Rapid Sequence Induction (RSI): Beim nicht-nüchternen Patienten#
- Syn.
Schnelleinleitung, “Blitzen”
Beim nicht nüchternen Patienten besteht eine hohe Aspirationsgefahr zwischen Beginn der Narkoseeinleitung (und dem damit einhergehenden Verlust der Schutzreflexe) bis zur Vollendung der Atemwegssicherung mittels des gecufften Tubus.
Somit wird in der Regel eine Rapid Sequence Induktion (RSI; Blitzintubation, Schnelleinleitung) durchgeführt, um dieses Intervall möglichst zu verkürzen. Diese zeichnet sich durch folgende Maßnahmen aus:
Intensive Präoxygenierung vor Narkoseeinleitung
Es wird möglichst kein (oder nur wenig) Hustenreiz-verursachendes Opiat verabreicht
Lagerung des Patienten mit erhöhten Oberkörper
Möglichst mehrere Absaugevorrichtungen in Reichweite
Schnelle Gabe des Hypnotikums
Schnellwirksames Muskelrelaxans
Intubationsmethode mit dem am schnellsten zu erwartenden Intubationserfolg: Führungsdraht, ev. Videolaryngoskopie etc.
Achtung
Die Videolaryngoskopie ist per se kein Garant für einen schnellen Intubationserfolg. Bei hellem Umgebungslicht oder viel Sekret (Blut, Erbrochenes etc.: blockiert die Kamera) kann sie nachteilig sein.
Bespiel: Ablauf RSI: Jung, gesund, 70 kg, Reflux
Präoxygenieren
Fentanyl 0,2 mg
Abwarten der Fentanyl-Wirkung
Propofol 200 mg
Phenylephrin 0,050 mg
Rocuronium 70 mg
1 Minute warten
Beispiel: Ablauf RSI: 80 Jahre, präseptisch, 70 kg, Ileus
Präoxygenieren
Midazolam 5 mg
Esketamin 25 mg
Phenylephrin 0,100 mg
Rocuronium 70 mg
1 Minute warten
Bespiel: Ablauf RSI: 80 Jahre, präseptisch, 70 kg, Ileus
Präoxygenieren
Noradrenalin einschleichen
Propofol 50 mg
Noradrenalin steigern, ev. Phenylephrin 0,100 mg
Rocuronium 70 mg
Noradrenalin steigern, ev. Phenylephrin 0,100 mg
1 Minute warten