Ketamin, S-

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Ketamin, S-#

Kombiniertes Hypnotikum und Analgetikum, induziert eine dissoziative Anästhesie mit tranceähnlichen Zustand, Schmerzlinderung, Sedierung Amnesie. Charakteristisch sind eine erhaltene Atmung und Atemwegsreflexe, sowie eine Sympathikuswirkung im Sinne von Kreislaufstimulation (relativ und nicht verlässlich) und eine Bronchodilatation.

Warnung

Unterschiedliche Konzentrationen im Handel!

Beschreibung
Wirkung
  • Erzeugt abhängig von der Dosis eine dissoziative Anästhesie

Indikation
  • Analgesie, Anästhesie, therapierefr. Bronchospasmus.

Kontraindikationen
  • erhöhter :term:ICP (relativ), penetrierende Augenverletzung, kardiale Dekompensation, KHK

Dosierung
  • Analgesie: 0,1—0,25 mg / kg i. v., 0,25—0,5 mg / kg i. m.

  • Anästhesie: 1—2,5 mg / kg i. v., 2,5—4 mg / kg i. m.

  • Bronchospasmus: 1—2,5 mg / kg i. v.

  • Rep: halbe Initialdosis.

Bemerkung

V.a. bei Kindern mit Atropin kombinieren (Hypersalivation), Kombination mit Benzos empfohlen.

S-(+)-Ketamin (Ketanest®)#

Über einen nicht-konpetitiven Antagonismus am NMDA-Rezeptor (Glutamatrezeptorsubtyp) kommt die hypnotische Wirkung zustande. Es kommt hierbei zu einer sog. „dissoziativen Anästhesie“. Das ist ein katalepsieähnlicher Zustand mit Bewusstseinsverlust, Analgesie und Amnesie. Weiters kommt es zu einer Bronchodilatation.

Dadurch weist Ketamin ein breitgefächertes Einsatzgebiet auf:

  • Allgemeinanästhesie

  • Notfallmedizin

  • Kurznarkotikum

  • Analgosedierung intubierter / beatmeter Patienten

  • Status asthmaticus

unerwünschte Wirkungen:

Ketamin führt zu einem Anstieg von Blutdruck und Herzfrequenz, gesteigerten Abwehrreflexen im Rachenbereich und Alpträumen und Halluzinationen in der Aufwachphase.

Kontraindikationen: Myokardinfarkt, KHK, Schädel-Hirn-Trauma, Eklampsie, psychiatrische Erkrankungen.


= dissoziative Anästhesie mit Bewusstseinsverlust und Analgesie unter weitgehend erhaltenen Reflexen (Husten und Schluckreflex bei hohen Dosen eingeschränkt!) Wirkungseintritt 10-15min nach Gabe mit weiten Pupillen, Tränen- und Speichelfluss, erhöhtem Muskeltonus und unwillkürlichen Bewegungen. Ketanest = S-Isomer mit 2fach stärkerer anästhetischer Wirkung als R-Isomer, mit weniger psychomimetischen NW.

Wirkt über NMDA-Rezeptor (NICHT über GABAA!) Führt zu einer selektiven Hemmung neuronaler Funktionen im Cortex und Thalamus mit Stimulation des limbischen Systems und des Hippocampus (psychomimetische NW). Binden auch an µ-Opioidrezeptoren im RM und Gehirn (Prophylaxe des chron. Schmerzes), lokalanästhetische Wirkung und neuroprotektive Wirkung. Der zentrale Atemantrieb wird wenig beeinflusst. Bronchodilation.

Bei Kindern Atemregulation (CO₂-Response) beeinflusst + Gefahr des Laryngospasmus durch Speichelfluss! Daher keine Anwendung bei Kleinkindern und Säuglingen.

Ketamin stimuliert den Sympathikus durch Hemmung der NA-Wiederaufnahme = Anstieg von HF, RR, CO nicht dosisabhängig!

Wirkt negativ inotrop, daher KI bei KHK und ACS! Eine Abschwächung des Sympathikus (ZNS) wurde bei Dauerinfusion und Midazolam Prämedizierung beobachtet.

Dosis
  • 0,5-2 mg / kg KG für Einleitung AN

  • Sedierung und Analgesie: 0,2-0,8 mg / kg innerhalb von 2-3 Minuten

  • Präventive Analgesie: 0,15-0,25 mg / kg KG

Senkt den Opioidbedarf! Faustregel: 0,25 mg / kg KG als Kurzinfusion postoperativ zur Schmerztherapie.

ZNS: neuroprotektiv wenn ICP konstant bei kontrollierter Beatmung und Normokapnie, Kombination mit Dormicum.

Ind: Risikopatienten, Trauma Patienten, Notfallintubation beim septischen Schock, Pat. mit hyperreagiblem Bronchialsystem,…