Thorax (Brustkorb)#
Der Thorax beschützt und enthält wichtige Organe von Brust- und Bauchraum (Lunge, Herz, Leber, Magen, Milz, Nieren). Zusätzlich dient die Bewegung des Brustraumes der Atmung.
Der Brustkorb besteht vorne aus dem Sternum (Brustbein) und 12 Rippenpaare (Costae), welche hinten mit der Brustwirbelsäule (12 Brustwirbel) in gelenkiger Verbindung stehen.
Die obersten 7 Rippen-Paare werden als “echte” Rippen (Costae verae) bezeichnet (als “echt” gelten Rippen, die eine direkte Verbindung zum Sternum besitzen). Sie erreichen mit ihren Spitzen das Brustbein und bilden einen Ring um die Brustorgane. Die 5 unteren Rippenpaare bilden den bogenförmigen unteren Rand des Brustkorbes. Die Rippenpaare 8—10 sind dabei nur indirekt über einen Knorpel mit dem Brustbein verbunden (“falsche” Rippen, Costae spuriae), das 11. und das 12. Paar endet mit knorpeligen Spitzen frei zwischen den Bauchmuskeln (fliegende Rippen, Costae fluctuantes). Der Raum zwischen benachbarten Rippen heißt Intercostalraum (ICR).
Die Rippe (Costa) setzt sich aus dem Rippenknochen (Os costale) und der Rippenknorpel (Cartilago costalis) zusammen. An jedem Rippenknochen können Rippenkopf (Caput costae), Rippenhals (Collum costae), Rippenkörper (Corpus costae) mit der an der Unterseite der Rippe gelegenen Rippenrinne (Sulcus costalis) für die Intercostalgefäße und -nerven (“Gefäß-/Nervenbündel”) sowie Rippenknorpel (Cartilago costalis) unterschieden werden. Der Sulcus costalis fehlt an der 1., 2. und 12. Rippe. Die Rippen sind, um den Thorax zu formen, nach innen gekrümmt. Zudem verlaufen sie nicht in 90° zur Wirbelsäule nach ventral, sondern sind auch noch in sich nach caudal gekrümmt, sodass die Spitze der Rippe immer caudal ihrer Befestigung an der Wirbelsäule liegt.
Achtung
Das Gefäß-/Nervenbündel verläuft am unteren Rand der Rippe!
Eine interkostale Punktion (z. B. des Pleuraraums) muss daher immer am Oberrand der Rippe erfolgen um Blutungen zu vermeiden!
Das Brustbein (Sternum), ein platter Knochen, besteht aus drei Teilen: Dem Manubrium sterni (Handgriff), dem Corpus sterni (Brustbeinkörper) und dem Processus xiphoideus (Schwertfortsatz). Diese sind durch Synchondrosen miteinander verbunden. Sie verknöchern im Laufe des Erwachsenenalters.
Gelenke des Thorax
Die Gelenke des Thorax[1] sind Scharniergelenke. Über diese Gelenke erfolgen die Atembewegungen: Inspiration (Einatmung - Heben der Rippen) und Exspiration (Ausatmung - Senken der Rippen).
Thoraxmuskulatur#
Fig. 194 Der knöcherne Thorax#
© Mariana Ruiz Villarreal ℓ Public domain
Die Hauptfunktion der Muskeln des Brustkorbs liegt in der Atmung.
Zwischen den Rippen spannt sich die Zwischenrippenmuskulatur (wichtig für Atemmechanik) auf. Das Zwerchfell schließt den Brustraum nach unten hin ab und trennt somit den Brustraum vom Bauchraum (Vgl. Atemmechanik, Atemmechanik).
Von den echten Atemmuskeln[2] ist das Zwerchfell (Diaphragma) als wichtigster Atemmuskel zu nennen. Es ist kuppelförmig, linke Zwerchfellkuppel liegt tiefer als die rechte (Leber), kaudale Begrenzung zwischen Thorax und Abdomen (Bauchraum), die Höhe der Zwerchfellkuppeln unterscheidet sich zwischen Exspiration (links: 5. Rippe, rechts: 4. Rippe) und Inspiration (3-6 cm nach kaudal). Durch drei Zwerchfellöffnungen passieren die V. cava inferior und der N. phrenicus dext. (Foramen V. cavae), die Aorta und der Ductus thoracicus (Hiatus aorticus), sowie durch den Hiatus oesophageus der Ösophagus, N. vagus. der Ösophagus und der N. vagus.
Die kraniale Fortsetzung der Zwischenrippenmuskeln sind die Mm. scaleni.
Die Atemhilfsmuskeln besitzen an sich eine eigene Hauptfunktion in Bezug auf die obere Extremität, wird diese jedoch fixiert (z. B. durch Aufstützen) kommt es zu einer Umkehr von Punctum mobile und Punctum fixum, d.h. es wird nicht der Arm gegenüber des Brustkorbs bewegt, sondern der Brustkorb in Bezug auf den (fixierten) Arm. Dadurch kann die Atemhilfsmuskulatur bei Bedarf (z.B. Asthmaanfall) die Atmung unterstützen. Dies ist durch die typische Haltung des Patienten (aufgestützte Hände etc.) oft gut zu erkennen.
Bemerkung
Die Intaktheit des Brustkorbes ist für die Atmung von großer Bedeutung.
Die Brustwand ist insgesamt 4-schichtig aufgebaut (von außen nach innen):
Haut und Unterhautfettgewebe
Schultergürtelmuskeln (M. serratus anterior, M. pectoralis major und minor, M. latissimus dorsi, M. trapezius etc.)
Knochen des Brustkorbs und Interkostalmuskeln
Binnenschichten des Brustkorbs