Kreislauf (Circulation) Schock

Kreislauf (Circulation) Schock#

Zu tun

S2k-Leitlinie Peripartale Blutungen, Diagnostik und Therapie https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/015-063

Definition

Ein Schock ist eine lebensbedrohliche Kreislaufstörung aufgrund von Unterversorgung des Körpers mit Blut und Sauerstoff infolge des Versagens des Kreislaufsystems.

Beim Schock ist der Körper nicht in der Lage, eine ausreichende Durchblutung der lebenswichtigen Organe aufrechtzuerhalten, was zu Gewebehypoxie und Organversagen führt. Somit besteht eine Missverhältnis zwischen dem Herzauswurfs und dem Bedarf des Körpers. Dies kann unterschiedliche Ursachen haben, z. B. dass das zu wenig Herz pumpt, zu wenig Blut bzw. Flüssigkeit vorhanden ist oder die Gefäße zu weit gestellt sind und Blut dadurch versackt. Die genaue Pathophysiologie hängt dabei von der zugrunde liegenden Ursache ab. Es können dabei einzelne oder mehrere Teile des Kreislaufsystems betroffen sein (Blut, Gefäße, Herz).

Kein Schock besteht bei kurzzeitigen Blutverteilungsstörungen z. B. im Rahmen eines Kollaps bzw. einer Synkope, wobei es auch zu Bewusstseinsstörungen durch kurzfristige Minderdurchblutung des Gehirns kommen kann.

Synopsis

Missverhältnis Herzminutenvolumen:Sauerstoffbedarf

  • Schock = Kreislaufinsuffizienz = Missverhältnis Herzminutenvolumen:Sauerstoffbedarf des Körpers

  • Es können einzelne oder mehrere Teile des Kreislaufsystems betroffen sein (Blut, Gefäße, Herz).

  • Beim Schock kommt zu wenig sauerstoffreiches Blut zu den Organen.

Tab. 26 Hämodynamische Parameter nach Schockform#

HF

ZVD

Kontraktilität

Systemic Vascular Resistance

Kardiogen

↓↓

Hypovoläm

↓↓

± ↑

Distributiv

↓↓

±

Obstruktiv

±

±

↑Perikardtamponade, Pulmonalembolie
↓Spannungspneumothorax

Der Körper versucht durch Aktivierung des Sympathikus gegenzusteuern (zu kompensieren). Der wichtigste Mechanismus ist die Zentralisation. Darunter versteht man die Blutumverteilung zugunsten lebenswichtiger Organe wie Herz, Gehirn, Lunge und Leber. Dabei werden z. B. Haut, Muskel und Darm sowie die Extremitäten (Peripherie) kaum mehr durchblutet. Periphere Venen kollabieren und die Rekapillarisierungszeit verlängert sich. Die Hautdurchblutung wird verringert und die Haut wird kühl und bleich.

Dies funktioniert allerdings nur eine gewisse Zeit und in einem gewissen Ausmaß gut, daher ist eine schnell einsetzende Therapie wichtig! Wenn die Kompensationsmaßnahmen nicht mehr ausreichen, spricht man vom dekompensierten Schock. Es besteht spätestens dann akute Lebensgefahr!

Synopsis

Ein Schockzustand ist grundsätzlich als vitale Bedrohung einzustufen!