Dickdarm (Intestinum crassum inkl. Colon)

Dickdarm (Intestinum crassum inkl. Colon)#

Der Dickdarm ist ca. 1,5 m—1,8 m lang und beginnt am Ende des Ileum im rechten Unterbauch. Dort verhindert die Valva ileocaecalis (Ileocaecal-Klappen) das Rückfließen der Faeces in den Dünndarm. Die Hauptfunktion ist der Wasserentzug und -aufnahme und folglich das Eindicken des Stuhls, sowie dessen Speicherung. Der Großteil der Wasseraufnahme aus der verdauten Nahrung findet hier statt. Der Dickdarm ist von Darmbakterien besiedelt: Diese zersetzen die unverdaulichen Nahrungsreste durch Gärungs- und Fäulnisprozesse.

Da die Nahrungsstoffe bereits im Dünndarm resorbiert wurden, besteht die Aufgabe des Dickdarms in der Aufnahme von Wasser.

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Fig. 210 Der Dickdarm#

© Mariana Ruiz Villarreal ℓ Public domain

Folgende Abschnitte werden unterschieden:

  • Caecum (Blinddarm) mit dem Appendix vermiformis (Wurmfortsatz): intraperitoneal

  • Colon (Grimmdarm)

    • Colon ascendens (aufsteigender Grimmdarm): retroperitoneal

    • Colon transversum (querer Grimmdarm): intraperitoneal

    • Colon descendens (absteigender Grimmdarm): retroperitoneal

    • Colon sigmoideum (S-förmiger Grimmdarm): intraperitoneal

  • Rectum (Mastdarm): extraperitoneal

  • Anus (Canalis analis): extraperitoneal

Charakteristische Merkmale kennzeichnen den Dickdarm:

  • Taenien: längsverlaufende Muskelstreifen

  • Haustren: Aussackungen

  • Plicae semilunares: Einschnürungen

  • Appendices epiploicae: Fettanhängsel

Der Dickdarm wird oft auch als „Dünndarmrahmen“ bezeichnet, da er in der Bauchhöhle relativ rechteckig verläuft und den Dünndarm somit umrahmt. Der Übergang zwischen Colon ascendens und Colon transversum (Flexura coli dextra) reicht an die Leber heran, der Übergang zwischen Colon transversum und Colon descendens (Flexura coli sinistra) an die Milz. Die Befestigung von Colon transversum und Colon sigmoideum ist das Meocolon transversum bzw. das Mesocolon sigmoideum (beides Mesenterien).

Zwei verschiedene Bewegungen werden bei der Dickdarmperistaltik unterschieden:

  • perstaltische Wellen zur Durchmischung des Darminhalts - diese breiten sich vom Colon transversum in beide Richtungen (nach proximal und nach distal) aus.

  • Transportbewegungen

<>Ampulla; recti Dort verhindert die Valva ileocaecalis das Rückfließen der Faeces in den Dünndarm. Direkt vor Beginn des Canalis analis, unterhalb der Kohlrausch-Falte im Rektum, befindet sich die sogenannte Ampulla recti. Sobald diese mit Stuhl gefüllt ist, verspürt man Stuhldrang.

Der Anus bildet den letzten Abschnitt des Magen-Darm-Trakts. Er wird über drei Muskeln verschlossen:

  • M. sphincter ani internus: unwillkürlich

  • M. sphincter ani externus: willkürlich

  • M. puborectalis: Teil der Beckenbodenmsukulatur (M. levator ani), willkürlich

Ein zusätzlicher Verschlussmechanismus ist ein Schwellkörper, das Corpus cavernosum recti. Es ist für die Feinkontinenz zuständig und befindet sich direkt beim Übergang zwischen Rektum und Canalis analis.