Evaluation des Atemwegs: Risikobewertung#
Wenn die Notwendigkeit einer Atemwegssicherung planbar ist, z. B. im Rahmen eines elektiven Eingriffs, ist die Risikoeinschätzung des Atemweges und die Ableitung einer entsprechenden Strategie im Vorfeld unbedingt und immer notwendig! Auch im Notfalls-Setting ist eine Atemwegs-Einschätzung hilfreich, um die weiteren Schritte planen und dem Team kommunizieren zu können.
Kurzfassung
Thyromentaler Abstand in max. Flexionshaltung, Schildknorpeloberkante–Vorderkante UK:
Cave: Abstand unter 6,5cm (= 3 Querfinger)
< 7 cm schwierige, < 6 cm sehr schwierige Intubation
Mundöffnung < 3,5cm
Unterkiefer Retrognathie (UK hinter OK), prominente Vorderzähne
HWS-Beweglichkeit unter 80°
Achtung
“No plan, no airway.”
Faktoren, die das Risikos eines Atemweges bestimmen, sind:
Anamnese
Körpergewicht
HWS-Reklination, Nacken, Trachea, Halswirbelsäule
Mundöffnung < 3,5cm
Kiefergelenk, Retrognathie, Kiefersperre
Zungengröße/-beweglichkeit, Sprachqualität
Zahnstatus (prominente Zähne, insbes. Schneidezähne)
Thyromentaler Abstand: Schildknorpeloberkante — Vorderkante Unterkiefer in maximaler Flexionshaltung, vgl. Abb. Klinische Einschätzung des Atemwegsrisikos von Außen
Cave: Abstand unter 6,5cm (= 3 Querfinger)
< 7 cm schwierige, < 6 cm sehr schwierige Intubation
Lagerung des Patientenkopfes
Um dem grundlegenden Bedürfnis, alles in Zahlen auszudrücken, Rechnung zu tragen, gibt es eine Vielzahl von Scoring-Systemen, es seien zwei der am häufigst verwendeten erwähnt.
Warnung
Die Scores sind maximal eine Hilfestellung, die klinische Einschätzung einer im Atemwegsmanagement erfahrenen Person overruled jeden Score!
Thyreomentaler Abstand
Fig. 4 Klinische Einschätzung des Atemwegsrisikos von Außen#
Zu tun
#7 Photo: Thyreomentaler Abstand media/image22.jpeg
Mallampati-Score#
Der Mallampati-Score basiert auf der Visualisierung der Anatomie der oberen Atemwege des Patienten und wird auf einer Skala von 1 bis 4 bewertet. Er basiert auf der Beurteilung der Mundöffnung des Patienten, der Zungengröße, der Tonsillengröße und der Position des Zäpfchens, vgl. Abb. Klinische Einschätzung des Atemwegsrisikos von Außen. Eine Punktzahl von 1 steht für die einfachste Intubation, 3 oder 4 Punkte weisen darauf hin, dass die Intubation schwierig sein kann.
Klasse |
Sichtbarkeit |
|---|---|
I |
vordere und hintere Gaumenbögen komplett |
II |
Uvula zum Teil |
III |
weicher Gaumen und Uvulabasis |
IV |
nur harter Gaumen |
Wilson-Score#
Bewertet werden mit 0—2 Punkten:
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Bestenfalls beträgt die Summe der vergebenen Punkte 0, im schlechtesten Fall 10. Ab 2 oder mehr Punkten ist mit einer schwierigen Intubation zu rechnen. Der Wilson-Score ermöglicht je nach gewähltem Schwellenwert die Erkennung von beispielsweise 75 % der “schwierigen” Laryngoskopie auf Kosten der falschen Identifizierung von 12 % der “nicht schwierigen” Patienten (🗎 Wilson 1988).
Beispiele herausfordernder Atemwege#
Raumforderung (Struma) © Dr. J.S.Bhandari, India, ℓ CC BY-SA 3.0
Tonsillenhypertrophie
Fig. 5 Bilderserie: Herausfordernde Atemwege 1#
Fehlbildung (Goldenhar Syndrom) © Bedi, Mitesh; Jain, Rakesh Kumar; Barala, Vipin Kumar; Singh, Abhimanyu; Jha, Hiranmayi, ℓ CC BY 4.0
Makroglossie © US Government, ℓ PD
Fig. 6 Bilderserie: Herausfordernde Atemwege 2#