Interhospitale Transporte von Intensivpatienten#
Der Transport stellt für Intensivpatienten eine erhebliche Stresssituation dar. Belastungsfaktoren sind Lärm, Lagewechsel, Schmerzen, inadäquate Respiratoreinstellungen, unbeabsichtigte Medikamentenboli (Perfusoren) sowie physikalische Einwirkungen während des Transports.
Beachte
- Sedierung und Analgesie
Ausreichende Sedierung sicherstellen
Bedarf an zusätzlichen Bolusgaben klären
Sedierung ersetzt keine Analgesie
Zeichen unzureichender Analgesie
Tachykardie
Tachypnoe
Hypertonie
Angst
Cave: Umlagerung führt häufig zu Schmerz und Vigilanzänderung
- Respiration
Klärung: Oxygenierungs- oder Ventilationsproblem?
Wichtige Informationen vor Transport:
Beatmungsform und Invasivität
Weaningstatus
Aktuelle Respiratoreinstellungen
Letzte BGA
Thoraxröntgen (Tubuslage, Drainagen, Katheterlagen)
Markierungen der Zugänge kontrollieren
Bei tiefer Sedierung ggf. kontrollierte Beatmung
Alarme am Respirator
Niedriger Druck
O₂-Flasche leer oder nicht geöffnet
Hoher Atemwegsdruck
Pressen, Tubusverlegung, abgeknickter Schlauch
Leckage
Diskonnektion oder Pneumothorax
Immer Ambu-Beutel mitführen
Transportrespirator stoppt bei leerer O₂-Flasche sofort
- Hämodynamik
Perfusoren nicht anheben (Gefahr unbeabsichtigter Boli, z. B. Katecholamine)
Monitoring
EKG
Pulsoxymetrie
Blutdruck (arteriell oder NIBP)
- Drainagen
Bülaudrainage bei spontan atmenden Patienten nicht abklemmen
- Atemweg
Bei bekannt schwierigem Atemweg immer Alternativstrategie (Plan B) vorbereiten
Wichtig
Bei Problemen immer zuerst den Patienten beurteilen, erst danach die Technik.