Temperatur#

Allgemeines#

Der Mensch - ist im Gegensatz zu poikilothermen (wechselwarmen) Tieren - homöotherm (gleichwarm). Die Körperkerntemperatur (37°C) wird innerhalb gewisser Grenzen konstant gehalten. Im Gegensatz zum Körperkern unterliegt die Körperschale starken Schwankungen.

Bei Verringerung der Körpertemperatur verringert sich auch die Reaktionsgeschwindigkeit ablaufender chemischer Reaktionen des menschlichen Körpers. Auf diesem Prinzip basiert die verlängerte Überlebensdauer von Organismen mittels Hypothermie.

Die häufigsten Messmethoden zur Bestimmung der Körperkerntemperatur sind die

  • Sublingual- bzw. Rektaltemperatur, sowie die

  • Axillartemperatur

Regulation#

Mittels negativer Rückkopplung wird die Temperatur reguliert: Thermosensoren der Haut und des Körperinneren (v.a. Hypothalamus, Hirnstamm, Rückenmark, dorsaler Bauchraum, Skelettmuskulatur) messen die aktuelle Temperatur. Durch Zittern, Abbau von Fettgewebe, Schwitzen und die Veränderung der Hautdurchblutung kann die Körpertemperatur verändert werden (= Stellglieder). Oberster Regulator der Körpertemperatur ist der Hypothalamus.

Wärmebildung und Wärmeabgabe#

Wärme kann abgegeben werden durch:

  • Konduktion (Wärmeleitung über Masse)

  • Konvektion (forcierte Konduktion durch Luftströmung)

  • Abgabe über Strahlungswärme

  • Schwitzen

  • Perspiratio insensibilis (Verdunstung)

Bei Indifferenztemperatur erfolgt der Großteil der Wärmeabgabe über Strahlung. Bei höheren Temperaturen konzentriert sich der Körper auf Verdunstung, die - insbesondere wenn die Außentemperatur die Körpertemperatur übersteigt - den Hauptteil der Temperaturregulierung übernimmt. Bei Bedarf kann durch Zittern bzw. durch braunes Fettgewebe (beim Säugling) Wärme erzeugt werden.

Akklimatisation:

  • bei warmen Regionen: durch vermehrte Schweißproduktion

  • bei kalten Regionen: kaum wirksame Mechanismen vorhanden

Veränderungen der Temperaturregulation#

Veränderungen der Temperaturregulation können physiologisch oder pathologisch sein:

  • physiologisch:

    • bei schwerer Arbeit

    • durch zirkadiane Rhythmik

    • Schwankungen durch den Menstruations-Zyklus

  • pathologisch:

    • Fieber: Sollwertverstellung zu höherer Körpertemperatur

    • exogene Pyrogene: stimulieren die Bildung von endogenen Pyrogenen durch Makrophagen (mit einigen Mediatoren der Immunabwehr identisch)

    • Prostaglandin E2: zentraler Mediator der nervös gesteuerten Fieberreaktion

Temperaturregulation#

Die normale Körper-Kerntemperatur beträgt 37° Celsius. Verschiedene Mechanismen sorgen für Wärmeerzeugung und -abgabe:

Tab. 115 Wärmeerzeugung und -abgabe#

Wärmeproduktion durch

Wärmeabgabe über

  • Zellaktivität

  • Stoffwechselvorgänge

  • Bewegung (Muskelarbeit)

  • Haut

  • Schweiß

    • Wirkung durch Verdunstungskälte

    • Ca. 0,5 L / d

    • Bis max. 1,5 L / h bei schwerer körperlicher Arbeit