Kontrollierte Beatmungsmuster

4.4.3. Kontrollierte Beatmungsmuster#

Bei der kontrollierten Beatmung werden die Atemzüge durch den Respirator entsprechend den eingestellten Beatmungsparametern appliziert. Der Respirator übernimmt dabei die Vorgabe des zeitlichen Atemmusters und die zur Ventilation erforderliche Atemarbeit. Eine eiegnständige Atmung des Patienten ist dabei nicht vorgesehen.

Grundsätzlich muss bei jedem kontrollierten Beatmungsmuster festgelegt werden, welche physikalische Größe vom Respirator kontrolliert wird. Klassisch werden zwei grundlegende Formen unterschieden:

Bei der volumenkontrollierten Beatmung werden Volumen bzw. Flow vorgegeben. Der zur Applikation dieses Volumens erforderliche Atemwegsdruck ergibt sich aus den Beatmungseinstellungen sowie Compliance und Resistance des respiratorischen Systems. Der Atemwegsdruck ist der Freiheitsgrad.

Bei der druckkontrollierten Beatmung wird dagegen der inspiratorische Atemwegsdruck vorgegeben. Flow und Atemzugvolumen ergeben sich aus der Druckdifferenz sowie Compliance, Resistance, Inspirationszeit und gegebenenfalls der Patientenaktivität. Das Atemzugvolumen ist der Freiheitsgrad.

Tab. 14 Grundprinzipien kontrollierter Beatmungsmuster#

Beatmungsmuster

Kontrollierte Größe

Typischer Flow

Freiheitsgrad

VCV

Volumen / Flow

konstant

Atemwegsdruck

PCV

Atemwegsdruck

dezelerierend

Atemzugvolumen

Zeitliche Steuerung

Neben der kontrollierten physikalischen Größe muss festgelegt werden, wann ein Atemzug beginnt und wann die Inspiration endet.

Bei einer vollständig kontrollierten Beatmung werden die Atemzüge entsprechend der eingestellten Atemfrequenz zeitgesteuert ausgelöst. Die Dauer der Inspiration wird über die Inspirationszeit bzw. das Verhältnis von Inspirations- zu Exspirationszeit (I:E-Verhältnis) festgelegt.

Damit ergeben sich aus Atemfrequenz und Inspirationszeit die zeitlichen Rahmenbedingungen des kontrollierten Beatmungsmusters.

Bemerkung

Die Begriffe volumenkontrolliert und druckkontrolliert beschreiben primär die Kontrollvariable eines einzelnen Atemzuges. Sie sagen für sich alleine noch nicht aus, ob und wie spontane Atembemühungen des Patienten einen Atemzug auslösen können.

Auch ein patientengetriggerter Atemzug kann anschließend vollständig volumen- oder druckkontrolliert ablaufen.