Paracetamol

Paracetamol#

Paracetamol kann in hoher Dosis zu einem akuten Leberversagen führen. Die Symptome treten häufig erst verzögert nach mehreren Stunden auf. Ein wirksames Antidot ist N-Acetylcystein, das frühzeitig verabreicht werden muss. Unbehandelt führt die Intoxikation zum Leberversagen und kann tödlich verlaufen.

Pathophysiologie

Paracetamol (Acetaminophen) wird über Cytochrom P450 in der Leber metabolisiert. Bei Überdosierung entstehen toxische Metaboliten, die zu Leberzellnekrosen führen. Die toxische Dosis beträgt bei Erwachsenen etwa 7–15 g, bei Kindern etwa 150–200 mg/kgKG.

Verlaufsphasen
  • Phase I (12–24 h): Übelkeit, Erbrechen, Bauchkrämpfe, Appetitlosigkeit

  • Phase II (24–48 h): Latenzphase mit relativem Wohlbefinden

  • Phase III (> 48 h): Schmerzen im rechten Oberbauch, Anstieg der Leberfunktionsparameter, Gerinnungseinbruch

  • Phase IV (3–5 Tage): akutes Leberversagen mit Ikterus, hepatischer Enzephalopathie, Hypoglykämie und akutem Nierenversagen

Therapie
  • Antidottherapie mit N-Acetylcystein (Fluimucil) nach Plasmaspiegel

  • Symptomatische Therapie

  • Ggf. forcierte Diurese

  • Bei Leberversagen Lebertransplantation