Mitralklappeninsuffizienz (MKI)

Mitralklappeninsuffizienz (MKI)#

Es wird zwischen einer intrinsischen Klappenveränderung und einer funktionellen Insuffizienz unterschieden, letztere tritt sekundär bei Kardiomyopathien und koronarer Herzkrankheit auf.

Eine chronische Mitralklappeninsuffizienz wird häufig lange kompensiert und führt im Verlauf sekundär zur pulmonalen Hypertonie und Trikuspidalklappeninsuffizienz.

Eine akute Mitralklappeninsuffizienz stellt hingegen einen lebensbedrohlichen Notfall dar. Sie führt zu einem akuten Linksherzversagen mit Lungenödem aufgrund fehlender akuter Kompensationsmechanismen.

Präanästhesie
  • Milde/moderate MKI tolerieren nicht kardiochirurgische Eingriffe werden meist gut toleriert

  • Symptomatische, schwere MKI müssen genau abgeklärt werden. Keine elektiven Eingriffe, interdisziplinäre Entscheidung.

Anästhesie
  • Herzfrequenz höher halten (vermeide Bradykardie!)

  • Afterload reduzieren

  • Inotropie aufrechterhalten

  • AN und RA möglich!

Schwangere mit MKI müssen 24 Stunden postpartum überwacht werden! Cave: Lungenödem!

Therapie
  • Medikamentöse Herzinsuffizienztherapie: ACE-Hemmer, Antiarrhythmika, Diuretika, Digitalis

  • OP unter HLM: Mitralklappenrekonstruktion (Anulo/Valvuloplastie), Mitralklappenersatz

  • Mithra-Clipping: über einen Katheter wird ein Clip eingebracht, der die beiden Mitralsegel verbindet, und so zwei neue Ostien schafft und die MI reduziert.