Nervensystem

16.12. Nervensystem#

Das Nervensystem wird aus Nervenzellen aufgebaut, welche miteinander verschalten sind. Die Fortleitung von Informationen innerhalb einer Nervenzelle funktioniert über elektrische Impulse. Zwischen den Nerven bzw. an den Zielorganen erfolgt die Weiterleitung an Verknüpfungsstellen (Synapsen) meistens mittels chemischer Signale.

Die einfachste Form eines Nervensystems ist das primitive Nervensystem. Hier verarbeiten Sinneszellen Information und leiten die Erregung über einen Fortsatz direkt zu einer Nervenzelle weiter. Diese Form der Erregungsübertragung findet man beim Menschen nur noch beim Riechepithel.

Das restliche Nervensystem des Menschen ist ein differenziertes Nervensystem - hier existiert eine weitere Zelle zwischen Sinneszelle und Muskelzelle, die Nervenzelle. Diese Nervenzelle überträgt die Erregung auf weitere Nervenzellen, es wird so ein Nervennetz gebildet.

Das Nervensystem des Menschen wird in zwei Bereiche unterteilt. Einerseits gibt es das vegetative / viszerale / autonome Nervensystem und das animalische Nervensystem. Über das animalische Nervensystem steht der menschliche Organismus mit der Umwelt und über das vegetative Nervensystem mit seinen Organen in Verbindung. Bei beiden Nervensystemen kann man afferente (von peripher nach zentral: sensorisch / sensibel) bzw. efferente (von zentral nach peripher: motorisch) Nerven unterscheiden.

Aufgrund der Lage wird das animalische Nervensystem außerdem in zwei Teile eingeteilt:

  • Zentrales Nervensystem (ZNS): Gehirn und Rückenmark

  • Peripheres Nervensystem (PNS): animalische und vegetative Nerven und Ganglien

Weitere Einteilungen sind möglich:

  • Einteilung der Sensibilität:

    • exterozeptive Sensibilität: Umweltreize

    • propriozeptive Sensibilität: Reize aus dem Körperinneren

  • Einteilung der Motorik:

    • Somatomotorik: quergestreifte Muskulatur

    • Viszeromotorik: glatte Muskulatur

  • Einteilung nach Steuerung:

    • Somatisches NS (willkürlich) und

    • unwillkürliches NS (Parasympathikus + Sympathikus)

Zu tun

AUST

Aktionspotential: Das Ruhemembranpotential (Kaliumdiffusionspotential bei geschlossenen Na-Kanälen) beträgt minus 80mV. Na/K-Pumpe bringt Natrium entgegen dem Konzentrationsgradienten aus der Zelle und Kalium in die Zelle, bei -50mv Schwellenwert kommt es zum Na-Einstrom = Depolarisation mit Aktionspotential (Alles oder nichts Regel). Danach passiver Kaliumausstrom mit Repolarisation = refraktär (nicht erregbar) Das Ruhemembranpotential ist weniger negativ bei: Hyperkaliämie, inaktivierten Na/K-Pumpen.

Synapsen: Elektrisch (gap junctions) und chemisch (Transmitter mit postsynaptischem Rezeptor und Öffnung von Membrankanälen; Inaktivierung des Transmitters durch Re-uptake oder Hydrolyse). Ist das postsynaptische Potential positiv = exzitatorische Synapse, und wenn das PSP negativ ist, ist es eine inhibitatorische Synapse:

  1. Erregend: Acetylcholin, Glutaminsäure

  2. Hemmend: GABA, Glycin, Serotonin, Dopamin

Ligandengesteuerte Rezeptoren:

  • Direkte Wirkung auf Ionenkanal, wirken schnell, z.B. GABA

  • Indirekte Wirkung über G-Protein und second messenger cAMP, z.B. Katecholamine

16.12.1. Entwicklung des Nervensystems#

Ganz allgemein entwickelt sich das Nervensystem aus dem Ektoderm. Ca. am 18. Tag bildet sich die Neuralplatte, in der zwei seitliche Neuralwülste (Auffaltungen) entstehen. Zwischen diesen befindet sich die Neuralrinne - im weiteren Verlauf vertieft sie sich und wird zu einem Neuralrohr. Die seitlichen Anteile der Neuralwülste, die nicht an der Bildung des Neuralrohrs beteiligt sind, werden zu Neuralleisten.

  • Neuralrohr → zentrales Nervensystem

  • Neuralleisten → peripheres Nervensystem

Die Neuralrinne beginnt sich auf Höhe des oberen Halsmarkes zum Neuralrohr zu verschließen, es breitet sich von dort nach kranial und kaudal aus. Kranial bildet sich so der orale Neuroporus, der beim vollständig ausgebildeten Gehirn noch als Lamina terminalis zu finden ist.

Im Kopfbereich bilden sich dann mehrere Bläschen. Das rostrale Bläschen bildet die Basis für das Prosencephalon, das dorsale Bläschen die Basis für den Truncus cerebri. Dieses ganze Gebilde fängt sich in weiterer Folge an zu krümmen, es entstehen eine Scheitelbeuge und eine Nackenbeuge. Im Bereich des Diencephalons bildet sich die Augenblase. Das Telencephalon ist anfangs unpaar angelegt, in diesem Bereich bildet sich der Riechkolben aus.

Beim restlichen Neuralrohr lassen sich drei Zonen unterteilen:

  • Grundplatte: Ursprungsgebiet der motorischen Nerven

  • Zwischenzone: Ursprungsgebiet vegetativer Nerven

  • Flügelplatte: Ursprungsgebiet sensibler Nerven