Nasopharyngealtubus (Wendl-Tubus)

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Nasopharyngealtubus (Wendl-Tubus)#

Der Wendl-Tubus (Syn.: Nasopharyngealtubus nach Wendl) wird über die Nase in den Rachenraum eingeführt, wo dessen Spitze zu liegen kommt. Er verhindert durch seine Lage die Verlegung des Rachenraums durch den zurückfallenden Zungengrund beim bewusstseinsgetrübten Patienten, bietet jedoch keinerlei Aspirationsschutz.

Er wird im Vergleich zum Guedel-Tubus bei noch vorhandenen Schutzreflexen in der Regel besser toleriert und löst seltener einen Würgereiz aus. Demgegenüber stehen jedoch mögliche Komplikationen wie Verletzungen des Nasenraumes und Nasenbluten. Kontraindiziert ist der Wendl-Tubus bei Verletzungen der Nase, des Gesichtsschädels, der Schädelbasis und im Rahmen eines Schädel-Hirn-Traums.

Der Wendl-Tubus findet hauptsächlich innerklinisch bei nüchternen Patienten Verwendung, er kann jedoch auch als Alternative zum Guedel-Tubus in Notfallsituationen eingesetzt werden. Eine besondere Anwendung stellt die vorsichtige Dilatation des Nasenlochs mittels Nasopharyngealtuben in aufsteigender Größe im Rahmen der nasalen fiberoptischen Intubation dar.

Nasopharyngealtuben mit Gleitmittel in unterschiedlichen Größen nach einer fiberoptischen Intubation. Nasopharyngealtuben mit Gleitmittel in unterschiedlichen Größen nach einer fiberoptischen Intubation.
Nasopharyngealtuben werden mitunter auch von spontan atmenden oder wachen Anästhesisten toleriert Nasopharyngealtuben werden mitunter auch von spontan atmenden oder wachen Anästhesisten toleriert

Fig. 14 Nasopharyngealtuben [© Sebastian Gabriel, ℓ MfG]#

Anlage#

  • Größe: Analog zum Oropharyngealtubus wird die erforderliche Größe anhand des Abstands zwischen Nasenloch und Ohrläppchen eingeschätzt.

  • Tubus gleitfähig machen/befeuchten (z.B. Gleitmittel, NaCl-Lösung)

  • Lagerung: Kopf in Neutralposition

  • Wendl-Tubus sanft mit Drehbewegung in die Nase einführen