4.5.3. Transportrespiratoren#
Transportrespiratoren sind kompakte und robuste Beatmungsgeräte zur maschinellen Beatmung von Patienten während eines präklinischen oder innerklinischen Transportes. Im Gegensatz zu Intensivrespiratoren stehen insbesondere Mobilität, einfache und sichere Bedienbarkeit sowie ein von der stationären Infrastruktur möglichst unabhängiger Betrieb im Vordergrund. Die Übergänge zu modernen Intensivrespiratoren sind jedoch fließend.
Typische Einsatzbereiche sind:
präklinische Notfallmedizin
bodengebundener und luftgebundener Patiententransport
innerklinische Transporte, z. B. in den OP, zur Computertomographie oder in den Herzkatheter
Verlegung beatmeter Patienten zwischen Krankenhäusern
Klassische Eigenschaften eines Transportrespirators sind:
kompakte, leichte und robuste Bauweise
Akku-Betrieb
Betrieb mit transportablen Sauerstoffflaschen
möglichst geringer Sauerstoff- und Energieverbrauch
kontrollierte Beatmung mittels volumen- und/oder druckkontrollierter Beatmungsformen
bei modernen Geräten auch assistierte Beatmung und druckunterstützte Spontanatmung mit Erkennung spontaner Atembemühungen (Trigger) sowie {ref}`nicht-invasiver Beatmung (NIV)
grundlegendes respiratorisches Monitoring mit optischer und akustischer Alarmierung
Die technische Ausführung unterscheidet sich erheblich zwischen verschiedenen Modellen. Einfache Transportrespiratoren sind im Wesentlichen für die kontrollierte Beatmung konzipiert, während moderne Geräte hinsichtlich Beatmungsformen, Triggerung und respiratorischem Monitoring Funktionen eines Intensivrespirators bieten.
Eine wesentliche Besonderheit ist die Atemgasversorgung. Je nach Bauart wird der Respirator pneumatisch durch den Druck einer Sauerstoffflasche betrieben oder verfügt über eine elektrisch betriebene Turbine, welche Umgebungsluft ansaugt und mit Sauerstoff mischt. Der technische Aufbau beeinflusst damit wesentlich den Sauerstoffverbrauch und die mögliche Betriebsdauer während eines Transportes, bei pneumatisch betriebenen Respiratoren kann der verfügbare Sauerstoff nicht nur als Atemgas, sondern abhängig vom technischen Prinzip auch als Antriebsgas benötigt werden. Die Verwendung eines Transportrespirators bedeutet daher nicht zwangsläufig eine relevante Einschränkung der Beatmungsqualität gegenüber einem Intensivrespirator. Entscheidend sind die technischen Möglichkeiten des verwendeten Gerätes und die Anforderungen des Patienten.
Medumat Transport. Dies ist ein Intensiv-Transportbeatmungsgerät, welches eine komplexe Beatmungstherapie ermöglicht. Die Bedieunung erfolgt mittels Monitor und Drehräder. Abgebildet ist die Durchführung einer Funktionskontrolle der Bedienelemente. © Ch. Pallinger, ℓ MfG
Der Dräger™ Oxylog™ 3000 ist ein Transportrespirator mit der Möglichkeit zur differenzierten Atemtherapie inklusive NIV. © Sebastian Gabriel, ℓ MfG
Auch das ist möglich: Ein Patient in Spinalanästhesie mit respiratorischer Insuffizienz wird im OP mittels eines Transportrespirators (Hamilton T1) nicht-invasiv beatmet (CPAP+PSV).
Fig. 39 Bilderserie: Transportrespiratoren#
Dräger Oxylog 3000#
Der Dräger Oxylog 3000 ist ein Transportrespirator mit der Möglichkeit zur differenzierten Atemtherapie. Er ermöglicht NIV.
Fig. 40 Bilderserie: Dräger Oxylog 3000 [© Sebastian Gabriel, ℓ MfG]#