7.7.1. Pulsmessung#
Als Herzfrequenz (HF) bezeichnet man die Anzahl der Schläge bzw. Aktionen des Herzens pro Minute. Als Pulsfrequenz bezeichnet man die Anzahl der Pulsschläge pro Minute.
Die Herzfrequenz entspricht normalerweise der Pulsfrequenz, jedoch hat nicht zwangsläufig jede (elektrische[1]) Herzaktion einen Pulsschlag zur Folge; man spricht andernfalls vom Pulsdefizit.
Das Herz schlägt beim Erwachsenen mit einer Pulsfrequenz (PF) von 60—100 / min. Bei Belastung kann die Herzfrequenz beträchtlich gesteigert werden. Durch die Pumpfunktion des Herzens entsteht der arterielle Blutdruck. Die Pulsfrequenz ist alters- und belastungsabhängig. Bei der Beurteilung der Herzfrequenz muss daher immer an die Umstände (Ruhe, Belastung, …) und an den Erregungszustand des Patienten gedacht werden! Die Werte beziehen sich auf den Erwachsenen in Ruhe:
Normbereich: 60—100 / min
Bradykardie: HF ↓
Tachykardie: HF ↑
Die Pulsmessung erlaubt die Beurteilung von Frequenz, Rhythmus und Qualität (kräftig, schwach, fadenförmig). Ein schneller, schwacher Puls kann ein Hinweis auf einen Volumenmangel oder Schock sein.
Palpatorische Messung der Pulsfrequenz#
Radialarterie (A. radialis) Halsschlagader (A. carotis) Der Puls wird idealerweise an der Radialarterie (A. radialis) bzw. bei nicht ansprechbaren oder schockierten Patienten an der Halsschlagader (A. carotis) ertastet. Oberarmarterie (A. brachialis; Neugeborene, Säuglinge) Bei Neugeborenen und Säuglingen wird an der Oberarmarterie (A. brachialis) gefühlt. Gemessen wird immer mit zwei bis drei Fingern, nie jedoch mit dem Daumen, da hier oft irrtümlich der Puls gefühlt wird, und nicht der des Patienten. Wenn an der Halsschlagader (A. carotis) die Herzfrequenz ermittelt wird, darf nie auf beiden Seiten gleichzeitig gemessen werden, da sonst die Gefahr besteht, dass es zu einer Unterversorgung des Gehirns mit Blut kommen kann.
Durchführung#
2—3 Finger (nicht der Daumen!)
Gemessen wird immer mit zwei bis drei Fingern, nie jedoch mit dem Daumen, da hier oft irrtümlich der Puls gefühlt wird, und nicht der des Patienten. Wenn an der Halsschlagader (A. carotis) die Herzfrequenz ermittelt wird, darf nie auf beiden Seiten gleichzeitig gemessen werden, da sonst die Gefahr besteht, dass es zu einer Unterversorgung des Gehirns mit Blut kommen kann. Nun werden 15 Sekunden 15 s lang die Schläge gezählt. Anschließend wird das Ergebnis mit vier multipliziert× 4, man erhält die Pulsfrequenz (PF) in Schläge pro Minute (b / min). Der Normalwert liegt beim Erwachsenen zwischen 60 und 100 Schlägen pro Minute. Neben der Frequenz wird auch die Regelmäßigkeit beurteilt, das heißt ob der Puls rhythmisch oder arrhythmisch ist.