Ⓐ wie Airway

3. Ⓐ wie Airway#

Ein freier Atemweg ist Grundvoraussetzung für eine ausreichende Ventilation. Er kann durch eine Vielzahl von Dingen gefährdet sein: Herabgesetzter Muskeltonus mit Herabsinken des Zungengrundes, Sekrete (Blut, Erbrochenes, Schleim, …), Verletzungen, Fremdkörper u. v. a. m. Hand in Hand damit geht auch oft ein Verlust der Schutzreflexe und damit eine Aspirationsgefahr.

Häufig zeigen sich Atemwegsprobleme bei Patienten mit Vigilanzstörungen. Regelhaft und vorhersehbar besteht ein gefährdeter (oder verschlossener) Atemweg im Rahmen einer Allgemeinnarkose.

Unter dem Begriff Atemwegsmanagement (bzw. Airwaymanagement) werden alle Maßnahmen zusammengefasst, welche für einen freien Atemweg sorgen sollen und idealerweise auch einen gewissen Aspirationsschutz bieten. Grundsätzlich wird hier der obere Atemweg betrachtet, Verlegungen der unteren Atemwege stellen ein gesondertes Problem dar.

Es umfasst einfache Techniken zur Aufrechterhaltung eines offenen Atemwegs, wie z. B. die Positionierung des Patienten, bis hin zu aufwendigen und lernintensiven Methoden. Verschiedene Devices können zum Einsatz kommen, um einen offenen Atemweg aufrechtzuerhalten. Dazu gehören oropharyngeale und nasopharyngeale Tuben, supraglottische Devices und Endotrachealtuben. Dabei muss man auch unterscheiden, ob ein Patent noch über eine erhaltene Spontanatmung verfügt und ob diese suffizient ist — schließlich bringt der “offenste” Atemweg keinen Benefit, wenn die notwendige Atemmechanik fehlt.

Die Sicherung des Atemweges verfolgt im wesentlichen drei Ziele:

  1. Durchgängigkeit des Atemweges (“Offenhalten”)

  2. Ventilation

  3. Aspirationsschutz

Aus diesen Zielen ergeben sich die weiteren Maßnahmen und Hilfsmittel, welche unterschiedlich gut dabei helfen diese Ziele zu erreichen.

Grundsätzlichen kann man zwischen einfachen Maßnahmen, die nach Schulung jedem Laien zumutbar sind, geringinvasiven und erweiterten invasiven Maßnahmen unterscheiden, wobei die Grenzen fließend sind. Jedoch ist klar, dass sich mit steigender Komplexität die Anforderungen an den Anwender und die Gefahren der Anwendung erhöhen. Grundsätzlich kann man unterscheiden in:

  1. Einfache (manuelle) Maßnahmen

    • Fremdkörperentfernung

    • Lagerungsmanöver (Überstrecken des Kopfes, stabile Seitenlage)

    • Esmarch-Handgriff

  2. Gering-invasive Maßnahmen

  3. Erweiterte Maßnahmen

  4. Chirurgische Maßnahmen

Narkose: Ein iatrogenes Atemwegsproblem

Ziel einer Allgemeinnarkose ist das Auslösen eines schlafähnlichen Zustands des Patienten unter Ausschaltung des Bewusstseins und der Schmerzempfindung. Es kommt schließlich zu:

  • Bewusstseinsausschaltung: „Hypnose

  • Schmerzausschaltung: „Analgesie

  • Gedächtnisverlust: „Amnesie

  • Verminderung des Muskeltonus

Weniger absolut, aber vergleichbar, ist dabei auch die Analgosedierung, bei der der Patient im Idealfall zwar leicht erweckbar ist, jedoch dennoch immer damit zu rechnen ist, dass die Schutzreflexe beeinträchtigt sind.

Allen Narkosemedikamenten gemein ist eine unterschiedlich stark ausgeprägte

  • Unterdrückung der Eigenatmung: Atemdepression

  • Unterdrückung des Hustenreflexes

  • Verlegung der Atemwege durch Erschlaffung der Zungengrundmuskulatur

Diese Atemdepression zusammen mit der Atemwegsverlegung erfordert eine Atemwegsicherung und in der Regel ist dabei eine Unterstützung oder Übernahme der Atmung notwendig. Die Auswahl der Atemwegstechniken richtet sich dabei grundsätzlich nach der Aspirationsgefahr des Patienten, sowie Art und Dauer der Operation. Während bei einer Sedierung von nüchternen Patienten mit weitgehend erhaltener Spontanatmung häufig das mechanische Offenhalten der Atemwege im Vordergrund steht, so muss man bei einer Allgemeinnarkose mit der Notwendigkeit einer assistierten oder kontrollierten Beatmung rechnen, sodass die Anwendung entsprechender Atemwegs-Devices sinnvoll ist.

Zu tun

Aust: 29.3. Atemwegsmanagment

Eine Präoxygenierung bis etO₂ von 80 % führt in der Lunge zu 90 % O₂- Reserve. Bei der Beatmung in Narkose wird die physiologische Unterdruckbeatmung durch eine Überdruckbeatmung ersetzt, welche zu einer Störung des Ventilations/Perfusionsverhältnisses führt, und durch vermindertem preload (Wegfall der Thoraxpumpe) zu hämodynamischer Instabilität führen kann. Bekannter schwieriger Atemweg: FOI planen, ev. Videolaryngoskop

Sicherer Nachweis der korrekten Tubuslage:

  • Direkte visuelle Kontrolle

  • etCO₂

  • Fiberoptische Kontrolle

  • Unsichere Zeichen: Thorax hebt sich symetrisch, Auskultation bds.

Therapie Postextubations-Stridor: Vernebeln 5 mg Adrenalin in NaCl + 0,5 mg / kg Dexamethason iv.

(760 Atmosphärendruck – 47 Wasserdampfdruck in den Atemwegen) x FIO₂ = piO₂ (inspiratorischer Sauerstoffpartialdruck)

piO₂ - paCO₂ = ca. 100mmHg = Alveolargasgleichung = paO₂ = Sauerstoffpartialdruck in den 0,8 resp. Quotient Alveolen

Wenn FIO₂ auf 100 % erhöht wird, dann kann der paO₂ auf max. 680mmHg gesteigert werden. AaDO₂ = Sauerstoffdruckdifferenz zwischen Alveole und Blut. Ist erhöht bei alveolo-kapillärer Gasaustauschstörung.