Praxis

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Praxis#

Strategie#

Der Sedierungsstrategie muss die Behandlungsplanung zu Grunde liegen. Dabei ist insbesonders zu berücksichtigen:

  • Sedierungsstufe / RASS

    • Atemweg

    • Grunderkrankung

    • Hämodynamik, Sauerstoffdefizit

  • Vermutete Dauer der Intensivtherapie

    • “Kurzzeit”: Stunden, Tage → eher gut steuerbare, kurz wirksame Substanzen

    • “Langzeit”: Wochen, Monate → eher hochkonzentrierte Substanzen mit möglichst wenig Gewöhnungseffekt

  • Weaning-Strategie

Im Rahmen der Visite werden dann Tagesziele, z.B. Anhand des RASS, definiert und entsprechend vorgeschrieben. Der Patient wird im Verlauf regelmäßig beurteilt und die Dosisrate entsprechend angepasst.

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Fig. 182 Tägliche Visiten-Vorschreibung#

Tägliche Visiten-Vorschreibung: RASS Tägliche Visiten-Vorschreibung: RASS
Pflegekontrolle: RASS Pflegekontrolle: RASS

Fig. 183 Zielvorgaben#

Kochrezept#

Als – kritisch zu hinterfragendes, aber einfach verständliches – Kochrezept kann gelten:

  • Initial: Propofol + Remifentanil

  • eher kurze Intensivtherapie: Propofol + Remifentanil

  • Landauernde, tiefe Sedierung: Midazolam + Sufentanil

  • NIV-Therapie, Atemnot: Morphium

  • wache Patienten ohne invasive Beatmungstherapie

    • Keine?

    • orale “neue” Neuroleptika?

    • Clonidin, Dexmedetomidin

  • Hirndruck, Krampfgeschehen: Denke an Barbiturate (Thiopental)

../../_images/MV_ICU-Intubation-bei-resp-Verschlechterung-Uebersicht.png

Fig. 184 Sedierung initial mit Propofol und Remifenatanil nach akuter Intubation#