerschaft und StillperiodeField-List-Eintrag
Sonstiges
Die Abschnitte werden als MyST-Field-List-Einträge geführt, nicht als zusätzliche Markdown-Überschriften
Unter
Dosierungenwerden Unterpunkte nach Indikation und bei Bedarf zu Nierenfunktion, Leberfunktion, Kindern und geriatrischen Patienten verwendet; keine verschachtelten Field-ListsKonzentrationen, Bolus- und Infusionsschemata, Wiederholungsintervalle, Höchstdosen, Organfunktionseinschränkungen und Indikationsbezug sind vollständig und eindeutig anzugeben
Bei hervorgehobenen Bezeichnungen endet die Formatierung vor dem Satzzeichen, beispielsweise
**Wirkungseintritt**:und nicht**Wirkungseintritt:**Im Fachtext genannte CYP-Isoenzyme erhalten direkt an der jeweiligen Nennung einen hierarchischen Indexeintrag, beispielsweise
{index}`CYP2D6; Ajmalin`Hierarchische Indexeinträge verwenden ein Semikolon (
Oberbegriff; Unterbegriff) statt einer KlammerkonstruktionBereits vorhandene Glossar-, Index- und Literaturreferenzen werden nicht versehentlich dupliziert
Literaturverzeichnis und Literaturreferenzen#
Folgende Literaturkennzeichen werden verwendet:
🗎für Primärliteratur🕮für Sekundärliteratur, Bücher, Bedienungsanleitungen etc.♛für Leitlinien⚖für Rechts- und Behördenquellen, ausgenommen Gesetze und Verordnungen. Österreichische Gesetze und Verordnungen werden direkt auf das Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS) verlinkt.
Referenzschlüssel folgen dem Muster
🗎 Autor Jahr, beispielsweise🗎 Kotani 2023, für Bücher o.ä.🕮 Autor Kurztitel Auflage(z. B.🕮 Lippert Anatomie 4).Ein Literaturverzeichniseintrag umfasst fett ausgezeichneten Publikationstitel, Autorinnen und Autoren, Zeitschrift und Publikationsdatum sowie – falls vorhanden und verifiziert – PMID und DOI
Eine kurze, inhaltlich aussagekräftige Kernaussage in einem Blockzitat schließt den Eintrag ab
Literaturangaben müssen bibliografisch korrekt sein; vorhandene Einträge dienen als konkrete Muster für Interpunktion und Reihenfolge
Verweise auf Literatur in Fachkapiteln verwenden die vorhandene MyST-Syntax, beispielsweise
({term}`🗎 De Backer 2010`); mehrere Literaturreferenzen können innerhalb einer Klammer kombiniert werdenBestehende Literaturverweise bleiben in ihrer konkreten Schreibweise erhalten, sofern kein nachgewiesener bibliografischer oder fachlicher Änderungsbedarf vorliegt
Im CHANGELOG werden keine MyST-
{term}-Literaturverweise verwendet, weil der Changelog-Text auch außerhalb des MyST-Projekts genutzt wirdLiteraturverweise im CHANGELOG erscheinen als Klartext, beispielsweise
(🗎 De Backer 2010)oder(🗎 Bellomo 2000, 🗎 Friedrich 2005, 🗎 Chen 2013)
CHANGELOG: Aufbau und redaktionelle Regeln#
Das CHANGELOG befindet sich unter Text/CHANGELOG.md.
Hauptversionen verwenden Überschriften der Ebene 2 (
##), Vorabversionen Ebene 3 (###)Jede Version erhält einen passenden MyST-Indexeintrag und ein explizites Label unmittelbar beim Überschriftenblock
Die Regel zu fünf Leerzeilen vor Überschriften gilt auch im CHANGELOG
Ab der fünften Gliederungsebene werden Field-Lists mit ungeordneten Listen statt tieferer Überschriften verwendet
Änderungen werden thematisch und nicht lediglich in Git-Commit-Reihenfolge dargestellt
Übliche thematische Gruppen sind
Dokumentation/Technik,Herz-Kreislauf und Reanimation,Atemwege und Beatmung,MaßnahmenundAnatomie; sie werden nur eingesetzt, soweit der Inhalt sie rechtfertigtBei jedem einzelnen Aufzählungspunkt werden sämtliche dafür relevanten Commits als verlinkte siebenstellige Kurz-IDs genannt
Dieselbe Commit-ID darf und soll bei mehreren passenden Aufzählungspunkten erneut erscheinen
Zu jeder Version gehören die korrekte Tag-Bezeichnung, der tatsächlich zugehörige vollständige Commit-Hash und das Datum
Kommentierte Commit-Platzhalter bleiben nur dort bestehen, wo sie Bestandteil einer ausdrücklich genehmigten Fassung sind
Historisch freigegebene Changelog-Einträge werden wortgetreu bewahrt; insbesondere ist der manuell verabschiedete Eintrag
v4.0.0-alpha.414maßgeblichBereits vom Herausgeber festgelegte, vollständige Versionsbeschreibungen haben gegenüber einer unvollständigen Rekonstruktion aus Commit-Nachrichten Vorrang
ET26090AundET35071Asind Maßnahmencodes und gehören zuMaßnahmenMP1gehört zuMedizinprodukte,MED-THEzuMedizinisch-Wissenschaftlicher BASISteilundOE/UEzuAnatomie