Adrenalin (Epinephrin)#
- Pharmakodynamik
Adrenalin ist ein direkt wirksames Sympathomimetikum (nichtselektiver Agonist), welches gleicherweise auf α- und β-Adrenorezeptoren wirkt (einschließlich der Hauptsubtypen α₁, α₂, β₁, β₂ und β). Die organspezifische Wirkung ergibt sich aus der unterschiedlichen Expression der jeweiligen Rezeptor(sub)typen. Siehe Adrenorezeptoren. Hämodynamisch wirkt es als Vasopressor (α₁-Rezeptor-abhängige Vasokonstriktion) und erhöht das Herzzeitvolumen durch Bindung an β₁-Rezeptoren (Inotropie und Chronotropie).
- Pharmakokinetik
Der Abbau erfolgt insbesondere durch Catechol-O-Methyltransferase (COMT) und die Monoaminooxidase (MAO).
Die Ausscheidung der Stoffwechselprodukte erfolgt in konjugierter und in unkonjugierter Form über den Harn.
- Indikation(en)
Reanimation: schockbarer und nicht-schockbarer Rhythmus
Kardiogener Schock
schweres Asthma bronchiale
Pseudokrupp (inhalativ)
Schwellungen der oberen Atemwege (inhalativ)
- Kontraindikation(en)
Im Notfall keine.
Ansonsten relativ:
Hypertonie
KHK
Glaukom
Tachyarrhythmie
Hyperthyreose
Phäochromocytom
- Wechselwirkungen
Insbesondere bei gleichzeitiger Kalzium-Gabe kann es zu Arrhythmien kommen.
NaBic über den gleichen Zugang inaktiviert Katecholamine.
Warnung
Kein Adrenalin in Akren spritzen!
Bei Betablocker-Gabe überwiegt die α-Rezeptor-Wirkung.
Indikation |
Dosis |
Repetition |
bei 70 kg KG |
bei 100 kg KG |
|---|---|---|---|---|
Reanimation Erwachsener |
1 mg |
alle 2—4 min |
1 mg |
1 mg |
Reanimation Kinder |
0,001 mg / kg (1 mL / 10 kg bei 1 : 10.000) |
alle 2—4 min |
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Kardiogener Schock |
0,025—0,3 mcg / kg / min |
1,75—21 mcg / min |
2,5—30 mcg / min |
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bei 1 mg / 50 mL = 20 mcg / mL |
0,00125—0,015 mL / kg / min 0,075—9 mL / kg / h |
0,0875—1,05 mL / min 5,25—63 mL / h |
0,125—1,5 mL / min 7,5—90 mL / h |
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Anaphylaxie, schweres Asthma bronchiale |
Erw.: 0,1 mg i.v. oder 0,2—0,3 mg s.c./i.m. Kind: 0,01 mg / kg s.c./i.m. |
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Kruppanfall |
1:1.000 im Vernebler 1:2 mit NaCl verdünnt, 0,1 mg / kg inhal. |