Etomidate

Etomidate#

Gefahr

Etomidate soll aufgrund der Nebennierensuppression und der damit verbundenen erhöhten Mortalität nicht bei kritisch kranken, insbesonders septischen, Patienten eingesetzt werden!

Pharmakodynamik
  • Telenzephal hypnotische Wirkung. Ebenso Wirkung am GABA\ :sub:A\ -Rezeptor. Dosisabhängige Hemmung der Cortisolsynthese durch reversible Enzymhemmung (11-Beta-Hydroxylase) in der Nebennierenrinde.

Pharmakokinetik
  • PBB 80 %. Der Abbau erfolgt v.a. durch Esterhydrolyse in der Leber. Die Metaboliten sind inaktiv. Die Ausscheidung erfolgt renal (85 %) und biliär (13 %).

Indikation
  • Kurzhypnotikum zur Narkoseeinleitung. Etomidate ist besonders kreislaufstabil, daher gut geeignet bei Kreislauf-Risikopatienten.

Kontraindikationen
  • Kritisch kranke und verletzte, insbesondere septische, Patienten

  • manifeste NNR-Insuffizienz

  • Neugeborene und Säuglinge bis 6 Monate

  • strenge Indikationsstellung in der Schwangerschaft

Wirkungen
  • Wirkung: Hypnose ohne Analgesie

Nebenwirkungen
  • Myoklonien

  • (relativ geringe) Atemdepression

  • Bei rascher Injektion Masseterkrämpfe

Wechselwirkungen
Dosierung
  • Erw.: 20 mg

Bemerkung

  • Stillpause: 24 h

  • Nicht zur kontinuierlichen Anwendung geeignet (wegen Hemmung der Cortisolsynthese).


Einleitung: 0,2 mg / kg

Cave NNR-Suppression, keine repetitive Gabe

NW: Myoklonien


Handelsname: Hypnomidate®. Details siehe Charakteristika von Etomidate.

Etomidate ist ein reines, mäßig effektives Hypnotikum mit kurzer Halbwertszeit und verhältnismäßig geringer Kreislaufdepression (“Was wenig Wirkung hat, hat auch wenig Nebenwirkung”) Aufgrund der verhätnismäßig geringen Kreislaufdepression wird es gerne bei kardialen Risikopatientin oder im fortgeschrittenen Patientenalter eingesetzt.

Etomidate führt zu einer primären Nebennierensuppression durch eine reversible Hemmung der 11β-Hydroxylase. Dies wird bei einer Vielzahl von akuten Erkrankungen mit einer erhöhten Mortalität und Morbidität in Verbindung gebracht. 🗎 Cuthbertson 2009 🗎 Morris 2005 🗎 Wagner 1984

Gefahr

Etomidate soll aufgrund der Nebennierensuppression und der damit verbundenen erhöhten Mortalität nicht bei kritisch kranken, insbesonders septischen, Patienten eingesetzt werden!


Geringe kardiovaskuläre NW, daher vor allem bei kardiovaskulär instabilen Patienten (> ASA III) geeignet.

Nachteil: hemmt die Steroid-Produktion der NNR bis zu einigen Wochen lang (Sepsis!) mit erhöhter Mortalität nach Langzeitsedierung bei ISB-Patienten. Nach Bolusgabe 24 h Hemmung.

NW: Myoklonien, Injektionsschmerz, PONV. Abbau in der Leber. KEINE repetative Anwendung!!

Indikation: früher: Notfallintubation bei schweren Schockzuständen (kardialer Schock) und SHT!

Alternative: Niedrig dosiertes Propofol mit Ketamin kombiniert!

Notfallintubation nur mit Ketamin.

Etomidate wirkt rein hypnotisch über einen GABAergen Mechanismus. Es weißt eine große therapeutische Breite und ist verhältnismäßig wenig kreislaufdespressiv.

Es kommt jedoch zur Hemmung der Kortisolsynthese, sowohl bei Dauerinfusion, als auch bei Einmalgabe. Es erhöht damit nachweislich und deutlich die Mortalität von kritisch kranken Patienten [🗎 Kotani 2023].

Gefahr

Etomidate ist bei kritisch kranken Patienten kontraindiziert!