TUR-Syndrom

TUR-Syndrom#

Wasserintoxikation (hypotone Hyperhydration)

Ursache

elektrolytfreie Lösung gelangt ins Gefäßsystem: bei TURP oder Curettage Eröffnung des Venenplexus mit Absorption von > 2 L Spülflüssigkeit

Risikofaktoren

Op-Dauer + Druck > 60 cm H₂O, Lagerung, Operateur, Alter des Pat.

Folge

Hypotone Hyperhydratation: Hyponatriämie, Hyposmolarität, Hypervolämie mit Hirnödem, Lungenödem, card. Dekompensation, Hämolyse, akutem Nierenversagen, Hypotension.

Hinzu kommt die toxische Wirkung der Spüllösung mit erhöhtem Glycin, BZ (Sorbitol) und Mannitol (Vollelektrolytlösungen würden beim Kautern Verbrennungen verursachen)

Symptome
  • Wacher Patient: Kopfschmerz, Unruhe, Verwirrtheit, Dyspnoe, Krämpfe, Somnolenz, Lähmungen, Koma

    • Bei SPA nicht sedieren!

  • AN: Blutdruckschwankungen, Bradykardie, SO₂-Abfall, etCO₂-Abfall, Schock

3 Tage nach Na-Korrektur von Müdigkeit, Verwirrtheit bis Koma, Gangunsicherheit bis Tetraparese und Atemlähmung, Schluckstörung.

Diagnostik

Anamnese, evozierte Potentiale AEP, MRI, Liquorpunktion zum Ausschluss von Infektion

Therapie
  • Erstmaßnahmen:

    • Flüssigkeitszufuhr stoppen

    • Diurese forcieren: Schleifendiuretika

    • Benzodiazepine (Agitiertheit, Krampfneigung)- Symptomatisch

  • Natriumkorrektur mit 3 % NaCL (max. 100 ml/h), Zielwert: 125 mmol/l

    • Na-Bedarf: 0,2 × (Na-Soll - Na Ist) × kg

    • Evtl. Nitrate, Inotropie ↑ mit Dobutamin

    • Evtl. Urinalkalisierung (Hämolyse, ANV)

    Natriumkorrektur muss langsam erfolgen sonst pontine Myelinolyse (Demyelinisierung im Stammhirn mit Störung der zentralen vegetativen Regulationsmechanismen): Max. 12 mmol / 24 h heben (häufige Laborkontrolle!!) = max. 0,5 mmol / h!

Gefahr

Natriumkorrektur muss langsam erfolgen, sonst pontine Myelinolyse!

Siehe auch

  • Transurethrale Resektion der Blase

  • Transurethrale Resektion der Prostata