Therapiebegrenzung/Therapierückzug

Therapiebegrenzung/Therapierückzug#

Intensivmedizinische Fragen zur Therapiezieländerung:

  1. Indikation:

    • Ist die aktuelle Erkrankung überhaupt überlebbar?

    • Ist eine dauerhafte Wiederherstellung der Kreislauffunktion zu erwarten?

    • Ist eine dauerhafte Wiederherstellung der ZNS-Funktion zu erwarten?

    • Besteht bei vorraussichtlicher ZNS-Schädigung ein klinisch relevantes REHA-Potential?

    • Ist eine dauerhafte Wiederherstellung der Lungenfunktion zu erwarten?

    • Ist im Falle einer schweren Lungenschädigung eine langfristige Respiratortherapie medizinisch indiziert?

    • Ist eine dauerhafte Wiederherstellung der Nierenfunktion zu erwarten?

    • Besteht bei dialysepflichtiger Niereninsuffizienz die Möglichkeit einer dauerhaften Nierenersatztherapie?

    • Besteht von all diesen Faktoren unabhängig eine stark beschränkte Lebenserwartung?

  2. Patientenwille:

    • Gibt es einen geäußerten Patientenwillen?

    • Liegt eine beachtliche oder verbindliche Patientenverfügung vor?

    • Gibt es einen Vorsorgebevollmächtigten?

Der Patientenwille ist das wichtigste Entscheidungskriterium im ethischen Kontext der Therapieentscheidungen. Eine Therapiezieländerung ist dann zu erwägen, wenn eine der oben gestellten Fragen mit Unwahrscheinlich zu beantworten ist. Die Beantwortung muss interdisziplinär erfolgen. Maßnahmen können immer nur für den Einzelfall festgelegt werden.