Spinalanästhesie (SPA)#
Bei der Spinalanästhesie wird ein Lokalanästhetikum in den Spinalraum eingebracht. Aufgrund der direkten Punktion des Spinalraumes darf diese erst ab einer Höhe (bzw. Tiefe) erfolgen, bei der das Rückenmark bereits in die Cauda equina übergegangen ist. Dies ist regelhaft ab L2 der Fall. Punktionen werden daher in den Segmenten L3/L4 sowie L4/L5 durchgeführt.
Zu tun
#47 FOTO: Wirbelsäule mit Punktionskanüle im Querschnitt SPA-Querschnitt.png
Wirbelsäule mit Punktionskanüle im Querschnitt
Zu tun
#48 FOTO: Spinalnadel in situ, Liquor tropft aus der Spinalnadel
Indikationen#
Generell: Eingriffe unterhalb des Nabels
Unterbauchoperationen, Leistenhernien
Eingriffe an den Beinen, Hüftoperationen
Urologische Eingriffe z.B. TUR-P, TUR-B
Als First-Line vorzuziehen bei:
Suchtpatienten
Sectio caesarea
Absolute Kontraindikationen#
Ablehnung durch den Patienten
nicht kooperative Patienten
bekannte Allergie gegen Lokalanästhetika
bestimmte Antikoagulationen
Gerinnungsstörungen
Sepsis
ausgeprägte Hypovolämie, z.B. Schock oder erwarteter hoher intraoperativer Blutverlust
lokale Infektionen im Punktionsbereich
erhöhter intrakranieller Druck
Tätowierungen an der Punktionsstelle sind nicht unbedingt ein Ausschlussgrund (🗎 Kluger 2020).
Zu tun
#50 FOTO: SPA-Lagerung.png
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50%
Spinalanästhesie: Aufrechte Lagerung mit “Katzenbuckel”
Nadeltypen#
Spinalnadeln:
Atraumatische Kanülen: z.B. Sprotte™-Kanüle: Stumpf, Verdrängt Dura, Öffnung seitlich
Traumatische Kanülen: z.B. Quincke-Kanüle: Seitlicher Schliff, stanzt Loch, Öffnung an der Spitze
Introducer (Führungskanüle): Kräftige, kurze Kanüle zur Führung der dünnen Spinalkanüle
Zu tun
#51 Fotos: Spinalnadeln (links, Mitte) und Introducer (rechts), Schliff: Quincke, Sprotte