5.10.2. Ableitungen#
Je nach Position der Elektroden (und elektrischer Schaltung) unterscheiden sich die abgeleiteten elektrischen Herzströme. Um die elektrischen Herzströme aus verschiedenen Perspektiven in jeweils einer Kurve abzubilden und beurteilen zu können, diese Kurven jedoch zwischen verschiedenen Untersuchungen und Patienten vergleichbar zu machen, haben sich Standard-Elektrodenpositionen und Standardableitungen etabliert. Die gebräuchlichsten sind die Extremitätenableitungen und den Brustwandableitungen: [1]
6 Extremitätenableitungen:
4 Elektroden an den Extremitäten (bzw. am Übergang Rumpf – Extremitäten)
I, II, III, aVL, aVR, aVF
6 Brustwandableitungen:
6 Elektroden am Brustkorb
V1—V6
Genaue Positionierung wichtig!
Extremitätenableitungen#
Die Extremitätenableitungen werden mittels vier Elektroden abgeleitet. Je eine Elektrode wird an den Enden der Extremitäten angebracht. Zur Vereinfachung können die Elektroden auch am Übergang vom Rumpf zu den Extremitäten angebracht werden (z. B. statt dem rechten Arm an der rechten Schulter). Wichtig ist, dass die horizontalen Elektrodenpärchen immer auf gleicher Höhe angebracht werden! Zu den Positionen der Elektroden siehe [Table-ekg-elektroden-position].
Aus den Informationen der vier Elektroden erzeugt das EKG-Gerät sechs Ableitungen (I, II, III, aVL, aVR und aVF).
Brustwandableitungen#
Die Brustwandableitungen werden mittels sechs Elektroden abgeleitet und erlauben eine genauere Zuordnung von Störungen zu der jeweiligen Region des Herzens. Aus den Informationen der sechs Elektroden erzeugt das EKG-Gerät sechs Ableitungen: V1—V6. Zu den Positionen der Elektroden siehe Farbe und Standardpositionen der EKG-Elektroden. Die richtige Positionierung der EKG-Elektroden ist Voraussetzung um ein sinnvoll auswertbares und den einzelnen Herzabschnitten zuordenbares EKG zu erstellen. Falsch angebrachte Elektroden können ein EKG derart verfälschen, dass es zu gravierenden Fehldiagnosen kommen kann. [2]
Fig. 80 Ein Multifunktionsgerät mit Monitor, nicht-invasiver Blutdruckmessung,
Pulsoxymetrie 12-Kanal-EKG und integriertem Defibrillator mit SAED-Funktion (Corpuls:sup:3)#
© Ch. Pallinger ℓ MfG