Allgemeines#
Ziel einer Allgemeinnarkose ist das Auslösen eines schlafähnlichen Zustands des Patienten unter Ausschaltung des Bewusstseins und der Schmerzempfindung.
Es kommt schließlich zu:
Bewusstseinsausschaltung: „Hypnose“
Schmerzausschaltung: „Analgesie“
Gedächtnisverlust: „Amnesie“
Verminderung des Muskeltonus: „Relaxierung[1]“
Dämpfung von neurovegetativen Reizen
Dies wird erreicht durch eine strukturierte Zufuhr
eines Hypnotikums zur reversiblen Beeinflussung von Erregungsbildung und -überleitung im ZNS
eines Analgetikums
ggfs. eines Amnesie schaffenden Medikamentes
eventuell eines Relaxans
Weniger absolut, aber vergleichbar, ist dabei auch die Analgosedierung, bei der der Patient im Idealfall zwar leicht erweckbar ist, jedoch dennoch immer damit zu rechnen ist, dass die Schutzreflexe beeinträchtigt sind.
Narkose und Airway
Allen Narkosemedikamenten gemein ist eine unterschiedlich stark ausgeprägte
Unterdrückung der Eigenatmung: Atemdepression
Unterdrückung des Hustenreflexes
Verlegung der Atemwege durch Erschlaffung der Zungengrundmuskulatur
Diese Atemdepression zusammen mit der Atemwegsverlegung erfordert eine Atemwegsicherung und in der Regel ist dabei eine Unterstützung oder Übernahme der Atmung notwendig.
Die Auswahl der Atemwegstechniken richtet sich dabei grundsätzlich nach der Aspirationsgefahr des Patienten, sowie Art und Dauer der Operation. Während bei einer Sedierung von nüchternen Patienten mit weitgehend erhaltener Spontanatmung häufig das mechanische Offenhalten der Atemwege im Vordergrund steht, so muss man bei einer Allgemeinnarkose mit der Notwendigkeit einer assistierten oder kontrollierten Beatmung rechnen, sodass die Anwendung entsprechender Atemwegs-Devices sinnvoll ist.
Häufige Atemwegs-Techniken bzw. -Devices im Rahmen der Allgemeinnarkose sind die
Endotracheale Intubation und die
Larynxmaske als weniger invasive Alternative für nüchterne Patienten ohne besondere Aspirationsgefahr, Eingriffe in Rückenlage und kurzer bis mittlerer Eingriffsdauer.