Primäre Hämostase#

Synonym

zelluläre Gerinnung

  1. Adhäsion der Thrombozyten: gestört bei vWF-Mangel, Gelatine und HES-Gabe, Anämie

  2. Aktivierung und Formwandlung der Thrombozyten: gehemmt durch Heparin

  3. Freisetzung von TXA² (gehemmt durch ThromboASS über COX-Inhib.), ADP (gehemmt durch Thienopyridine z.B. Plavix), PAF3,4

  4. Aggregation der Thrombozyten : gehemmt durch GPIIbIIIa-Antagonisten (z.B. Integrilin), Fibrinogenmangel, Iloprost, und bei Thrombasthenie Glanzmann Aktivierte Thrombozyten sind die wichtigste Reaktionsmatirix der plasmatischen Gerinnung.

Siehe auch

  • vWF-Mangel

Primäre Hämostasekapazität PHK-Tests#

bestimmen von vWF-Ag, Ristocetin-Co-Factor-Aktivitätsbestimmung, Multiplate, PFA-100, Verify Now.

Monitoring der Thrombozytenfunktion#

Eine Messung der Thrombozytenfunktion kann hilfreich sein, um den frühest möglichen sicheren Zeitpunkt einer Operation zu definieren.

Derzeit sind verfügbar: PFA-ADP/Collagen, PFAEpinephrin/Collagen und PFA-P2Y12, Verify Now Assay, Born Aggregometrie (optische Aggregometrie), Multiplate (MEA, Impedanzaggregometrie), VASP-Elisa (nur für ADP Rezeptor-hemmende Substanzen)

Thienopyridine#

hemmt ADP = Plavix.

Ticragrelor (Brilique®) ist KEIN Thienopyridin, sondern bindet direkt an den P2Y12-Rezeptor, der Wirkungseintritt ist daher schneller, und die Wirkung stärker als bei Plavix!

Therapiepausen vor LA#

Wirkstoff

Trade

Pause

Clopidogrel

Plavix

7 Tage, WB sofort

Prasugrel

Efient

7–10 Tage, WB sofort

Ticagrelor

Brilique

5 Tage, WB 6 h

ASS

keine Pause erforderlich

Integrilin

4 h, WB 6h

Iloprost

1 h, WB 6h

OP ohne Therapiepause
  • Gabe von Thrombozytenkonzentraten kann zur Aufhebung der APT-Wirkung angedacht werden, aber es ist der Nachteil des prothrombotischen Milieus und das Risiko eines Stent-Verschlusses zu beachten (daher soll die Transfusion innerhalb 1-3 Monaten nach Implantation je nach vorliegendem Stenttyp möglichst vermieden werden).

  • Desmopressin und Tranexamsäure können zur Verbesserung der primären Hämostasekapazität zur Reduktion der APT-Wirkung erwogen werden, aber auch hier ist das Thromboserisiko und andere spezifische Komplikationen zu berücksichtigen.