Magen (Ventriculus, Gaster)

Magen (Ventriculus, Gaster)#

Struktur#

Nach der Mundhöhle wird im Magen die Nahrung weiter zerkleinert. Der Magen ist ein muskuläres Hohlorgan und dient der Nahrungsspeicherung, Nahrungsdurchmischung sowie der kontrollierten Weiterleitung des durchmischten Speisebreis.

Der Magen liegt links paramedian unter dem Zwerchfell und fasst ungefähr 1,2 - 1,6 L. Je nach Füllungszustand kann die Lage des Magens unterschiedlich sein. Er kann makroskopisch in mehrere Bereiche eingeteilt werden:

  • Cardia (Mageneingang)

  • Fundus (Magengrund): beinhaltet meist eine Luftblase (Magenblase)

  • Corpus (Magenkörper): Begrenzung durch Curvatura major und minor (große und kleine Magenkrümmung)

  • Antrum pyloricum (Magenausgang)

  • Pylorus (Magenpförtner): angrenzend beginnt der Dünndarm mit dem Duodenum (Zwölffingerdarm)

Magensaft#

Der Magen produziert den Magensaft. Dieser besteht aus Wasser, Schleim, Salzsäure und Pepsin (ein eiweißspaltendes Enzym) und ist mit einem pH-Wert von 1,5—2 sehr sauer. Die Magenschleimhaut produziert daher eine schützende Schleimschicht, die die Oberfläche vor der starken Säure schützt. Pro Tag werden 2—3 Liter Magensaft gebildet.

Um eine gute Durchmischung von Magensaft und Speisebrei (Chymus) zu erreichen, wird dieser vom Magen 1—5 Stunden hin- und herbewegt und schubweise über den Pylorus (Pförtner) in den nachfolgenden Dünndarm weitergeleitet.

Die Magensaftsekretion kann über drei Phasen beeinflusst werden:

  • nervöse (“reflektorische”) Phase: vermittelt über X. Hirnnerv (N. vagus), stimuliert durch Sinneseindrücke (Schmecken, Riechen, Sehen), auch bei leerem Magen

  • lokale (“gastrische”) Phase: stimuliert über Nahrung, ausgelöst durch Botenstoffe (Gastrin) der Magenschleimhaut

  • dünndarmbedingte (“intestinale”) Phase: rückwirkende Hemmung oder Förderung der Magensaftbildung über Zusammensetzung und Menge des Chymus durch Hormone (Sekretin, Gastrin)

Magenschleimhaut und -zellen#

Die Magenschleimhaut weist zahlreiche Falten auf. Diese bilden an der Curvatura minor die längsverlaufende Magenstraße, an der Flüssigkeiten schneller in den Dünndarm gelangen können. In kleinen Grübchen der Magenschleimhaut (Foveolae gastricae) sitzen die wichtigen produzierenden Zellen des Magens:

  • Nebenzellen: bilden Schleim

  • Hauptzellen: bilden Pepsinogen, das bei der Eiweißverdauung in das aktive Pepsin umgewandelt wird.

  • Belegzellen: bilden Salzsäure und den Intrinsic Factor (wichtig für die Vitamin-B12-Aufnahme)

Zusätzlich zur klassischen Ring- und Längsmuskelschicht des Magen-Darm-Trakts besitzt der Magen außerdem noch eine schräge Muskelschicht, die erst die vollständige Entleerung des Magens ermöglicht. Ungefähr alle drei Minuten befördern peristaltische Wellen bei gefülltem Magen dessen Inhalt vom Fundus zum Pylorus.