Druckkontrollierte Beatmung: PCV

Druckkontrollierte Beatmung: PCV#

Synonyme

Dräger: PC-CMV; GE, Hamilton: PCV.

Bei der klassischen druckkontrollierten Beatmung (PCV, *{dfn}`Pressure Controlled Ventilation) wird während der Inspiration ein definierter inspiratorischer Druck vorgegeben.

Die Druckdifferenz zwischen inspiratorischem Druckniveau und PEEP entspricht dem Driving Pressure (ΔP):

ΔP = Pinsp − PEEP

Zu Beginn der Inspiration besteht eine große Druckdifferenz zwischen Respirator und Alveolen, sodass ein hoher inspiratorischer Flow entsteht. Mit zunehmender Füllung der Lunge steigt der Alveolardruck und die Druckdifferenz nimmt ab, der Flow wird langsamer. Dadurch entsteht der für die PCV typische dezelerierende inspiratorische Flow.

Bei ausreichend langer Inspirationszeit und fehlendem inspiratorischem Flow gleichen sich Atemwegs- und Alveolardruck am Ende der Inspiration weitgehend an. Ein vom eingestellten inspiratorischen Druck unabhängiger Spitzendruck wie bei einer volumenkontrollierten Beatmung mit konstantem Flow tritt daher nicht auf.

Bemerkung

Die PCV ist charakterisiert durch einen konstanten inspiratorischen Druck ohne Spitzendruck mit dezelerierendem Flow.

Das Atemzugvolumen (VT) ist bei der PCV nicht vorgegeben, sondern ergibt sich insbesondere aus:

  • Driving Pressure

  • Compliance

  • Resistance

  • Inspirationszeit

  • Patientenaktivität

Das VT stellt damit einen Freiheitsgrad der PCV dar. Bei unveränderten Beatmungseinstellungen führt beispielsweise eine Abnahme der Compliance zu einem geringeren VT.

Achtung

Bei PCV garantiert ein eingestellter inspiratorischer Druck kein konstantes Atemzugvolumen. Veränderungen von Compliance oder Resistance können unmittelbar zu einer Veränderung des VT und damit der alveolären Ventilation führen. Das exspiratorische VT und das AMV müssen daher kontinuierlich überwacht werden.

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Fig. 36 PCV auf dem Dräger™ Primus™ Narkosegerät#

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