12.20. Lagerungen intraoperativ#
12.20.1. Steinschnittlagerung#
Die Steinschnittlagerung wird insbesondere bei transurethralen Eingriffen eingesetzt. Sie kann den venösen Rückstrom vorübergehend erhöhen; die Hochlagerung der Beine sowie eine gegebenenfalls zusätzliche Kopftieflage verändern die Kreislauf- und Atemmechanik. Die funktionelle Residualkapazität (FRC) kann abnehmen und die Atelektasenbildung begünstigt werden. Bei eingeschränkter kardialer Reserve kann eine zusätzliche Vorlastbelastung eine Dekompensation begünstigen.
Lagerungsschäden betreffen insbesondere:
N. peroneus communis: Druckschädigung im Bereich des Fibulaköpfchens
N. saphenus: Druckschädigung am medialen Knie beziehungsweise Unterschenkel
N. femoralis: Dehnung oder Kompression bei ausgeprägter Hüftflexion und -abduktion
N. obturatorius: Dehnung bei ausgeprägter Hüftabduktion
Plexus brachialis: Dehnung oder Kompression bei ungünstiger Arm- und Schulterlagerung
Kompartmentsyndrom der unteren Extremität: insbesondere bei langer Operationsdauer und eingeschränkter Extremitätenperfusion
Die Beine sind gleichzeitig und kontrolliert anzuheben beziehungsweise abzusenken, Druckstellen zu polstern und extreme Gelenkstellungen zu vermeiden. Bei längeren Eingriffen sind Lagerungsdauer, Perfusion und postoperative neurologische Funktion besonders zu beachten (🗎 Warner 2000).