Aortenklappenstenose (AKS)

Aortenklappenstenose (AKS)#

Die Aortenklappenstenose ist definiert durch eine Klappenöffnungsfläche (KÖF) von < 0,8 cm² bzw. einen KÖF-Index von < 0,5 cm²/m² (KOF). Ein zusätzliches Kriterium ist ein Verhältnis der Flussgeschwindigkeit im linksventrikulären Ausflusstrakt zur Aortenklappe von LVOT / AK < 0,25. Eine begleitende koronare Herzkrankheit (KHK) beeinflusst das perioperative Risiko maßgeblich. Das Herzzeitvolumen (HZV, CO) beeinflusst den transvalvulären Druckgradienten direkt. Klappenvitien führen zu einer Änderung der Druck-Volumen-Kurve beim PICCO (AS und AI)!

Ursachen

senile Kalzifizierung ab dem 70. Lj., bikuspide AK des jungen Patienten.

Tab. 52 Aortenklappenstenose. Vmax: maximale Geschwindigkeit des CW Doppler-Profils, MPG: mittlerer Gradient des CW Doppler-Profils, KÖF: Öffnungsfläche der Mitralklappe (PHT) #

Aortenklappenstenose

leicht

mittelgradig

hochgradig

Vmax [m/s]

2,6–2,9

3–4

> 4

MPG [mmHg]

< 20

20–40

> 40

KÖF [cm²]

> 1,5

1–1,5

< 1

Folgen
  • konzentrische Ventrikelhypertrophie ohne Änderung des Lumens mit erhöhtem VO₂

  • LVEDP erhöht → Gefahr der Myokardischämie

  • CO fixiert (kann nicht gesteigert werden)

  • diastolische Funktionsstörung

  • atriale Kontraktion liefert 40 % des CO (normal bis max. 20 %) → sorgt für ausreichende Füllung des Ventrikels (Compliance sinkt)

  • missmatch VO₂/DO₂ kardial

Symptomatik

Angina Pectoris, Synkopen, chronisches Herzversagen, Gefahr des sudden cardiac death

Anästhesie
  • Erhalte: SVR, CO, SR = Herzfrequenz und Blutdruck normal halten!

  • Gefahr der Myokardischämie (EKG: II, V5)

  • Vermeide Tachykardie und extreme Bradykardie

  • Relative KI für SPA, PDA eher möglich Präanästhesieambulanz:

  • Keine elektive OP bei symptomatischer AKS (ev. TAVI/CorValve)

  • Bei asymptomatischer, schwerer AKS: AKE vor high risk Eingriffen, low risk Eingriffe möglich, im Zweifelsfall = interdisziplinäre Entscheidung!

Therapie
  • AKE (mechanische, biologische Ersatzklappe)

  • TAVI (transcatheter aortic valve implantation) bei hohem Alter und schweren Komorbitäten:

    Kathetergestützes Einbringer einer Aortenklappenprothese (CORVALVE oder SAPIEN XT) über die V.femoralis oder transapikal mit kleinem Hautschnitt, es erfolgt eine Ballonvalvuloplastie mit Overpacing (HF 180/min, sistieren des aortalen Blutflusses).

    Komplikationen: Anulusruptur, Herzbeuteltamponade, Arrhythmien, Insult, Leistenblutung.

  • ROSS-OP: die körpereigene Pulmonalklappe ersetzt die Aortenklappe + Homograft für Pulmonalklappenersatz