Peripherer arterieller Gefäßverschluß

Peripherer arterieller Gefäßverschluß#

Beim arteriellen Gefäßverschluss wird das zuführende Gefäß verschlossen. Es kommt zu einer schmerzhaften Unterversorgung der Extremität mit Blut (Ischämie). Der komplette Verschluss passiert plötzlich.

Meistens liegt eine chronische Schädigung der Gefäße infolge anderer Erkankungen oder aufgrund eines ungesunden Lebensstils vor. Ursachen für solch eine Gefäßschädigung sind z. B. die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), Hypertonie, erhöhte Blutfette oder das Rauchen. Die Gefäße verkalken und verändern sich auch sonst nicht zu ihrem Vorteil.

Chronische Grunderkrankung: pAVK

Wenn die Gefäße nur verengt sind, spricht man von der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit, abgekürzt paVK. Sie ist eine häufige chronische Erkrankung. (Achtung: Obwohl es “Verschlusskrankheit” heißt, sind die Gefäße nicht komplett verschlossen, sondern nur verengt!)

ABCDE#

Die Symptome ergeben sich aus der Unterversorgung der Extremität mit sauerstoffreichem Blut: sie ist blass, kalt, tut höllisch weh und die Rekap-Zeit ist nicht mehr sinnvoll messbar. Zusätzlich wird die Extremität gefühllos und gelähmt. Der Patient kann ein Kribbeln empfinden (“Ameisenlaufen”). [1] (Lähmung).

Der Patient erscheint schmerzgeplagt und nimmt oft eine Schohnhaltung ein.

Leitsymptom ist der Schmerz, zusammen mit Blässe, Empfindungsstörungen und evtl. auch Lähmung der betroffenen Extremität, keine Angabe eines Traumas.

In der betroffenen Extremität sind die peripheren Pulse schlecht oder überhaupt nicht tastbar.

Bemerkung

  • Die klassischen Symptome des arteriellen Gefäßverschlusses sind Schmerz, Blässe, Pulslosigkeit, Gefühllosigkeit und evtl. Lähmung der betroffenen Extremität.

SAMPLER#

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Siehe ABCDE.

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Bei Vorhofflimmern wird dem Patienten meist eine gerinnungshemmende vorbeugende Therapie verordnet (“Blutverdünnung”, z. B. Marcoumar, “Thrombosespritzen”, z. B. Lovenox, Fragmin).

🄿

Eine periphere arterielle Verschlusskrankheit ist häufig schon bekannt. Oft liegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes mellitus vor. Vorhofflimmern kann aufgrund der Bildung eines Embolus einen Verschluss auslösen.

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Darunter fallen Herz-Kreislauferkrankungen welche die Gefäße schädigen wie die arterielle Hypertonie; weiters ist hier der Diabetes mellitus zu nennen. Vorhofflimmern kann, wie bereits erwähnt, zur Bildung eines Embolus, welcher den Verschluss auslöst, führen, insbesonders bei fehlender oder unzureichender gerinnungshemmender Therapie.

Maßnahmen: Peripherer arterieller Gefäßverschluss#

Taktik

Symptomatische Therapie und zügiger Transport an geeignete Einrichtung

⛑ Basismaßnahmen
  • Lagerung: Extremität hängen lassen, weich und warm lagern

  • Schonend transportieren

  • Nüchtern lassen

  • Zieleinheit: Abteilung für Chirurgie (Gefäßchirurgie)

🕏 Pharmakotherapie
  • Flüssikeitssubstitution, Vollelektrolytlösung (Herabsetzung der Blutviskosität)

  • Schmerztherapie

  • Erwäge intraarterielle Lidocain-Injektion (bei Gefäßverschluss in der Endstrombahn, nur im Einzelfall)

  • Antikoagulation oder Lyse nur nach Rüsprache mit Chirurgen oder Interventionalisten.